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Politbarometer - Keine Präferenz für eine bestimmte Koalition

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Während die Politbarometer-Projektion zwischen den Parteien eher stabile Abstände sieht, und auch die Frage nach dem gewünschten Kanzler oder Kanzlerin stabil ist, bevorzugen die Befragten kein Koalitionsmodell eindeutig. Alle vorgelegten möglichen Koalitionen werden sogar mehrheitlich abgelehnt.

Laut aktuellem Politbarometer liegt die Union in der Gunst der Wähler weiter vorne. 83 Prozent der Befragten erwarten, dass die Union die Wahl gewinnt. 39 Prozent sind sich noch unsicher, wen sie wählen.

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Alle zur Bewertung vorgelegten möglichen Koalitionen werden von den Befragten mehrheitlich abgelehnt: Noch am wenigsten gilt das für eine Große Koalition und Schwarz-Gelb ("schlecht": 42 Prozent bzw. 40 Prozent), aber auch dafür gibt es nur 40 Prozent bzw. 39 Prozent Zustimmung (Rest zu 100 Prozent zumeist "egal" oder "weiß nicht"). Noch weniger Rückhalt finden Schwarz-Grün und die Jamaika-Koalition aus Union, Grünen und FDP ("schlecht": 44 Prozent bzw. 52 Prozent; "gut": 30 Prozent bzw. 25 Prozent). Am deutlichsten abgelehnt werden die Ampel-Koalition aus SPD, Grünen und FDP ("schlecht": 53 Prozent; "gut": 22 Prozent) und vor allem Rot-Rot-Grün ("schlecht": 63 Prozent; "gut": 24 Prozent).

Rechtsexremistische Ansichten in der AfD

In den letzten Wochen hat die AfD kontinuierlich bessere Werte bei der Wahlabsicht erzielt. Wie keine andere Partei polarisiert sie aber in der Bevölkerung und stößt auf massive Ablehnung bei einer sehr deutlichen Mehrheit der Wähler. Hintergrund dafür ist, dass ein gewachsener Anteil der Befragten der Meinung ist, dass rechtsextremistische Ansichten in der AfD sehr weit (45 Prozent) oder weit (34 Prozent) verbreitet sind. Lediglich 14 Prozent sagen, diese sind nicht so weit verbreitet, und zwei Prozent sehen überhaupt keine solchen Positionen in der AfD.

Union verliert weiter an Zustimmung

Ähnlich wie vor früheren Bundestagswahlen verliert die Union auf der Zielgeraden an Unterstützung, während sich SPD, FDP und AfD leicht verbessern können. Unabhängig von diesem Trend erwartet eine sehr deutliche Mehrheit (83 Prozent), dass Merkel und die Union die Wahl gewinnen, lediglich fünf Prozent erwarten einen Sieg von Schulz und der SPD (andere: fünf Prozent; "weiß nicht": sieben Prozent).

Projektion

In der Politbarometer-Projektion verliert die Union weitere zwei Prozentpunkte. Wenn schon am nächsten Sonntag Bundestagswahl wäre, käme die CDU/CSU jetzt auf 36 Prozent (minus zwei), die SPD auf 23 Prozent (plus eins), die Linke erreichte unverändert neun Prozent und die Grünen unverändert acht Prozent. Die FDP käme auf zehn Prozent (plus eins) und auch die AfD könnte auf zehn Prozent (plus eins) zulegen. Die anderen Parteien zusammen erhielten vier Prozent (minus eins). Damit gäbe es neben einer Großen Koalition weiterhin nur eine Mehrheit für eine Regierung aus CDU/CSU, Grüne und FDP. Für alle anderen politisch realistischen Koalitionen würde es nicht reichen.

Dass eine solche Projektion noch keine Prognose für den Ausgang der Wahl sein kann, macht auch die Tatsache deutlich, dass 39 Prozent (minus drei) aller Befragten sagen, dass sie noch nicht sicher sind, ob es bei ihrer geäußerten Wahlteilnahme oder Wahlabsicht bleiben wird. Dass auf den letzten Metern bis zur Wahl am Sonntag in einer Woche Spielraum für mobilisierungsbedingte oder wahltaktische Veränderungen bleibt, verdeutlicht eine weitere Zahl: Lediglich 29 Prozent aller Wähler geben an, dass für sie nur eine einzige Partei in Frage kommt, 71 Prozent können sich vorstellen, außer der genannten Partei auch noch mindestens eine andere Partei zu wählen.

Keine mehrheitliche Unterstützung für irgendein Koalitionsmodell

Alle zur Bewertung vorgelegten möglichen Koalitionen werden von den Befragten mehrheitlich abgelehnt: Noch am wenigsten gilt das für eine Große Koalition und Schwarz-Gelb ("schlecht": 42 Prozent bzw. 40 Prozent), aber auch dafür gibt es nur 40 Prozent bzw. 39 Prozent Zustimmung (Rest zu 100 Prozent zumeist "egal" oder "weiß nicht"). Noch weniger Rückhalt finden Schwarz-Grün und die Jamaika-Koalition aus Union, Grünen und FDP ("schlecht": 44 Prozent bzw. 52 Prozent; "gut": 30 Prozent bzw. 25 Prozent). Am deutlichsten abgelehnt werden die Ampel-Koalition aus SPD, Grünen und FDP ("schlecht": 53 Prozent; "gut": 22 Prozent) und vor allem Rot-Rot-Grün ("schlecht": 63 Prozent; "gut": 24 Prozent).

Lieber als Kanzler/in

Fast keine Veränderung hingegen gibt es bei der Frage nach dem gewünschten Kanzler oder Kanzlerin: 56 Prozent (minus eins im Vergleich zur Vorwoche) wünschen sich einen Verbleib Merkels im Amt, 32 Prozent (minus eins) hätten lieber Schulz als nächsten Bundeskanzler (Rest zu 100 Prozent hier und im Folgenden jeweils "weiß nicht"). Neben den CDU/CSU-Anhängern, die mit 96 Prozent (minus eins) fast geschlossen hinter ihr stehen, wird Angela Merkel auch von den meisten FDP-Anhängern (87 Prozent) unterstützt. Für Martin Schulz sprechen sich jetzt 74 Prozent (minus drei) der SPD-Anhänger sowie eine Mehrheit der Linke-Anhänger (59 Prozent) aus. Die Anhänger der Grünen sind eher gespalten (Merkel: 45 Prozent; Schulz: 49 Prozent) und von den AfD-Anhängern wünschen sich 34 Prozent Merkel und 32 Prozent Schulz.

Top Ten: Merkel kann Vorsprung halten

Auf der Liste der nach Meinung der Befragten zehn wichtigsten Politikerinnen und Politiker gibt es nur geringfügige Veränderungen: Auf Platz eins liegt weiterhin Angela Merkel, mit einer Durchschnittsnote von 1,9 (hier und im Folgenden Vergleichswert in Klammer aus Sept. II: 2,0) auf der Skala von +5 bis -5. Es folgen Wolfgang Schäuble mit 1,7 (1,7), Sigmar Gabriel mit 1,5 (1,5), Martin Schulz  mit 1,1 (1,1), Cem Özdemir mit 1,1 (1,0), Thomas de Maizière mit 1,0 (0,9), Christian Lindner mit 0,9 (0,9), Horst Seehofer mit 0,4 (0,6), Ursula von der Leyen mit 0,3 (0,5). Schlusslicht bleibt Sahra Wagenknecht. Sie erhält mit minus 0,1 (0,2) eine Bewertung knapp im negativen Skalenbereich.

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