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ZDF-Politbarometer - Grüne im Aufwind, SPD im historischen Tief

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Die Grünen gehen gestärkt ins Jahr: Wenn am nächsten Sonntag gewählt würde, könnten sie laut ZDF-Politbarometer deutlich zulegen. Anders sieht es für Union, SPD und AfD aus.

Zum Jahresende hat die CDU eine neue Vorsitzende gewählt. Neuwahlen stehen auch bei der CSU ins Haus. Die SPD berät über ihren weiteren Kurs in einer Klausur. Die FDP hat sich auf ihrem traditionellen Dreikönigs-Treffen für das Wahljahr 2019 positioniert. Vor allem die Grünen kommen gestärkt aus der Weihnachtspause.

Wenn am nächsten Sonntag wirklich Bundestagswahl wäre, käme die CDU/CSU auf 29 Prozent (minus eins), die SPD fiele wieder auf ihren historischen Tiefstwert von 14 Prozent zurück (minus eins), die AfD läge ebenfalls bei 14 Prozent (minus eins), die FDP könnte sich auf acht Prozent (plus eins) verbessern, die Linke käme auf unveränderte neun Prozent, die Grünen erreichten 21 Prozent (plus zwei) und die anderen Parteien zusammen fünf Prozent (unverändert). Damit hätte eine Koalition aus CDU/CSU und Grünen als einziges Zweier-Bündnis eine parlamentarische Mehrheit.

Hält die Koalition bis zum Ende der Legislaturperiode?

Zwei zusammengenähte Bänder mit den Logos von CDU und SPD
Eine deutliche Mehrheit ist der Meinung, dass die Große Koalition bis 2021 halten wird.
Quelle: imago

Auch wenn die Projektionswerte für die Koalitionsparteien weiter sehr schlecht ausfallen, hat die Erwartung deutlich zugenommen, dass die Koalition bis zum Ende der Legislaturperiode 2021 halten wird. Glaubten im November nur 53 Prozent an ein politisches Überleben von Schwarz-Rot, während 41 Prozent dies bezweifelten, meint jetzt eine deutliche Mehrheit von 69 Prozent, dass die amtierende Koalition bis zur regulären Bundestagswahl 2021 halten wird (nicht halten: 25 Prozent; Rest zu 100 Prozent hier und im Folgenden jeweils „weiß nicht“).

Verhältnis von CDU und CSU

Diese veränderte Erwartung hängt auch mit den versöhnlichen Tönen aus der CSU zusammen. Zwar meint weiterhin eine deutliche Mehrheit (66 Prozent), dass CDU und CSU in wichtigen politischen Fragen eher zerstritten sind als einig (28 Prozent). 32 Prozent aber glauben, dass das Verhältnis zukünftig eher besser wird und nur zehn Prozent, dass es sich verschlechtern wird (unverändert: 51 Prozent). Bei den Unions-Anhängern erwartet jeder Zweite (49 Prozent) eine Verbesserung des Verhältnisses und nur sieben Prozent eine Verschlechterung (unverändert: 42 Prozent).

Top Ten: Schäuble nach wie vor auf Platz eins

Die beste Bewertung der nach Meinung der Befragten zehn wichtigsten Politikerinnen und Politiker erhält weiterhin Wolfgang Schäuble. Er erreicht auf der Skala von +5 bis -5 einen verbesserten Durchschnittswert von 1,5 (Dez.: 1,3). Danach folgen Angela Merkel mit 1,4 (Dez.: 1,3) und Annegret Kramp-Karrenbauer ebenfalls mit 1,4 (Dez.: 1,3), Robert Habeck mit unveränderten 1,3, Olaf Scholz mit unveränderten 0,9, Heiko Maas mit nur noch 0,5 (Dez.: 0,7), Christian Lindner mit unveränderten 0,4 und Friedrich Merz mit 0,1 (Dez.: 0,2). Weiter im Negativbereich befinden sich Andrea Nahles mit minus 0,3 (Dez.: minus 0,4) und Horst Seehofer mit minus 0,9 (Dez.: minus 1,2).

Datensicherheit und Hacker

Gleich zu Jahresbeginn erlebte Deutschland eine umfassende Veröffentlichung gehackter privater Daten von Politikern und Prominenten. Diese Vorfälle haben die Aufmerksamkeit auf die Sicherheit privater Daten im Netz gelenkt. Dass private Daten im Internet (sehr) sicher sind, meinen nur 16 Prozent, 79 Prozent sehen Sicherheitsprobleme. Auch bei diesem Thema wird jetzt vor allem der Staat in die Pflicht genommen: So sagen 75 Prozent, dass der Staat nicht genug für die Bekämpfung der Internet-Kriminalität tut (genug: 15 Prozent). Gut jeder zweite (54 Prozent) hingegen meint, dass er selbst genug für den Schutz seiner Daten im Internet unternimmt, 30 Prozent geben an, dass sie selbst da nicht genug tun und 16 Prozent sind von dieser Problematik nicht betroffen oder können es nicht beurteilen.

Brexit

Ein Anti-Brexit-Anhänger protestiert vor den houses of parliament in London
Großbritannien blickt in eine unsichere Zukunft.
Quelle: dpa

Nächste Woche fällt in Großbritannien die Entscheidung zum ausgehandelten Austrittsvertrag mit der EU. Sollte es dafür keine Mehrheit geben, droht ein ungeregelter Brexit. Wenn es dazu kommen sollte, dann rechnen 80 Prozent aller Befragten mit (sehr) großen Problemen für Großbritannien (nicht so große oder keine Probleme: zwölf Prozent). Für die EU werden von immerhin 50 Prozent ebenfalls (sehr) große Probleme für diesen Fall erwartet (nicht so große oder keine Probleme: 43 Prozent).

Die Umfrage zum Politbarometer...

... wurde wie immer von der Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen durchgeführt. Die Interviews wurden in der Zeit vom 08. bis 10. Januar 2019 bei 1.267 zufällig ausgewählten Wahlberechtigten telefonisch erhoben. Dabei werden sowohl Festnetz- als auch Mobilfunknummern berücksichtigt. Die Befragung ist repräsentativ für die wahlberechtigte Bevölkerung in Deutschland. Der Fehlerbereich beträgt bei einem Anteilswert von 40 Prozent rund +/- drei Prozentpunkte und bei einem Anteilswert von zehn Prozent rund +/- zwei Prozentpunkte. Daten zur politischen Stimmung: CDU/CSU: 30 Prozent, SPD: 15 Prozent, AfD: zehn Prozent, FDP: neun Prozent, Linke: acht Prozent, Grüne: 26 Prozent. Das nächste Politbarometer sendet das ZDF am Freitag, den 25. Januar 2019. Weitere Informationen zur Methodik der Umfrage und zu den genauen Frageformulierungen finden Sie auch auf www.forschungsgruppe.de.

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