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Politbarometer - Mehrheit für Schwarz-Grün im Bund

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Das politische Beben bei der bayerischen Landtagswahl hat große Auswirkungen auch auf die politische Stimmungslage im Bund - auch auf denkbare Bündnisse.

Infografik: Bewertung von Koalitionsmodellen vom 19. Oktober 2018
Bewertung von Koalitionsmodellen im ZDF-Politbarometer vom 19. Oktober 2018.
Quelle: ZDF

Von allen zur Bewertung vorgelegten Regierungsmodellen findet nur eine Koalition aus CDU/CSU und Grüne mehr Zustimmung (42 Prozent) als Ablehnung (37 Prozent; egal: 19 Prozent; Rest zu 100 Prozent hier und im Folgenden jeweils "weiß nicht"). Alle anderen denkbaren Bündnisse werden mehrheitlich negativ beurteilt, darunter insbesondere auch Schwarz-Rot (schlecht: 63 Prozent; egal: 16 Prozent; gut: 19 Prozent).

Union und SPD so schwach wie nie

Das politische Beben bei der bayerischen Landtagswahl hat große Auswirkungen auch auf die politische Stimmungslage im Bund. Die Berliner Regierungsparteien verlieren weiter an Zustimmung, während sich die Werte für die Grünen noch einmal verbessern: Wenn am nächsten Sonntag wirklich Bundestagswahl wäre, käme die CDU/CSU nur noch auf 27 Prozent (minus eins), das ist ihr bisher schlechtester Wert in der Politbarometer-Projektion. Die SPD käme sogar nur noch auf 14 Prozent (minus drei). Mit diesem ebenfalls bisher schlechtesten Projektionswert im Politbarometer wäre sie nur noch viertstärkste Partei. Vor ihr lägen die Grünen mit 20 Prozent (plus drei) und die AfD mit 16 Prozent (unverändert). Die FDP käme auf acht Prozent (unverändert), die Linke auf zehn Prozent (unverändert) und die anderen Parteien zusammen auf fünf Prozent (plus eins). Von den derzeit politisch wahrscheinlichen Bündnissen hätte nur eine Jamaika-Koalition aus CDU/CSU, FDP und Grünen eine parlamentarische Mehrheit.

Verhältnis der Parteien in der Bundesregierung

Dass das Verhältnis von CDU, CSU und SPD in der Regierung eher schlecht ist, meinen 84 Prozent aller Befragten (eher gut: elf Prozent). Die Schuld an dem schlechten Verhältnis wird dabei vor allem bei der CSU (39 Prozent) gesehen (CDU: sieben Prozent, SPD: acht Prozent; alle gleich: 28 Prozent).

Verbleib in Spitzenämtern

56 Prozent finden es nicht gut, wenn Merkel bleibt. Archivbild
56 Prozent finden es nicht gut, wenn Merkel bleibt. Archivbild
Quelle: Bernd von Jutrczenka/dpa

Der wahrgenommene schlechte Zustand der Bundesregierung lässt den Ruf nach personellen Veränderungen an der Spitze lauter werden: Zwar sagen noch 54 Prozent aller Befragten, dass Angela Merkel ihre Arbeit als Bundeskanzlerin eher gut macht (43 Prozent eher schlecht), aber inzwischen finden 56 Prozent es nicht gut, wenn Merkel weiter im Amt bleibt (gut: 40 Prozent). Noch deutlicher wird der Wunsch nach personeller Veränderung beim Amt des Bundesinnenministers: 72 Prozent finden es nicht gut, wenn Horst Seehofer weiter diesen Job macht (gut: 22 Prozent). Wenn Andrea Nahles weiter SPD-Vorsitzende bleibt, finden das nur 37 Prozent gut (nicht gut: 49 Prozent). Im Gegensatz zu Horst Seehofer, dessen Verbleib im Amt auch von 70 Prozent der CDU/CSU-Anhänger abgelehnt wird, steht eine Mehrheit der Unions-Anhänger (64 Prozent) hinter Angela Merkel. Auch Andrea Nahles findet mehrheitlich Rückhalt (54 Prozent) bei den Anhängern ihrer Partei.

Top Ten: Merkel weiter verschlechtert

CSU-Vorsitzender Horst Seehofer an einem Rednerpult bei einer Pressekonferenz in Berlin
Bundesinnenminister Horst Seehofer schneidet in der Bewertung der zehn wichtigsten Politikern mit minus 1,7 ab.
Quelle: dpa

Die beste Bewertung der nach Meinung der Befragten zehn wichtigsten Politikerinnen und Politiker erhält weiterhin Wolfgang Schäuble. Er erreicht auf der Skala von +5 bis -5 einen Durchschnittswert von 1,7 (Sept. II: 1,8). Danach folgen Olaf Scholz mit 0,8 (Sept. II: 0,9), Angela Merkel, die sich mit 0,5 weiter verschlechtert (Sept. II: 0,7) und Christian Lindner mit unveränderten 0,4. Mit ebenfalls 0,4 (Sept. II: 0,3) bleibt Heiko Maas auf Platz fünf, vor Ursula von der Leyen mit unveränderten 0,1 und Sahra Wagenknecht mit 0,0 (Sept. II: 0,2). Im Negativbereich befinden sich Andrea Nahles mit deutlich schlechteren minus 0,6 (Sept. II: minus 0,1), vor Markus Söder mit unveränderten minus 0,8 und Horst Seehofer, der mit minus 1,7 seinen bisherigen Negativ-Rekord ein weiteres Mal unterbietet (Sept. II: minus 1,5).

Kurs der Union: Stärker nach rechts?

Wenn die CDU/CSU ihren Kurs stärker nach rechts orientiert, fänden das nur 17 Prozent aller Befragten und 13 Prozent der CDU/CSU-Anhänger gut (schlecht: 74 Prozent bzw. 78 Prozent). Etwas mehr als jeder vierte Befragte (27 Prozent) erwartet, dass der Union eine solche Kursänderung eher nutzen würde, 64 Prozent glauben, dass es ihr eher schaden würde.

SPD und der Verbleib in der Bundesregierung

SPD-Fähnchen
Opposition statt Regierung sei für die SPD langfristig die bessere Wahl, findet die Mehrheit der Befragten.
Quelle: reuters

Eine deutliche Mehrheit (80 Prozent) meint, dass die aktuelle Schwäche der SPD länger anhalten wird (glaube nicht: 17 Prozent). Als eine wesentliche Ursache dafür wird die Beteiligung der SPD an der Bundesregierung angesehen, die ihr nach Meinung von 58 Prozent aller Befragten und 59 Prozent der SPD-Anhänger schadet (schadet nicht: 34 Prozent bzw. 37 Prozent). Entsprechend meinen 73 Prozent aller Befragten und 76 Prozent unter den Anhängern der SPD, dass es für die SPD langfristig besser wäre, in die Opposition zu gehen (besser in der Bundesregierung bleiben: jeweils 18 Prozent).

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