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Nach Nordkoreas Atomwaffentest - Pentagon-Chef droht mit "massiver" Militäraktion

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Nordkorea dreht an der Eskalationsschraube. Trotz aller Sanktionen startet Machthaber Kim Jong Un einen neuen Atomwaffentest - angeblich eine mächtige Wasserstoffbombe. Die USA warnen, im Fall einer Bedrohung werde es eine massive militärische Antwort geben.

Trotz aller Sanktionen hat Nordkorea nach eigenen Angaben eine Wasserstoffbombe getestet – der bislang größte Atomwaffentest des Regimes. Das Erdbeben war bis in den Nordosten Chinas zu spüren.

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Auf Drohungen gegen die USA und Verbündete werde "eine massive Militärreaktion" folgen, "eine Reaktion, die sowohl effektiv als auch überwältigend" sei, sagte US-Verteidigungsminister James Mattis nach einem Treffen mit Präsident Donald Trump und nationalen Sicherheitsberatern. Die USA zielten nicht auf "die vollständige Vernichtung" Nordkoreas ab, hätten aber "viele Optionen, um das zu tun", sagte Mattis.

UN-Sicherheitsrat berät über Lage

Der UN-Sicherheitsrat berief für diesen Montag eine Sondersitzung ein. Der Antrag dafür wurde von den USA, Japan, Frankreich, Großbritannien und Südkorea gestellt. In weniger als sieben Tagen wird dies die zweite Zusammenkunft angesichts der Bedrohungen aus Pjöngjang sein. Am Dienstag hatte der Rat Nordkoreas jüngsten Raketentest, der auch einen Flug über Japan beinhaltete, scharf verurteilt. Am Sonntag ließ UN-Generalsekretär António Guterres mitteilen, durch den Kernwaffentest sei die regionale Sicherheit deutlich destabilisiert worden.

Nordkorea löste mit seinem sechsten und bisher stärksten Nuklearwaffentest weltweit Sorge und Empörung aus. Das Staatsfernsehen meldete, das Militär habe am Sonntag eine Wasserstoffbombe von "noch nie da gewesener" Kraft erfolgreich gezündet. Die Detonation löste ein Beben aus, das noch in China und Russland zu spüren war. Nach Einschätzung der japanischen Regierung hatte die Bombe eine Sprengkraft von bis zu 70 Kilotonnen, das wäre mehr als vier Mal so viel wie bei der Atombombe von Hiroshima.

Trump: Besänftigungspolitik gescheitert

Nach einer Reihe von Raketentests Nordkoreas wertete die Weltgemeinschaft den Nukleartest als neue Stufe der Eskalation. Nordkorea höre mit seinen feindseligen und gefährlichen Aktionen nicht auf, die südkoreanische Besänftigungspolitik sei gescheitert, schrieb US-Präsident Trump auf Twitter. "Die verstehen nur eins." Ob er damit auf militärische Gewalt anspielte, führte Trump nicht aus. Auf die Frage, ob ein Angriff auf Nordkorea nun eine Möglichkeit sei, sagte er später nur: "Wir werden sehen."

Nach einem Bericht der amtlichen chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua sprachen auch Präsident Xi Jinping und dessen russischer Kollege Wladimir Putin am Rande des Gipfeltreffens der Brics-Staaten über die Lage und bekräftigten ihr Bekenntnis für eine atomare Entwaffnung auf der koreanischen Halbinsel. Das chinesische Außenministerium erklärte in Richtung Pjöngjang: "Hören Sie auf mit fehlgeleiteten Aktionen, die die Situation verschlechtern".

USA planen neue Sanktionen

Auf China entfallen rund 90 Prozent des nordkoreanischen Handels und es gilt deshalb als Schlüssel, um die Regierung in Pjöngjang wirtschaftlich in die Knie zu zwingen. Die USA werfen Peking aber vor, die bestehenden Sanktionen nicht hart genug umzusetzen. "Nordkorea ist eine Schurkennation, die zu einer großen Bedrohung und zu einer Schmach für China geworden ist, das uns mit wenig Erfolg zu helfen versucht", schrieb Trump auf Twitter. Sein Finanzminister Steven Mnuchin sagte, die USA arbeiteten an neuen Sanktionen, um Nordkorea noch weiter zu isolieren.

Der UN-Sicherheitsrat hatte bereits Anfang August neue Sanktionen gegen Nordkorea beschlossen und könnte nun versuchen, mit weiteren Strafmaßnahmen die Schlinge noch enger zu ziehen. Bundesaußenminister Sigmar Gabriel sagte, der Sicherheitsrat werde sicherlich "in großer Geschlossenheit die erforderlichen Maßnahmen ergreifen". Der Leiter der Organisation des Vertrags über das umfassende Verbot von Nuklearversuchen, Lassina Zerbo, beklagte allerdings, die bisherigen UN-Sanktionen seien wirkungslos.

Die angeblich von Nordkorea verwendete Wasserstoffbombe ist eine Weiterenwicklung der im Zweiten Weltkrieg eingesetzten Atombomben und bei den Nuklearmächten längst Standard. Nordkorea testete eine solch gefährliche Waffe nach eigenen Angaben bereits einmal, im Januar 2016, bei den übrigen Tests kamen konventionelle Atombomben zum Einsatz, zuletzt im vergangenen September. Der Test wurde am Sonntag kurz nach Mittag Ortszeit unterirdisch in der Testanlage Punggye-ri vorgenommen. Die Stärke des Erdbebens legte nahe, dass es tatsächlich eine Wasserstoffbombe war.

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