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WM-Auftakt gegen Senegal - Polen setzt auf Lewandowski

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Polen setzt vor dem Auftakt gegen Senegal große Hoffnungen in seine goldene Generation. Dennoch hängt diese maßgeblich von Bayern-Stürmer Robert Lewandowski ab.

Robert Lewandowski im Abschlusstraining Polen am 18.6.2018 vor der WM
Robert Lewandowski im Abschlusstraining Polen am 18.6.2018 vor der WM Quelle: dpa

Von einer goldenen Generation sprechen sie in Polen, von Leistungsträgern, die nun vielleicht vor einer einmaligen Chance stehen, auf der ganz großen WM-Bühne für Aufsehen zu sorgen. Oft hatte die Nationalmannschaft des Nachbarlandes dazu in der jüngeren Vergangenheit nicht die Gelegenheit.

"Die beste Nummer 9 der Welt"

Letztmals waren die Polen bei der WM 2006 dabei, weshalb die Qualifikation für die Endrunde zwölf Jahre später allein schon als Beleg für eine besonders befähigte Auswahl durchgeht. Große Hoffnungen werden in Leistungsträger wie die Offensivspieler Piotr Zielinski, Arkadiusz Milik (beide SSC Neapel), den defensiven Mittelfeldkämpfer Grzegorz Krychowiak (West Bromwich) und in den Abwehrchef Kamil Glik (AS Monaco) gesetzt, der allerdings mit einer Schulterblessur nach Russland gereist war. Doch über allen steht natürlich Robert Lewandowski, der Bayern-Stürmer, auf den sich die Erwartungen vereinen. "Er ist die beste Nummer 9 der Welt", sagt sein Trainer Adam Nawalka und nennt ihn "die Dampflokomotive, die unser Team antreibt".

Heute wird sich in Moskau zeigen, ob die großen Erwartungen der polnischen Fans in die Mannschaft und ihren Kapitän gerechtfertigt sind. Zum Auftakt geht es gegen die Mannschaft aus dem Senegal, die ihrerseits ebenfalls als goldene Generation wahrgenommen wird. Aliou Cissé, 42, der jüngste Trainer der WM, hat eine Mannschaft mit vielen Spielern aus den europäischen Topligen beisammen. Allen voran Stürmer Sadio Mané vom Champions-League-Finalisten FC Liverpool, aber auch so schlachtenerprobte Profis wie den Innenverteidiger Kalidou Koulibaly vom SSC Neapel oder den zentralen Mittelfeldspieler Idrissa Gueye vom FC Everton. Doch anders als bei Polen ist nicht alles auf einen Spieler zugeschnitten. Anders als bei Lewandowski.

Eierlegende Wollmilchsau

Dem 29-Jährigen kommt eine Rolle zu, die dem Bild der eierlegenden Wollmichsau entspricht. Er ist nicht nur für die Tore verantwortlich, er gibt auch den Spielgestalter und Arbeiter. Mit ihm steht und fällt das Spiel, doch gefordert ist der Rekordtorschütze seines Landes auch als Helfer für die Kollegen, indem er die Aufmerksamkeit der Gegner auf sich zieht und dadurch Räume schafft, die andere für sich nutzen sollen. 

Er mache die "Drecksarbeit", wie Lewandowski es im kicker nannte, aber gern. "Was bringt es mir, wenn ich ein Tor mehr schieße, wir aber schon nach der Gruppenphase nach Hause fahren", sagte er. Torschützenkönig der WM zu werden, hält er ohnehin für "kein realistisches Ziel", weil es dafür wohl schon sehr weit gehen müsste im Turnier. Wichtige Tore bei der WM zu erzielen, wäre nach den jüngsten Debatten beim FC Bayern aber auch in Lewandowskis Sinne. Das Stigma, in den großen Spielen weniger zur Geltung zu kommen, hofft er nun bei der WM wieder loszuwerden. Und nebenbei wäre dies auch seinen mal mehr, mal weniger deutlichen Wechselabsichten durchaus zuträglich, wenngleich die Bayern ihn für unverkäuflich erklärt haben.

Unwucht im Kader

In der Qualifikation zur WM hatte er seine Kernkompetenz voll zur Geltung bringen können. In zehn Spielen gelangen ihm 16 Tore, insgesamt kam die polnische Auswahl auf 28. Lewandowskis hoher Anteil am Ertrag allein zeigt schon die Abhängigkeit der Mannschaft von ihrem Angreifer, der an guten Tagen Weltklasse spielt. Für Polens Defensive allerdings gilt dies nicht. 14 Gegentore in der Qualifikation, so viele wie kein anderer europäischer WM-Teilnehmer, sprechen für eine Unwucht im Kader, die auch durch zwölf Standardtore aufgefangen wurde, ebenso ein Topwert. Lewandowski ahnt, dass ein bestärkendes erstes Spiel gegen den Senegal "extrem bedeutsam" wäre für den weiteren Turnierverlauf.

Zuletzt hatte es Polen bei der EM 2016 in Frankreich bis ins Viertelfinale geschafft. Lewandowski war dabei zwar nur ein Tor gelungen, wie auch bei der EM 2012. Doch damals hatte er seine weiteren Aufgaben in Polens Mannschaft so gut erfüllt, dass seine fehlenden Tore nicht ins Gewicht fielen. Nun, bei seiner ersten WM, wäre es hilfreich, wenn er auch noch häufiger treffen würde. Es wäre wohl für alle Vertreter und Anhänger der goldenen Generation eine gute Nachricht.

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