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Pentagon-Chef Mark Esper - US-Truppen in Syrien sollen in den Irak

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Erstmals lässt sich das Pentagon beim US-Abzug aus Nordsyrien in die Karten schauen. Die meisten Soldaten sollen im West-Irak stationiert werden - und weiter gegen den IS vorgehen.

US-Soldaten während einer Patrouille mit türkischen Soldaten in Nordsyrien
US-Soldaten während einer Patrouille mit türkischen Soldaten in Nordsyrien.
Quelle: imago

Die bisher in Nordsyrien stationierten US-Truppen sollen in den Westirak verlegt werden. Dies teilte Pentagonchef Mark Esper vor Reportern mit, die ihn auf eine Nahostreise begleiteten. Demnach soll das US-Militär weiter Operationen gegen die Terrormiliz Islamischer Staat ausführen, um deren Wiedererstarken zu verhindern. Es sei auch nicht ausgeschlossen, dass die US-Truppen vom Irak aus zu Anti-Terror-Einsätzen in Syrien aufbrechen. Entsprechende Details würden aber noch ausgearbeitet.

700 Soldaten sollen in den Irak

Erstmals legte der Verteidigungsminister konkret dar, wohin die US-Truppen nach dem Rückzugsbefehl aus Syrien gehen und wie der Anti-IS-Kampf aussehen könnte. Esper ergänzte, er habe den Plan, mehr als 700 Soldaten in den Westen Iraks zu verlegen, bereits mit seinem irakischen Amtskollegen abgesprochen.

Zwischen 200 und 300 US-Soldaten sollen im südsyrischen Stützpunkt in Al-Tanf verbleiben. Die restlichen Truppen sollen dabei helfen, den Irak zu verteidigen und gegen den IS vorzugehen, sagte Esper. Doch seien noch Änderungen am aktuellen Plan möglich.

Über die weiteren Schritte bei der Anti-IS-Mission wolle er kommende Woche bei einem Nato-Treffen mit Verbündeten beraten. Mit internationalen Partnern solle im Laufe der Zeit auch erörtert werden, ob US-Sondereinheiten unilaterale Militäreinsätze gegen den IS in Syrien ausführen könnten, sagte Esper.

Derzeit 5.000 US-Truppen im Irak

Derzeit haben die USA mehr als 5.000 Soldaten im Irak - gemäß einer bilateralen Einigung. Im Jahr 2011 hatten die USA nach dem Ende der Kampfhandlungen ihre Truppen aus dem Land abgezogen. Doch zeigte das US-Militär dort wieder Präsenz, nachdem die IS-Miliz 2014 große Teile des Iraks einnahm.

US-Präsident Donald Trump hatte kürzlich den Abzug der rund 1.000 amerikanischen Soldaten aus Nordsyrien befohlen und sich damit massive Kritik auch aus den eigenen Reihen eingehandelt. Vielfach wurde der Vorwurf des Verrats an den syrisch-kurdischen Milizen laut, die jahrelang an der Seite der USA gegen den IS gekämpft hatten.

Syrien-Rückzug der USA beförderte Türkei-Einmarsch

Denn der Rückzug der US-Truppen ebnete zuletzt einer türkischen Militäroffensive gegen die syrisch-kurdischen Kämpfer den Weg. Ankara sieht Verbindungen der syrisch-kurdischen Miliz YPG zu kurdischen Untergrundkämpfern in der Türkei. Daher stuft sie die Gruppe als Terrororganisation ein.

Diese Woche einigte sich die US-Regierung mit Ankara auf eine Feuerpause in Nordsyrien. Esper räumte ein, dass es trotz der Vereinbarung vereinzelt Kämpfe gebe. Doch scheine die Feuerpause zu halten.

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