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ZDFneo-Serie "Parfum" startet - Düfte, Liebe, Zuneigung - und Mord

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Der Roman "Das Parfum" war ein Welterfolg. ZDFneo hat die Idee zu einer Crime-Serie verarbeitet, die heute startet. Es geht um den perfekten Duft und einen Serienmord.

Filmszene: Das Das Parfum (ZDF-Serie) - Roman Seliger (Ken Duken) findet im Swimmingpool die nackte Leiche seiner Nachbarin Katharina Läufer (Siri Nase).
Eine grausame Tat: Roman Seliger (Ken Duken) findet im Swimmingpool die Leiche seiner Nachbarin.
Quelle: ZDF/Jakub Bejnarowicz

Eigentlich sollte der Bestseller "Das Parfum" nicht verfilmt werden. Jahrelang wehrte sich der Autor Patrick Süskind dagegen, dass sein Buch auf die Leinwand kommt. Süskinds Widerstand wurde sogar in einem Film thematisiert: In Helmut Dietls Komödie "Rossini - oder die mörderische Frage, wer mit wem schlief" gibt es einen scheuen Autor, der für kein Geld der Welt seinen Bestseller verfilmen lassen will - eine Anspielung auf Dietls Drehbuchautor Patrick Süskind.

Jahre später kam es dann anders. Der Produzent Bernd Eichinger überredete Süskind, "Das Parfum" zu verfilmen. 2006 kam das Werk in die Kinos. Und jetzt, zwölf Jahre später, wartet ZDFneo mit der Crime-Serie "Parfum" auf. Sie ist keine Adaption, sondern eine Weiterentwicklung des literarischen Stoffes: Die Serie beruhe "auf einem originären Konzept", berichten die Produzenten Oliver Berben und Sarah Kirkegaard. Das "zentrale Motiv des Bestsellerromans" - die Suche nach dem perfekten Duft als Motiv für einen Serienmord - werde "in einer Seriendramaturgie umgesetzt". Die "zeitlose Essenz" des Stoffes solle so erfasst und neu ausgestaltet werden.

Wovon handelt die ZDFneo-Serie "Parfum"?

"Eine rothaarige Frau steigt nachts in den Pool - und wird am nächsten Morgen tot darin aufgefunden, mit kahl rasiertem Schädel und tiefen Schnittwunden in den Achseln und im Schambereich", verrät ZDFneo. Später gebe es weitere Opfer. "Wir erzählen die Geschichte eines Kriminalfalls, der sich am Niederrhein nahe der holländischen Grenze zuträgt", berichtet Regisseur Philipp Kadelbach.

Die ermordete Frau ging früher auf ein katholisches Internat und war dort Mittelpunkt einer Clique. Die Ermittlerin Nadja führe "durch die Geschichte eines Serienmords und enthüllt dabei Stück für Stück die Hintergründe der Hauptverdächtigen und deren emotionalen Verletzungen", sagt der Regisseur.

Was hat es mit der Internats-Clique auf sich?

Die Serie hat zwei Zeitebenen: die Gegenwart der Ermittlungen und die Vergangenheit von fünf Internatsschülern. Zu Schulzeiten hatten diese Patrick Süskinds Roman "Das Parfum" gelesen - und begonnen, mit dem Geheimnis menschlichen Dufts zu experimentieren. Ein Duft, "der Liebe und Zuneigung auslösen soll und kann", wie die Serienmacher betonen. Aber nicht nur die Rückblenden, sondern auch die Gegenwart sei voller Abgründe: Von den einstigen Internatsschülern wurde einer Bordellbetreiber, ein anderer Parfümeur in Paris.

Wonach riechen die Figuren?

Wie der Roman "Das Parfum" lebt auch die ZDFneo-Serie "Parfum" von Düften und Gerüchen. Wie schätzen die Schauspieler den Geruch ihrer Rolle ein? Die männlichen Verdächtigen riechen demnach "süß-säuerlich", nach "Desinfektionsmittel" - oder "eher unangenehm", da die Figur "sehr viel schwitzt und sich in seine Klamotten vergräbt". Die einzige weibliche Figur aus dem Kreis der Verdächtigen riecht "nach Seife und frisch gewaschener Wäsche".

Und die Ermittler? Die Profilerin Nadja rieche eigentlich "anziehend, ganz zart, fast gar nicht spürbar und dann wieder mächtig". Durch "äußerliches Einwirken" rieche sie aber auch nach "Deo, Pfefferminzbonbons und auch nach Hotelzimmer", so die Vermutung. Den männlichen Ermittler-Kollegen sagen die Schauspieler wiederum "eine gewisse Strenge" nach, die vom Rasierwasser komme und "etwas mit Testosteron zu tun hat". Oder sie würden "nach Seife, nach Feierabend, vielleicht auch ein wenig nach Bier" riechen - und "nach Metall".

Schauerromantik als Vorbild?

Drehbuchautorin ist Eva Kranenburg. In einem ZDF-Interview sprach sie von ihrer Faszination für Schauerromantik, Gothic, düstere Atmosphäre, dunkle Charaktere - und nannte den amerikanischen Autor Edgar Allan Poe als Inspiration. Viel Gewalt bekomme der Zuschauer aber nicht zu sehen, berichtet Kranenburg: "'Parfum' ist eine Serie voller Gewalt - ohne Gewalt. Bilder von Gewalt werden nicht auserzählt. Denn nichts facht die Phantasie so sehr an wie Entzug", sagt die Drehbuchautorin.

Ihre Figuren hätten keine Liebe, umso mehr sehnten sie sich danach: "Sie jagen danach. Sie kuschen dafür. Sie fliehen davor. Sie warten darauf. Sie erschaffen das Geruchsabbild der Liebe", sagt Kranenburg - und stellt die Frage: "Am Ende steht die Beute, die Liebe. Doch ist die nicht das eigentliche Monster?"

Wie findet Patrick Süskind die Serie "Parfum"?

Das ist nicht bekannt. Süskind lebt seit Jahren zurückgezogen, gibt keine Interviews und unterbindet Fotoaufnahmen. Aus seinem Umfeld in München-Schwabing heißt es, Süskind sei "schon immer ein Einzelgänger" und "ziemlich maulfaul" gewesen. Über einen Nebeneffekt der Crime-Serie dürfte er sich aber freuen: Schließlich kurbeln Verfilmungen literarischer Stoffe nahezu immer auch den Buchverkauf an.

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