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Wo sich Polarfüchse ihr Fast Food holen

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Skandinaviens Paradiese - Wo sich Polarfüchse ihr Fast Food holen

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In Norwegen und Finnland sind außerhalb der Städte viele Gebiete fast menschenleer. Um die dort lebenden seltenen Tiere zu schützen, sind Forscher und Naturschützer im Einsatz.

Die nordischen Länder beeindrucken mit einer grandiosen Natur. Um diesen Schatz zu erhalten, kämpfen engagierte Forscher und Naturschützer an entlegenen Orten.

Beitragslänge:
43 min
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Die finnische Saimaa-Seenplatte und das Hallingskarvet-Hochplateau in Norwegen gehören zu "Skandinaviens versteckten Paradiesen". Ihre außergewöhnlichen Landschaften bieten seltenen Tieren eine Heimat - wie dem Polarfuchs und der Saimaa-Ringelrobbe.

Neue Chance für den Polarfuchs

Polarfuchs
Polarfüchse galten vor einigen Jahrzehnten als beinah ausgerottet.
Quelle: dpa

Ohne Petter Braaten und Kristoffer Ullern Hansen gäbe es auf dem norwegischen Hochplateau Hallingskarvet wahrscheinlich keine Polarfüchse mehr. Seit den 30er-Jahren waren sie fast ausgerottet, genauso wie in Schweden und Finnland. Ihr Verhängnis war der schneeweiße Winterpelz, der in Mode kam. In Norwegen gab es 2010 weniger als 1.000 freilebende Polarfüchse und so startete die Umweltbehörde der Regierung ein Zucht- und Auswilderungsprogramm, um die kleinen Eisfüchse wieder in ihren ursprünglichen Lebensräumen anzusiedeln.

Einer von ihnen ist das Bergmassiv Hallingskarvet, es gehört zum gleichnamigen Nationalpark. In dieser kalten, kargen Welt fühlt sich der Polarfuchs wohl, er ist perfekt angepasst an die arktischen Temperaturen. Alle Polarfüchse, die heute den Nationalpark Hallingskarvet durchstreifen, stammen aus Oppdal in Mittelnorwegen. Die ersten 42 Jungtiere wurden vor neun Jahren auf der Hochebene ausgewildert.

Petter Braaten
Petter Braaten kämpft für den Erhalt der Polarfüchse.
Quelle: ZDF/Jürgen Heck

Bis ihr Bestand wieder ein nachhaltiges Niveau erreicht, bekommen die Polarfüchse Futter. Und so sind Petter Braaten und sein Kollege jedes Jahr rund 1.000 Kilometer mit ihren Schneemobilen unterwegs. Regelmäßig füllen sie 21 Futtertonnen mit Hundetrockenfutter. Die Fast Food-Restaurants für Polarfüchse stehen an 14 verschiedenen Stellen und werden gut angenommen. Mit Hilfe der angebrachten Wildkameras können die Ranger alle Tiere identifizieren. Zur Kontrolle der Polarfuchsbestände sammeln sie regelmäßig DNA-Proben an den Futtertonnen und beim Chippen der Neugeborenen.

Sechs Würfe gab es im vergangenen Jahr allein in der Umgebung des Ortes Finse auf dem Hallingskarvet, im ganzen Land waren es 58. Es gibt also Hoffnung für den Polarfuchs in Norwegen.

Karte: Hallingskarvet (Norwegen), Saimaa (Finnland)
Karte: Hallingskarvet (Norwegen), Saimaa (Finnland)
Quelle: ZDF

Saimaa-Ringelrobben brauchen Schnee

Saimaa-Ringelrobbe
Seit 1955 steht die Saimaa-Ringelrobbe unter Schutz.
Quelle: imago

In Finnland nahe der russischen Grenze erstreckt sich die schier unendliche Saimaa-Seenplatte. Mit über 4.000 Quadratkilometern Fläche und einer Uferlänge von rund 15.000 Kilometern ist er der größte See des Landes und Heimat einer der seltensten Robbenarten der Welt. Von der Saimaa-Ringelrobbe leben etwa noch 380 Exemplare.

Die isolierte Population entstand nach der letzten Eiszeit: Durch Landhebung wurden die Robben in dem neu entstandenen Süßwassersee abgetrennt. Wie der Eisfuchs wurde auch die Saimaa-Ringelrobbe durch die Jagd beinahe ausgelöscht. Erst 1955 stellte man die schwindenden Bestände der Saimaa-Ringelrobbe unter Schutz.

Ismo Marttinen
Ismo Marttinen setzt sich für den Schutz der seltenen Robben an.
Quelle: ZDF/Rasmus Sievers

Dennoch ging ihre Anzahl weiter zurück, bis in den 80er-Jahren nur noch knapp 120 Tiere übrig waren. Seit über 30 Jahren kämpft Ismo Marttinen unermüdlich für den Erhalt der kostbaren Robben. Eine Gefahr sind nach wie vor Fischernetze, in denen sich die Tiere verheddern und oft ertrinken.

Ein zweites großes Problem sind die steigenden Temperaturen. Denn Saimaa-Ringelrobben brauchen Schnee. In Schneeverwehungen am Seeufer bauen die Robbenmütter Geburtshöhlen für ihre Jungen.

Ohne Schneehöhlen sind die Robbenbabys schutzlos Kälte und Beutegreifern ausgeliefert und haben kaum eine Überlebenschance. Um das zu verhindern, starten Ismo Martinnen, seine Kollegen und freiwillige Helfer jedes Jahr eine einfache, aber wirksame Aktion: An den bekannten Geburtsplätzen schieben sie Schnee zusammen.

Die letzten Jahre waren gute Saimaa-Robben-Jahre, die besten seit langem. 2019 wurden mehr als 60 Jungtiere geboren, auch wenn nicht alle überlebten. Trotzdem sind die Zukunftsaussichten für die finnischen Saimaa-Ringelrobben gar nicht so schlecht, solange es engagierte Tierschützer wie Ismo Martinnen gibt.

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