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Neues Mobilfunknetz - 5G - zwischen Datenspeed und Strahlenangst

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Die Mobilfunkgeneration 5G gilt als Netz der Superlative: Daten werden 100mal so schnell übertragen wie im derzeitigen LTE-Netz. Doch Wissenschaftler warnen vor der Strahlengefahr.

In der chinesischen Millionenstadt Shenzhen hat die neue Zeitrechnung bereits begonnen: Seit einigen Wochen funktioniert das neue Mobilfunknetz 5G in den ersten Vierteln der Stadt. Für die User bedeutet das: Die Ladezeiten beim Streamen oder Downloaden haben sich extrem verkürzt, selbst komplexe Spiele laufen ruckelfrei. 16 TV-Programme kann man während einer Busfahrt gleichzeitig schauen.

Davon sind wir in Deutschland noch ein Stück weit entfernt. Hier startet derzeit der erste Netzbetreiber sein 5G-Angebot für private Nutzer in 20 deutschen Städten. Auch die anderen Anbieter wollen in den Großstädten beginnen und ihr Angebot schrittweise ausbauen.

Neue Möglichkeiten durch 5G

Archiv: Smartphone
5G bietet neue Möglichkeiten in der Datenübertragung - doch birgt es auch Risiken?
Quelle: imago

In den letzten zwei Jahren haben die deutschen Telekommunikationsunternehmen auf Testfeldern erprobt, wie die 5G-Welt von morgen aussehen könnte – im Hamburger Hafen beispielsweise auf einer 8.000 Hektar großen Fläche. Eine 5G-Antenne auf dem "Tele-Michel" strahlte über die City Richtung Hafen. Die neue Verbindung ermöglichte eine intelligente Ampelsteuerung im Containerhafen und neue Überwachungssysteme für Schleusen und Bauwerke. Die Daten wurden schneller übertragen und in Echtzeit verarbeitet.

Auch neue Verkehrslösungen sind dank 5G bald möglich: Lkw-Kolonnen beispielsweise, gesteuert von einem einzigen Fahrer. Die anderen Wagen folgen automatisiert in engem Abstand. Die Reaktionszeiten bei dem sogenannten "Platooning" betragen weniger als eine Sekunde. Das größte Problem des autonomen Fahrens wird damit lösbar. Für die Industrie 4.0 ist die neue Mobilfunkgeneration unverzichtbar. Smart Citys und das Internet der Dinge werden so bald Realität.

Ein neues Netz soll mobiles Internet noch schneller machen: 5G. So mancher Forscher sieht dahinter jedoch auch hohe Risiken für die Gesundheit.

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Wie gefährlich ist 5G?

Wissenschaftler und Aktivisten warnen jedoch vor möglichen gesundheitlichen Folgen der elektromagnetischen Strahlen. Kürzere Wellen, Sendeanlagen an jeder Straßenecke – die Belastung wird in den nächsten Jahren eher zunehmen, befürchtet Professor Wilfried Kühling vom Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND): "Diese Antennen werden überall stehen - alle 50, 70, 100 Meter. Und da sie so nah dran und vielfältig sind, wird die Gesamtbelastung steigen."

Kühling glaubt: Jede Strahlung, ob vom Fernseher oder vom Router, hat Auswirkungen auf den menschlichen Körper. 5G werde da keine Ausnahme sein. Was genau die Mikrowellen im Körper auslösen, lasse sich noch nicht sagen, sagt Kühling. Zu neu seien die künftig eingesetzten Frequenzen von 26 und mehr Gigahertz.

Archiv: Mobilfunknetz 5G
Die Strahlenbelastung durch 5G auf den Menschen ist noch nicht ausreichend erforscht. Kritiker fürchten gesundheitliche Schäden.
Quelle: imago

Das amerikanische Gesundheitsinstitut in Bethesda hat die Auswirkung der Mobilfunkstrahlen in einer Langzeitstudie untersucht. Zwei Jahre lang setzten Forscher Laborratten intensiver Strahlung aus: neun Stunden täglich, mit einer Dosis von 900 und 1.900 Megahertz - gebräuchlichen Mobilfunk-Frequenzen. Die bestrahlten Ratten erkrankten häufiger an Krebs als die Tiere in der Kontrollgruppe.

Mobilfunkkritiker fühlen sich durch die Studie bestätigt. Andere Experten geben zu bedenken, dass Menschen nicht so intensiv und kontinuierlich bestrahlt werden wie in der Studie, und die Ergebnisse deshalb nicht übertragbar seien.

Bundesamt für Strahlenschutz sieht Forschungsbedarf

Das deutsche Bundesamt für Strahlenschutz glaubt, dass die derzeitigen Grenzwerte ausreichen, sieht aber Forschungsbedarf. "Es gibt noch offene Fragen, weil die Datenlage für diese neuen Frequenzen noch nicht so dicht ist. Und da werden wir jetzt forschen", verspricht Inge Paulini, Präsidentin des Bundesamtes für Strahlenschutz. Die jetzt versteigerten Frequenzbänder im 3,4 Gigahertz-Bereich seien aber unbedenklich, sagt sie.

Das schnelle 5G-Netz scheint die Zukunft zu sein. Was die Strahlen aber letztlich für die Gesundheit der Menschen bedeuten, lässt sich wohl erst in einigen Jahren mit Gewissheit sagen.

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