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Datenschutz - Patientenakte - so machen es die Nachbarn

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Der Umgang mit Patientendaten und die Einführung einer elektronischen Patientenakte ist in Deutschland ein heikles Thema. Im Ausland gibt es sie längst - ein Überblick.

Elektronische Gesundheitskarte - Typical
Elektronische Gesundheitskarte - Typical
Quelle: dpa

Vor drei Jahren wurde in Deutschland die elektronische Gesundheitskarte für alle Patienten verbindlich eingeführt. Doch bis auf Name, Geburtsdatum, Geschlecht und Krankenversichertennummer ist nicht viel auf der Karte gespeichert. Ziel war es ursprünglich, den Informationsaustausch zwischen den Leistungserbringern im Gesundheitssektor zu fördern. Doch davon ist man in Deutschland weit entfernt. Ganz zu schweigen von der Einführung einer Patientenakte.

In anderen europäischen Ländern ist man mit der elektronischen Gesundheitsakte schon weiter als in Deutschland. Sogenannte E-Akten, also Akten mit den medizinischen Behandlungsdaten der Versicherten, gibt es mittlerweile in Österreich, der Schweiz, Estland, Dänemark, Schweden und Großbritannien. Mal als patientengeführte Systeme, mal als zentrale Datenbanken, auf die nur Mediziner Zugriff haben.

Österreich: Elektronische Gesundheitsakte

In Österreich wurde im letzten Jahr die elektronische Gesundheitsakte "ELGA" eingeführt. Sie vernetzt Ärzte, Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen und Apotheken. Gespeichert sind Entlassungsbriefe, Röntgen- sowie Laborbefunde. Zugänglich sind die Daten für die Beteiligten mit Berechtigung und die Patienten. Sie können aber auch Befunde für den Zugriff sperren. In Österreich hat man die Einführung der Akte mit einem "Opt-Out-Verfahren" beschleunigt. Hier werden persönliche Daten gespeichert, sofern die Betroffenen nicht aktiv widersprechen.

Schweiz: Elektronisches Patientendossier

In der Schweiz ist Anfang 2017 das Gesetz über das elektronische Patientendossier (EPD) verabschiedet worden. Seit diesem Jahr wird eine stark föderalistisch organisierte elektronische Akte eingeführt, in die Bürger künftig auch eigene Dokumente und Daten einstellen können und via Webportal Zugriff haben. Darüberhinaus können Patienten in der Schweiz Zugriffsberechtigungen erteilen und Vertraulichkeitsstufen zuordnen.

Großbritannien: Datenkrake NHS

Sehr umstritten ist das Big-Data-Projekt des britischen Gesundheitsdienstes NHS. Hier werden Daten zentral gespeichert und für medizinische Studien ausgewertet. Wer nicht widerspricht, dessen Daten fließen in den Daten-Pool. Doch immer wieder gerät der NHS in Verdacht, Daten an Unberechtigte weiterzugeben. So sollen der Polizei Zugriff auf Patientenakten gewährt und Informationen an Versicherer weitergeleitet worden seien.

Estland: Durchdigitalisiert

Das digitale Vorzeigeland Estland ist am Fortschrittlichsten. Hier besitzt jeder Patient eine elektronische Akte. Alle Daten aus stationären und ambulanten Behandlungen fließen zusammen. Estland ist auch Vorreiter in der e-Medikation. Vorteil: Ärzte, Apotheker und Krankenhäuser erhalten einen Überblick über verordnete sowie in Apotheken abgegebene Arzneimittel.

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