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Einwöchige Afrikareise - Thema Klimaschutz im Koffer: Papst in Mosambik

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Klimaschutz steht für Papst Franziskus weit oben auf der Agenda. Jetzt besucht er mit Mosambik, Madagaskar und Mauritius drei Länder, die vom Klimawandel stark betroffen sind.

Papst Franziskus besucht Afrika, aufgenommen am 04.09.2019 in Maputo, Mosambik
Im Papamobil durch Maputo: In Mosambiks Hauptstadt startet Franziskus seine Afrikareise.
Quelle: dpa

Kaum ein Thema beschäftigt Papst Franziskus im politischen Bereich mehr als der Umweltschutz. Für ihn gehört er neben dem Kampf gegen Armut und für Gerechtigkeit zu den zentralen Zukunftsfragen der Menschheit. Zuletzt äußerte er sich in einer Botschaft zum Schöpfungstag, den viele Christen am 1. September begehen. "Wir haben eine klimatische Notlage geschaffen, welche die Natur und das Leben, auch unser eigenes, stark bedroht." Immer wieder kritisiert er die Ausbeutung der natürlichen Ressourcen und fordert einen radikalen Wandel des Lebensstils, "einfacher und respektvoller" gegenüber der Umwelt und den Mitmenschen.

Den Verantwortlichen ins Gewissen reden

Dabei hat der Papst keine politische Macht und kann nicht direkt in die politischen Entscheidungsprozesse eingreifen. Allerdings versucht er auf unterschiedlichen Wegen Einfluss zu nehmen. Seine Enzyklika "Laudato si", das erste große päpstliche Lehrschreiben zur Ökologie, hatte der Papst bewusst im Juni 2015 veröffentlicht, um damit die Diskussionen vor und während des UN-Klimagipfels mit zu prägen, der wenige Monate später in Paris stattfand. Die Enzyklika schenkt er auch jedem Politiker, der ihn im Vatikan besucht. Und auf den diplomatischen Kanälen, die dem Vatikan als eigenem Staat zu Verfügung stehen, versuchen die Mitarbeiter des Papstes die Umsetzung der Klimaziele zu forcieren.

"Die Zeit läuft uns davon", erklärte Papst Franziskus Mitte Juni beim Treffen mit den Chefs der größten Ölkonzerne der Welt im Vatikan. Schon zum zweiten Mal hatte das katholische Kirchenoberhaupt diese zu Gesprächen geladen, um ihnen ins Gewissen zu reden. Er forderte vor den Vorstandschefs von Shell, BP, Exxon Mobile, Total und anderen eine radikale Energiewende. Die Ölbosse sprachen sich zum Abschluss des Treffens für "verlässliche und ökonomisch wirksame Regelungen" aus, um die Folgen von Kohlenstoffemissionen zu bepreisen. Es ist die moralische Autorität, die der Papst bei solchen Treffen in die Waagschale werfen kann. Das Treffen ist ein Beispiel dafür, wie der Vatikan Networking betreibt, um seine Ziele voranzubringen. Dazu gehören auch Konferenzen, bei denen Experten aus aller Welt, aus unterschiedlichen Religionen und Professionen zusammengebracht werden, um über nachhaltige Entwicklung und erneuerbare Energien zu diskutieren.

Auch Benedikt XVI. kümmerte sich ums Klima

Franziskus ist nicht das erste Kirchenoberhaupt, das sich für die Bewahrung der Schöpfung einsetzt. Schon sein Vorgänger Benedikt XVI. hatte sich immer wieder zum Thema geäußert. Nachdem in dessen Amtszeit die ersten Solarzellen im Vatikan installiert, die erste Stromtankstelle in Betrieb genommen und die Mülltrennung eingeführt worden war, sprachen einige schon vom "grünen Papst". Benedikt XVI. mahnte einen Lebensstil an, der von einer Solidarität zwischen den Generationen geprägt ist. In seiner Rede im Deutschen Bundestag erklärte er, Umweltschutz sei letztendlich Lebensschutz im umfassenden Sinne.

Während Benedikt XVI. das Thema stark aus einer theologischen Perspektive anpackte, sieht Franziskus die konkreten Folgen für die vom Klimawandel und der Ausbeutung der natürlichen Ressourcen betroffenen Menschen, seien es die indigenen Völker im Amazonasgebiet, die Arbeiter in Minen und Bergwerken oder die Opfer von Naturkatastrophen. Mit seiner Reise nach Südostafrika will er den Blick der Weltöffentlichkeit auf die Probleme der Menschen dort lenken.

Wachsoldat der Schweizer Garde am Petersdom im Vatikan

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Trost und Ansprache für Wirbelsturm-Opfer

In Mosambik sind allein in diesem Jahr bereits mehr als zwei Millionen Menschen direkt von Naturkatastrophen wie dem Wirbelsturm "Idai" im März betroffen. Auch Madagaskar und Mauritius spüren die Folgen des Klimawandels. Franziskus wird den Menschen vor Ort Trost spenden und der Weltöffentlichkeit ins Gewissen reden. Doch das Klima wird nur ein Thema sein, bei der sechstägigen Reise des Kirchenoberhaupts durch die Region. Fragen von Armut und Gerechtigkeit, von Korruption und Rechtsstaatlichkeit sollen ebenso eine wichtige Rolle spielen.

In Mosambik ringen auch 27 Jahre nach dem offiziellen Friedensschluss 1992, der einen jahrelangen Bürgerkrieg offiziell beendete, die Konfliktparteien um stabile politische Verhältnisse. Vor sechs Wochen hatten Regierung und bewaffnete Opposition ein neues Friedensabkommen geschlossen. Noch ist nicht ausgemacht, ob es wirklich hält. Nun hoffen viele Menschen auf ein versöhnendes Machtwort des Pontifex.

Mit Madagaskar besucht Franziskus eines der ärmsten Länder der Welt. Hier macht er Station bei einem Projekt für ehemalige Bewohner von Mülldeponien. Auf Mauritius steht das Miteinander der Kulturen und Religionen im Mittelpunkt des eintägigen Aufenthalts. Die 31. Auslandsreise von Papst Franziskus berührt die Kernthemen seines Pontifikats: Frieden und Versöhnung, Armut und Gerechtigkeit sowie die Bewahrung der Schöpfung als Grundlage für eine friedliche Zukunft.

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