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Verhandlung unterbrochen - NSU-Prozess: Plädoyers verschoben

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Nach vier Jahren Verhandlungszeit, Dutzenden gehörten Zeugen und mehrerer Gutachten sollte der NSU-Prozess gegen die Hauptangeklagte Beate Zschäpe heute in die Schlussphase gehen. Doch nun kippt der Termin wegen eines Streits um Tonbandmitschnitte. Mit Plädoyers ist frühestens nächste Woche zu rechnen.

Im Mai 2013 begann der Prozess im Fall der rechtsextremen Terrorzelle NSU. Nun sollte die Bundesanwaltschaft mit ihrem Plädoyer beginnen. Stattdessen gab es erneut Diskussionen und Verzögerungen.

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Das mit Spannung erwartete Plädoyer der Bundesanwaltschaft im NSU-Prozess vor dem Oberlandesgericht München kann frühestens in der kommenden Woche beginnen. Grund ist die Forderung der Verteidiger der Angeklagten in dem Verfahren, das Plädoyer für eine bessere Verständlichkeit aufzuzeichnen. Nach einer mehrstündigen Auseinandersetzung darüber vertagte der Vorsitzende Richter Manfred Götzl das Verfahren auf den kommenden Dienstag.

Plädoyer der Bundesanwaltschaft soll 22 Stunden dauern

In dem inzwischen mehr als vier Jahre dauernden Prozess sollte die Anklagebehörde eigentlich am Mittwoch ihr Plädoyer beginnen. Bundesanwalt Herbert Diemer bezifferte die nötige Zeit dafür auf etwa 22 Stunden. Die Anwälte der Angeklagten Beate Zschäpe und Ralf Wohlleben beantragten eine Audioaufzeichnung des Plädoyers oder hilfsweise eine stenografische Mitschrift, um dieses angesichts des Umfangs leichter nachvollziehen zu können.

Das Gericht lehnte dies ursprünglich ab, gegen diese Entscheidung wehrten sich die Verteidiger aber mit einer neuerlichen Erklärung. Ihre Mandanten seien nicht in der Lage, dem langen Vortrag ausreichend zu folgen, argumentierten die Verteidiger. Die Verteidiger der drei Mitangeklagten schlossen sich dieser Forderung an.

Gericht will über Aufzeichnung des Plädoyers entscheiden

Während die Bundesanwaltschaft mit Blick auf die Strafprozessordnung, die nur ein mündliches Verfahren vorsehe, solch eine Verschriftlichung ablehnte, beharrten die Verteidiger auch nach einer Debatte mit dem Gericht auf ihrer Forderung. Das Gericht setzte zur Beratung darüber den für Donnerstag geplanten Sitzungstag ab. Am Dienstag soll nun zunächst über eine mögliche Aufzeichnung entschieden werden. Ob dann das Plädoyer beginnen kann, ist offen.

In dem Verfahren gegen die Hauptangeklagte Beate Zschäpe und vier mutmaßliche NSU-Helfer geht es um die zehn Morde, zwei Bombenanschläge und mehr als ein Dutzend Raubüberfälle, die dem Nationalsozialistischen Untergrund (NSU) vorgeworfen werden.

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