Sie sind hier:

Protest gegen Spritpreise - Ausschreitungen auf den Champs-Élysées

Datum:

Barrikaden, Pflastersteine, Tränengas: Bei neuen Massenprotesten gegen die Steuerpolitik kommt es in Paris zu schweren Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Polizei.

Demonstranten versuchen Sicherheitsbarrieren zu durchbrechen, die französische Polizei reagiert ihrerseits mit Tränengas und Wasserwerfern. 5000 Menschen sind gegen die Reformpolitik von Präsident Macron in Paris auf die Straße gegangen.

Beitragslänge:
2 min
Datum:

Bei Protesten der "Gelbwesten"-Bewegung gegen hohe Benzinpreise und Lebenshaltungskosten ist es am Samstag in Paris zu schweren Ausschreitungen auf den Champs-Élysées gekommen. Vermummte randalierten, warfen Pflastersteine auf Sicherheitskräfte und errichteten Barrikaden. Über der Prachtstraße stand schwarzer Rauch. Die Polizei reagierte mit Tränengas und Wasserwerfern. Es gab mehrere Verletzte, darunter auch mindestens zwei Polizisten.

Élysée-Palast abgeriegelt

In Paris kam es zu Rangeleien zwischen Polizei und Demonstranten.
Paris: Rangeleien zwischen Polizei und Demonstranten
Quelle: Kamil Zihnioglu/AP/dpa

Allein in Paris waren 3.000 Polizisten im Einsatz. Demonstranten versuchten, in die Sperrzone am unteren Ende der Champs-Élyséesvorzudringen. Offiziellen Angaben zufolge gab es acht Verletzte, darunter zwei Polizisten. Mehr als 30 Menschen seien festgenommen worden. Innenminister Christophe Castaner sprach von etwa 8.000 "Gelbwesten", die an den Protesten in Paris teilnahmen, davon allein 5.000 auf den Champs Elysées. An anderen Orten verliefen die Proteste weitgehend ohne Zwischenfälle. In ganz Frankreich beteiligten demnach rund 80.000 Menschen an Protestaktionen. Vor einer Woche waren es noch mehr als drei Mal so viele gewesen.

Nach den schweren Straßenblockaden und Zwischenfällen in der vergangenen Woche hielten die Absperrungen diesmal. Die Polizei hatte im Zentrum der Hauptstadt Zonen eingerichtet, in denen keine Proteste erlaubt waren - darunter am Place de la Concorde oder im Bereich um den Élyséepalast. Mancher der nach ihren neongelben Warnwesten benannten Demonstranten gab sich allerdings zum Äußersten entschlossen. "Das wird einen Bürgerkrieg auslösen und ich ebenso wie die meisten anderen Bürger, wir alle sind bereit", sagte der 21-jährige Benjamin Vrignaud aus Chartres.

"Es geht um die Steuern, die wir zahlen"

Proteste in Paris.
Proteste in Paris.
Quelle: Christophe Ena/AP/dpa

Seit einer Woche protestieren die "Gelbwesten" gegen Macrons Reformpolitik. Zwei Menschen kamen dabei bereits ums Leben, Hunderte wurden verletzt. Die Bewegung, benannt nach den Warnwesten im Auto, ist breit und diffus. Hinter ihr steht keine Gewerkschaft und keine Partei. Ursprünglich richtete sich die Bewegung gegen zu hohe Spritpreise und die geplante Ökosteuer Diesel. Mittlerweile ist sie zu einer Protestbewegung geworden, die sich gegen Macron persönlich richtet.

"Ich kämpfe nicht nur gegen den Treibstoffpreis. Es geht um die Steuern, die wir zahlen", sagte die Demonstrantin Catherine Marguier im Nordwesten Frankreichs. In einer Umfrage für die Zeitung "Le Figaro" bezeichneten 77 Prozent die Proteste für "gerechtfertigt". Viele Demonstranten befürchten allerdings, dass die Pariser Bilder brennender Straßenbarrikaden und vermummter Protestler mit gelben Westen der Bewegung schaden könnten.

Macron sprach von "Scham" angesichts der Gewalt auf den Straßen. An seinen Ökosteuer-Plänen will er festhalten. Nach Angaben aus seinem Umfeld will er am Dienstag bei der Vorstellung der lange erwarteten Energiewende-Pläne aber einen "Sozialpakt" präsentieren, um die Steuererhöhung auf Diesel "gerecht und demokratisch" auszugestalten.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert auf Mein ZDF! Abo beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Die Website verwendet Cookies, um Ihnen ein bestmögliches Angebot zu präsentieren. Nähere Informationen und die Möglichkeit, die Verwendung von Cookies einzuschränken finden Sie hier.

Sie wechseln in den Kinderbereich und bewegen sich mit Ihrem Kinderprofil weiter.