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Sternschnuppenspektakel - Sternschnuppen: Große Wünsche, kleine Schritte

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Massenhaft Wünsche frei? Das wäre was! Ja, und vielleicht wird ja sogar was draus an diesem Wochenende: In der Nacht zu Sonntag werden viele hundert Sternschnuppen zu sehen sein. Wenn da nicht mal endlich die Richtige für einen passenden Wunsch dabei ist! Aber für welchen eigentlich?

Meteorschauer: Warum Sie in der Nacht zum 13. August besonders viele Sternschnuppen sehen können.

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Die Perseiden sind da. Bis zu 150 Sternschnuppen pro Stunde - theoretisch zumindest: Dass wir uns in der kommenden Nacht über so viele Glücksbringer freuen dürfen, haben wir dem Kometen 109P/Swift-Tuttle zu verdanken. Die Spur an Staub, die er im All hinterlassen hat, das sind die Perseiden. Und diese kommen uns dieser Tage - wie jeden August - so nah, dass die Kleinteilchen in die Atmosphäre der Erde eintreten und dort verglühen. Sternschnuppenalarm also.

Wer nichts tut, erreicht auch nichts

Auch wenn so ein Himmelsspektakel für manchen früher vielleicht einmal bedrohlich war: Uns Erdbewohner freut es heute, wenn Luftmoleküle da im Sekundentakt zum Leuchten gebracht werden - seit nachgewiesen mehr als 2000 Jahren schon. Und fast immer wird die Sichtung einer Sternschnuppe hiermit in einem Atemzug genannt: Wünsch dir was! Und ab da wird es auch schon komplizierter. Schließlich sollen Wünsche ja in Erfüllung gehen, sonst bleibt am Ende möglicherweise nur Frust darüber, dass das Gewünschte eben doch nicht eingetreten ist.

Also: Was darf ich mir eigentlich wünschen, was ist im Rahmen des, sagen wir mal Anständigen? "Natürlich dürfen wir uns Tagträumen hingeben und zunächst auch ganz unrealistische Wünsche haben", sagt Dominik Dallwitz-Wegner. Glück ist das Spezialgebiet des Hamburger Soziologen. Langfristig jedoch machen einen die ganz großen, weit entfernten Wunschvorstellungen alleine nicht glücklich: "Wenn ich nur zu Hause auf dem Sofa sitze und gar nichts tue, wird auch nichts passieren."

Weiß ich überhaupt, was ich will?

Visionen und Wünsche dürfen, so Dallwitz-Wegner, ruhig ein Leuchtturm sein, "den ich vielleicht auch nie erreiche". Viel spannender aber seien die kleinen Stationen dazwischen. "Wenn ich den großen Gipfel erträume, kann ich mich doch auf dem Weg dorthin an dem kleinen See und den Blumen und Kräutern am Hang freuen. Dies sind die Punkte, die uns glücklich machen, wenn wir uns auf ein Ziel hin bewegen." Wer ausschließlich die großen Ideen vor Augen habe, erlebe deutlich schneller Frust.

Womit auch schon die nächste Frage im Raum steht: Weiß ich überhaupt, was ich will? "Die meisten sagen da erst einmal 'ja'. Aber dann sehe ich, wie die Räder im Hirn anfangen zu arbeiten", berichtet der Soziologe. "Ich frage in meinen Seminaren dann gerne, auf was man wohl am liebsten zurückblicken möchte, wenn man seinen 80. Geburtstag feiert." Ja, da sind mein Haus, mein Boot, meine Pferde dann eben oft nicht genug.

Erfolg garantiert noch kein Glück

Ohnehin hat so manche Umfrage schon ergeben, dass sich Menschen, hätten sie drei Wünsche frei, beispielsweise eher für ein sicheres Einkommen statt für unermesslichen Reichtum und für Gesundheit für sich und die Familie statt für ewiges Leben entscheiden würden. Immer noch große Ziele - für die man aber tatsächlich selbst aktiv werden kann. "Wenn ich möchte, dass meine Familie gesund bleibt, verzichte ich eher auf Fertignahrung und Süßigkeiten und koche häufiger gemeinsam frisch", so der Soziologe. "Und am Ende des Monats schaue ich auf die Bilanz: Haben wir weniger Süßigkeiten und mehr Obst und Salat gegessen?" So einfach? Scheint so.

Womit wir, wenn wir einmal bei den erfüllten kleinen Zielen sind, schon wieder den nächsten Stolperstein hätten: unsere eigene Zufriedenheit damit. Stichwort beruflicher Erfolg und Wohlstand. "Es gibt so einige Führungskräfte, die einfach nicht genießen können, was sie erreicht haben. Erfolg garantiert noch lange kein Glück." Nicht jedem falle es leicht, Achtsamkeit und Freude zu empfinden, weiß der Glücks-Coach.

Ein Sechser im Lotto? Die Chancen sind bekannt

Alles eben - wie so oft im Leben - eine Frage des Blickwinkels. Natürlich darf ich mir einen Sechser im Lotto wünschen. Die Chancen sind bekannt. Ich kann mir aber auch mehr Glück in der Familie wünschen - und im Umkehrschluss zunächst zwei Stunden mehr Zeit pro Woche für die Kinder freischaufeln. Und später dann drei oder vier... . Große Wünsche, kleine Schritte: Vielleicht ein schöner Ansatz für alle, die sich auf das Wunschkonzert in der kommenden Nacht freuen. Perseiden, wir kommen!

PS: Und jetzt noch ein ganz einfacher Wunsch: heute Nacht bitte freie Sicht.

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