ZDFheute

Wie die Schweiz ihre Straßen sicherer macht

Sie sind hier:

"Via Sicura" - Wie die Schweiz ihre Straßen sicherer macht

Datum:

Auto, Rad, E-Roller: Die Zahl der Verkehrsteilnehmer wächst rasant. Pro Jahr sterben weltweit 1,35 Millionen Menschen bei Unfällen. Die Schweiz will ihre Straßen sicherer machen.

Auf Deutschlands Straßen verlieren jedes Jahr mehr als 3.000 Menschen ihr Leben, Hunderttausende werden verletzt. Viele Unfälle könnten aber mit einfachen Rezepten verhindert werden.

Beitragslänge:
1 min
Datum:

Vor sieben Jahren hat die Schweiz ein Aktionsprogramm auf den Weg gebracht, mit dem Ziel, Unfälle und damit auch die Anzahl der Toten und Verletzten im Straßenverkehr drastisch zu senken. "Via sicura" - "Der sichere Weg" heißt das Schweizer Konzept. Besonders im Fokus ist dabei die Unfallursache Nummer eins: Fehlverhalten der Fahrer.

Hohe Geldbußen bei Tempoüberschreitung

Erhöhte Geschwindigkeit ist eine der Hauptgefahrenquellen im Straßenverkehr. Um Rasern einen Riegel vorzuschieben, setzt die Schweiz auf drastische Strafen bei Tempoüberschreitung. Im Vergleich zu Deutschland sind die Geldbußen fast zehnmal höher.

Das sogenannte Rasergesetz geht noch weiter: Wer innerorts 50 km/h oder mehr zu schnell fährt, riskiert:

  • die Beschlagnahmung des Fahrzeugs,
  • langen Führerscheinentzug und
  • eine Freiheitsstrafe von bis zu vier Jahren.
Je mehr Kontrollen der Verkehrsteilnehmer befürchten muss, desto mehr wirkt das.
Frank Rüfenacht, Kantonspolizist

Im Kanton Bern hat sich die Zahl der Unfälle durch unangepasste Geschwindigkeit seit "Via sicura" mehr als halbiert. "Je mehr Kontrollen der Verkehrsteilnehmer befürchten muss, desto mehr wirkt das", bestätigt der Kantonspolizist Frank Rüfenacht. Er führt zusammen mit seinen Kollegen regelmäßig Radarkontrollen durch und ist davon überzeugt, dass dadurch Unfälle vermieden werden können.

Senioren müssen Fahrtauglichkeit unter Beweis stellen

Vor allem jungen Fahrern und Senioren wird oft die Hauptschuld an Verkehrsunfällen zugesprochen. Das liegt bei den Fahranfängern meist an fehlender Fahrpraxis oder Selbstüberschätzung und bei den älteren Semestern an altersbedingten Einschränkungen.

Das Risiko der Senioren in einem Pkw zu verunglücken, ist laut Statistischem Bundesamt in Deutschland seit 1980 um 24,8 Prozent gestiegen. Eine ähnliche Entwicklung gibt es auch in der Schweiz. Dort nimmt das Risiko bei einem Verkehrsunfall schwerverletzt oder getötet zu werden ebenfalls ab dem 65. Lebensjahr deutlich zu.

Ein Grund für unser Nachbarland zu handeln: Senioren müssen in der Schweiz ab dem 75. Lebensjahr ihre Fahrtauglichkeit bei einem Facharzt unter Beweis stellen. Alle zwei Jahre muss die Untersuchung wiederholt werden. Es werden kognitive Fähigkeiten und Reflexe getestet, die für eine sichere Fahrzeugführung nötig sind. Das Verkehrsamt entscheidet dann, ob der Senior seinen Führerschein behalten darf. In Deutschland gilt der Führerschein hingegen auf Lebenszeit, eine erneute Überprüfung ist nicht vorgesehen.

Ein Rentner ist in der Schweiz mit seinem Auto auf einer Autobahn in der Schweiz unterwegs.
Ein Rentner steuert einen Pkw auf einer Autobahn in der Schweiz.

Immer wieder neue Maßnahmen im Zuge von "Via sicura"

Seit 2013 werden in der Schweiz immer wieder neue Maßnahmen im Zuge von "Via sicura" in die Praxis umgesetzt, das umfasst unter anderem:

  • das mittlerweile obligatorische Fahren mit Licht am Tag,
  • das Alkoholverbot von bestimmten Personengruppen wie etwa Lkw-Fahrern
  • und die Behebung von Unfallschwerpunkten und Gefahrenstellen im Straßennetz.

Das sind Maßnahmen, die wirken: 2012, bevor "Via sicura" in Kraft getreten ist, starben in der Schweiz 339 Menschen bei Verkehrsunfällen. 2018 waren es nur noch 233 Tote - ein Rückgang um fast ein Drittel. In Deutschland ist im selben Zeitraum die Zahl der Verkehrstoten um gerade einmal zehn Prozent zurückgegangen.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Zur Merkliste hinzugefügt! Merken beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Um zu verstehen, wie unsere Webseite genutzt wird und um dir ein interessenbezogenes Angebot präsentieren zu können, nutzen wir Cookies und andere Techniken. Hier kannst du mehr erfahren und hier widersprechen.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, kannst du jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigst du dein Ausweisdokument.

Du wechselst in den Kinderbereich und bewegst dich mit deinem Kinderprofil weiter.