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Papst prangert Umgang mit Flüchtlingen an

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"Urbi et Orbi" - Papst prangert Umgang mit Flüchtlingen an

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Der Papst hat den traditionellen Segen "Urbi et Orbi" gespendet. In seiner Weihnachtsbotschaft erinnert er an das Leid von Flüchtlingen und prangert Ungerechtigkeiten an.

Papst Franziskus verliest Botschaft auf dem Balkon des Petersdoms
Papst Franziskus spendet den Weihnachtssegen "Urbi et Orbi"
Quelle: Reuters

Papst Franziskus hat am Mittwoch auf dem Petersplatz den traditionellen Segen "Urbi et orbi" gespendet. In seiner Weihnachtsbotschaft beklagte er vor Zehntausenden Pilgern Kriege und Konflikte weltweit als Fluchtursachen.

Nachdrücklich bat Franziskus um Schutz für Migranten. Sie erlebten "unsagbare Misshandlungen" und Folter in Auffanglagern. Es sei "Ungerechtigkeit", die Menschen zwinge, Wüsten und Meere zu durchqueren, die zu "Friedhöfen" würden. Ebenso sei es eine Ungerechtigkeit, wenn Migranten mit ihrer Hoffnung auf ein würdiges Leben abgewiesen würden und auf "Mauern der Gleichgültigkeit" stießen.

Weihnachtsbotschaft: Papst legt Fokus auf Konflikte

Der Papst sprach eine Reihe von Konflikten an, unter anderem Syrien, das auch nach mehr als acht Jahren Bürgerkrieg nicht zur Ruhe kommt. Die internationale Gemeinschaft müsse Lösungen finden, welche die Sicherheit und das friedliche Zusammenleben der Völker dieser Region garantieren und ihrem Leiden ein Ende setzen, sagte Franziskus auch mit Blick auf den Jemen, den Libanon und den Irak.

Außerdem sprach der Papst dem gesamten amerikanischen Kontinent Mut zu, "wo einige Nationen eine Periode gesellschaftlicher und politischer Unruhen durchleben". Hilfe brauche vor allem das venezolanische Volk, das seit langem von politischen und gesellschaftlichen Spannungen geprüft werde. Trotz all der Gewalt gebe es aber Hoffnung, sagte der Papst seinen Zuhörern. Das Licht Jesu Christi leuchte heller als die Dunkelheit in den Herzen der Menschen.

Südsudan zu Einigung aufgerufen

In einer weiteren Botschaft gemeinsam mit Erzbischof Justin Welby, dem Oberhaupt der Anglikanischen Kirche, und John Chalmers von der Church of Scotland rief er die Konfliktparteien im Südsudan auf, wie versprochen Anfang kommenden Jahres eine Regierung der nationalen Einheit zu bilden. Im vergangenen Jahr wurde nach fünf Jahren Bürgerkrieg ein Friedensabkommen unterzeichnet, doch die Frist zur Bildung der Regierung verstrich im November. Eine neue wurde für Februar angesetzt.

In der Mitternachtsmette hatte das katholische Kirchenoberhaupt die Gläubigen zuvor aufgefordert, sich trotz Missständen in der Kirche nicht der bedingungslosen Liebe Gottes zu verweigern, der jeden Menschen liebe, "auch den schlimmsten".

Trotz allem, "was in der Kirche nicht funktioniert", sollten sie sich nicht davon abbringen lassen, sich selbst zu verändern, in dem sie ihr eigenes Leben in ein Geschenk an andere verwandelten.

Was bedeutet "Urbi et Orbi"?

Die lateinischen Worte Urbi und Orbi bedeuten übersetzt "der Stadt und dem Erdkreis". In dieser Formel kommt der weltumfassende Anspruch der katholischen Kirche zum Ausdruck. Sie geht auf die römische Antike zurück. Damals galt Rom als Inbegriff der Stadt (urbs) schlechthin und als Mittelpunkt des Erdkreises (orbis).

Das Oberhaupt der katholischen Kirche spendet den Segen traditionellerweise an Weihnachten und Ostern. Lange Zeit waren mit "Urbi et orbi" auch Oster- beziehungsweise Weihnachtsgrüße des Papstes verbunden. Johannes Paul II. und Benedikt XVI. verlasen sie in mehr als 60 Sprachen. Franziskus verzichtet auf diesen Brauch.

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