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Irland-Besuch - Papst trifft Missbrauchs-Opfer

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Franziskus ist während seines Irland-Besuches mit Opfern von Missbrauch zusammengetroffen. Er sprach mit acht "Überlebenden" von Übergriffen durch katholische Kirchen-Mitglieder.

Zum ersten Mal seit knapp 40 Jahren besucht ein Papst das erzkatholische Irland. Auch wegen des Missbrauchsskandals eine heikle Reise. Dazu ZDF-Korrespondentin Diana Zimmermann.

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Franziskus sei am Samstagabend während seines Irland-Besuches für anderthalb Stunden mit der Gruppe zusammengekommen, sagte Vatikan-Sprecher Greg Burke. Unter den Opfern, die von katholischen Priestern sexuell missbraucht worden waren, befand sich auch Marie Collins, die lange in der Päpstlichen Kommission für den Schutz von Minderjährigen gesessen hatte. Aus Frustration war sie im vergangenen Jahr aus dem Gremium ausgeschieden. Seitdem gilt sie als vehemente Kritikerin des Vatikans - und nicht selten auch des Papstes.

Zuvor hatte Franziskus während seiner Irland-Reise die vielen Fälle sexuellen Missbrauchs Minderjähriger durch katholische Geistliche verurteilt. Er könne nicht umhin, "den schweren Skandal anzuerkennen, der in Irland durch den Missbrauch von Minderjährigen durch Mitglieder der Kirche verursacht wurde", sagte das katholische Kirchenoberhaupt am Samstag bei seiner ersten Rede in Dublin.

Papst beklagt Verhalten kirchlicher Autoritäten

Franziskus war am Samstagmorgen zu einem zweitägigen Besuch in dem katholisch geprägten Land eingetroffen. Anlass ist das Weltfamilientreffen der Kirche diese Woche, die Reise wird aber von einer Reihe von Missbrauchsskandalen überschattet. Der Pontifex beklagte, dass kirchliche Autoritäten versäumt hätten, "mit diesen abscheulichen Verbrechen angemessen umzugehen". Er mahnte aber auch, die positive Rolle der Kirche nicht zu vergessen: "Die Kirche in Irland hat in der Vergangenheit und in der Gegenwart eine Rolle bei der Förderung des Wohlergehens von Kindern gespielt, die nicht verdunkelt werden darf."

Regierungschef Leo Varadkar rief Franziskus dazu auf, seinen Einfluss zu nutzen, um für "Gerechtigkeit und Wahrheit" in den Missbrauchsfällen der katholischen Kirche in Irland und weltweit zu sorgen. Den Worten müssten Taten folgen. Die Wunden seien noch immer offen. "Wir bitten Sie, den Opfern und Überlebenden zuzuhören. Wir wissen, Sie werden das tun." Gleichzeitig sprach er von einer "gemeinsamen Geschichte von Leid und Schande", in der auch der irische Staat eine unrühmliche Rolle gespielt habe.

Kann Franziskus Ressentiments überwinden?

Trotz der klaren Worte scheint es fraglich, ob es Franziskus gelingen wird, die großen Ressentiments in Teilen der Bevölkerung zu überwinden. Viele Iren verlangen konkrete Schritte, um Missbrauch zu verhindern und die Täter zur Verantwortung zu ziehen. Irland gehört zu jenen Staaten, in denen Priester und Ordensschwestern massiv Kinder und Frauen missbrauchten und misshandelten.

Für Aufsehen gesorgt hatten Mitte August erschütternde Ermittlungsergebnisse in den USA. Laut Staatsanwaltschaft haben sich mehr als 300 katholische Priester im Bundesstaat Pennsylvania in den vergangenen 70 Jahren an Tausenden Kindern vergangen. Auch in Deutschland gibt es Forderungen nach einer besseren Aufarbeitung der Missbrauchsskandale in der Kirche. Die katholische Reformbewegung "Wir sind Kirche" fordert dafür eine unabhängige Kommission. "Die Erfahrungen der letzten Jahre zeigen sehr deutlich, die Kirche alleine kann es nicht machen", sagte Sprecher Christian Weisner der Deutschen Presse-Agentur. Er spricht von der dramatischsten Krise, die die Kirche je erlebt hat.

In Irland hat sich viel verändert

Der letzte Besuch eines Papstes in Irland liegt schon beinahe 40 Jahre zurück. Johannes Paul II. wurde 1979 unter großem Jubel empfangen. Damals war die katholische Kirche dort noch weitgehend unumstritten - der größte Teil der Bevölkerung ging noch regelmäßig am Sonntag in die Kirche. Noch immer bekennen sich viele Iren zum katholischen Glauben, doch das Land hat sich grundlegend verändert. Erst im Mai stimmten die Iren für eine Lockerung des strengen Abtreibungsverbots. Im Jahr 2015 führte Irland als erstes Land der Welt per Volksentscheid die Homo-Ehe ein. Regierungschef Varadkar, der sich offen zu seiner Beziehung mit einem Mann bekennt, sagte kurz vor dem Papstbesuch, er sei froh, dass die katholische Kirche nicht mehr so viel Einfluss in Irland habe. Im Beisein des Papstes warb er für ein "neues Kapitel" in der Beziehung zwischen seinem Land und der katholischen Kirche, bei der die Kirche zwar nicht mehr im Zentrum der Gesellschaft stehe, aber weiterhin eine "wichtige Rolle" habe.

Nach seiner Rede vor Regierungsvertretern und Würdenträgern am Samstag setzte der Pontifex seinen Besuch fort. Zehntausende Menschen jubelten Franziskus zu, als er im Papamobil zu weiteren Terminen in der irischen Hauptstadt fuhr. Auf dem Programm standen unter anderem ein Treffen mit Obdachlosen und eine Feier mit Familien im Croke-Park-Stadion in Dublin. Am Sonntagfrüh wollte Franziskus den Wallfahrtsort Knock im Westen Irlands besuchen. Am Nachmittag ist eine Messe unter freiem Himmel in Dublin geplant. Dazu werden Hunderttausende Gläubige erwartet. Zeitgleich sind aber auch Mahnwachen für die Opfer von Missbrauch in kirchlichen Institutionen angekündigt.

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