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Politbarometer - Schwarz-Gelb knapp möglich

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Drei Wochen vor der Bundestagswahl sind nach den Zahlen des ZDF-Politbarometers drei Koalitionen denkbar: Neben einer erneuten Großen Koalition gibt es eine deutliche Mehrheit für eine Jamaika-Koalition aus Union, Grünen und FDP. In dieser Momentaufnahme hätte auch Schwarz-Gelb eine hauchdünne Mehrheit.

Noch drei Wochen bis zur Bundestagswahl. Nach neuesten Zahlen des Politibarometers liegt die Union weiter deutlich vor der SPD. Spannend wird die Frage, welche Koalition eine Mehrheit bekommen könnte.

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Gut drei Wochen vor der Bundestagswahl geben 44 Prozent und damit etwas mehr als vor vier Jahren (37 Prozent) an, sich sehr stark oder stark für den Wahlkampf zu interessieren, 55 Prozent (vor vier Jahren: 62 Prozent) bekunden wenig oder gar kein Interesse daran. 56 Prozent finden den Wahlkampf, so wie er zurzeit geführt wird, eher langweilig. Für 34 Prozent ist dies nicht der Fall.

Schwarz-Gelb könnte knapp möglich sein

Wahlzetter wird in eine wahlurne geworfen
In der Sonntagsfrage liegt die Union weiterhin deutlich vor der SPD. Quelle: dpa

In der Politbarometer-Projektion liegt die Union weiterhin sehr deutlich vor der SPD: Wenn am nächsten Sonntag wirklich Bundestagswahl wäre, käme die CDU/CSU unverändert auf 39 Prozent und die SPD wie zuletzt auf 22 Prozent. Die Linke bliebe bei neun Prozent und die Grünen bei acht Prozent. Die FDP könnte mit zehn Prozent (plus eins) erneut zulegen und die AfD verschlechterte sich auf acht Prozent (minus eins). Die anderen Parteien zusammen erreichten vier Prozent (unverändert).

Damit gäbe es neben einer Großen Koalition auch eine klare Mehrheit für eine Regierung aus CDU/CSU, Grüne und FDP. Ganz knapp könnte es auch für Schwarz-Gelb reichen, nicht jedoch für Rot-Rot-Grün oder eine Ampel aus SPD, Grüne und FDP.

Top Ten: Merkel verbessert

Auf der Liste der nach Meinung der Befragten zehn wichtigsten Politikerinnen und Politiker liegt Angela Merkel weiterhin auf Platz eins, mit einer Durchschnittsnote von 2,1 (hier und im Folgenden Vergleichswert aus Aug. II: 1,7) auf der Skala von +5 bis -5 kann sie sich deutlich verbessern. Auf Platz zwei folgt Wolfgang Schäuble mit 1,9 (1,7), dann Sigmar Gabriel mit 1,4 (1,4) und Thomas de Maizière mit 0,9 (1,0).

Danach kommen Christian Lindner mit 0,9 (0,9), Cem Özdemir mit 0,8 (0,6), Martin Schulz mit 0,7 (0,7) und Horst Seehofer mit 0,6 (0,5). Am unteren Ende stehen Ursula von der Leyen mit 0,3 (0,3) und Sahra Wagenknecht mit minus 0,3 (minus 0,3).

Kanzlerfrage: Abstand vergrößert

Angela Merkel und Martin Schulz
Der Abstand zwischen Merkel und Schulz vergrößert sich wieder. Quelle: dpa

Nach einer kleinen Annäherung letzte Woche vergrößert sich bei der K-Frage der Abstand zwischen Angela Merkel und ihrem Herausforderer jetzt wieder. 57 Prozent (Aug. II: 55 Prozent) hätten lieber Angela Merkel weiterhin als Bundeskanzlerin, 28 Prozent (Aug. II: 34 Prozent) sprechen sich für Martin Schulz aus. Dabei hat Merkel die eigenen Reihen (97 Prozent) geschlossen hinter sich, bei Schulz fällt die Unterstützung durch die SPD-Anhänger (75 Prozent) etwas geringer aus.

Kanzlerkandidaten-Profil

Angela Merkel wird sowohl beim Eigenschafts- als auch beim Kompetenzvergleich fast durchgängig besser bewertet als Martin Schulz. So halten 38 Prozent Merkel für glaubwürdiger und elf Prozent Schulz, 44 Prozent sehen keinen großen Unterschied zwischen den beiden. Sympathischer finden 42 Prozent Merkel und 19 Prozent Schulz (kein großer Unterschied: 34 Prozent). Größeren Sachverstand bescheinigen 49 Prozent Merkel und nur sieben Prozent Schulz (kein großer Unterschied: 33 Prozent).

Beim Thema soziale Gerechtigkeit liegt der SPD-Herausforderer mit 33 Prozent vor Merkel, auf die 22 Prozent setzen, 36 Prozent können hier keinen Unterschied zwischen beiden ausmachen. Den größten Kompetenzvorsprung hat die Amtsinhaberin, wenn es darum geht, wer Deutschland besser durch die weltweit unsicheren Zeiten führen kann. 60 Prozent trauen das eher Merkel zu, lediglich acht Prozent Schulz (kein großer Unterschied: 24 Prozent).

TV-Duell: Mehrheit erwartet Unentschieden

Am kommenden Sonntag findet das TV-Duell der Kanzlerkandidaten statt. 33 Prozent erwarten, dass Angela Merkel, und zehn Prozent, dass Martin Schulz sich besser schlagen wird. Von einem Unentschieden gehen 46 Prozent aus. Vor vier Jahren setzten in der Woche vor dem Duell 30 Prozent auf Angela Merkel und 15 Prozent auf den damaligen SPD-Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück (kein Unterschied: 46 Prozent).

Verbrennungsmotor: Mehrheit gegen Aus ab 2030

Die Zukunft des Verbrennungsmotors ist ein großes Streitthema der letzten Wochen. Die Forderung, dass ab 2030 keine Autos mit Verbrennungsmotor mehr neu zugelassen werden sollen, lehnt eine Mehrheit von 59 Prozent ab. Knapp ein Drittel (31 Prozent) spricht sich dafür aus (Rest zu 100 Prozent hier und im Folgenden jeweils "weiß nicht"). Eine klare Unterstützung für das Aus von Diesel und Benzinern gibt es nur bei den Anhängern der Grünen (63 Prozent), die Anhänger der Linke sind gespalten (dafür: 47 Prozent, dagegen: 50 Prozent), die Anhänger aller anderen Parteien sind mehrheitlich dagegen.

Brexit: Deutsche erwarten negative Folgen

Britische Fähnchen an einem Touristen-Geschäft wehen am 29.03.2017 vor den Houses of Parliament in London
Die meisten Deutschen erwarten negative Folgen vom Brexit. Quelle: dpa

Zwei Drittel der Deutschen (66 Prozent) glauben, dass der Austritt Großbritanniens für die EU negative Folgen haben wird, nur 20 Prozent sehen darin langfristig etwas Positives. Noch größer ist jedoch mit 82 Prozent der Anteil derer, die für Großbritannien mit negativen Konsequenzen rechnen, nur neun Prozent sind der Meinung, dass der Brexit sich für das Land letztlich positiv auswirken wird.

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