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Politbarometer - SPD nur bei sozialer Gerechtigkeit vor der Union

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Der SPD wird beim Thema soziale Gerechtigkeit deutlich mehr Kompetenz zugesprochen als  der CDU/CSU. Das zeigt das aktuelle ZDF-Politbarometer. In den anderen für die Befragten wichtigen Politikfeldern liegt jedoch die Union vorn - vor allem bei der Kriminalitätsbekämpfung.

Die Mehrheit der Befragten erwartet keine großen Fortschritte für die Weltpolitik auf dem G20-Gipfel in Hamburg. Das zeigt ein aktuelles Politbarometer.

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Der SPD (33 Prozent) wird beim Thema soziale Gerechtigkeit deutlich mehr Kompetenz zugesprochen als der CDU/CSU (24 Prozent). Die Linke nennen hier zwölf Prozent, die Grünen fünf Prozent und die FDP vier Prozent (andere Parteien hier und im Folgenden jeweils weniger als drei Prozent; keine Partei: sieben Prozent). In den anderen für die Befragten wichtigen Politikfeldern liegt jedoch die CDU/CSU vorn. So setzen in der Flüchtlingspolitik 40 Prozent auf die CDU/CSU und nur 14 Prozent auf die SPD. Die Konzepte der Grünen unterstützen acht Prozent, die der Linken sechs Prozent und die AfD kommt hier auf sieben Prozent (keine Partei: zehn Prozent). Die Sicherung der Renten trauen 31 Prozent eher der CDU/CSU zu und 21 Prozent eher der SPD (Linke: fünf Prozent; keine Partei: 22 Prozent) und bei der Kriminalitätsbekämpfung versprechen sich 43 Prozent mehr von der CDU/CSU und zehn Prozent von der SPD (AfD: vier Prozent; keine Partei: 14 Prozent). Auch in der Arbeitsmarktpolitik hat die CDU/CSU (38 Prozent) einen deutlichen Vorsprung vor der SPD (20 Prozent), die FDP erhält Zuspruch von fünf Prozent und die Linke von drei Prozent (keine Partei: elf Prozent).

Merkel wieder so beliebt wie vor der Flüchtlingskrise

Auf der Liste der nach Meinung der Befragten zehn wichtigsten Politikerinnen und Politiker erhält erneut Angela Merkel mit 2,3 (Juni II: 2,1) die beste Durchschnittsnote auf der Skala von +5 bis -5. Das ist zugleich ihr bester Wert seit September 2015, vor Beginn der Flüchtlingskrise. Danach kommen Winfried Kretschmann mit 1,8 (Juni II: 1,8) und Wolfgang Schäuble mit 1,7 (Juni II: 1,7). Auf Rang vier liegt jetzt Sigmar Gabriel, der mit einer deutlich verbesserten Note von 1,3 (Juni II: 0,9) zwei Plätze vorrücken kann. Ihm folgen Christian Lindner mit 1,1 (Juni II: 1,0) und Thomas de Maizière ebenfalls mit 1,1 (Juni II: 1,0). Platz sieben belegt Cem Özdemir mit 0,7 (Juni II: 0,6), dann Martin Schulz, ebenfalls mit 0,7 (Juni II: 0,8) und Horst Seehofer mit 0,6 (Juni II: 0,5). Schlusslicht bleibt Ursula von der Leyen, die mit 0,3 (Juni II: 0,2) eingestuft wird.

Projektion: Union legt zu - SPD verliert

In der Politbarometer-Projektion gibt es im Vergleich zu Ende Juni nur Veränderungen bei den beiden großen Parteien. Wenn am nächsten Sonntag wirklich Bundestagswahl wäre, könnte die CDU/CSU einen Punkt zulegen auf 40 Prozent und die SPD würde einen Punkt abgeben auf 24 Prozent. Die Linke erhielte weiterhin neun Prozent, die Grünen kämen unverändert auf acht Prozent und die FDP bliebe bei acht Prozent. Die AfD würde erneut sieben Prozent erreichen und die anderen Parteien zusammen erzielten wie zuletzt vier Prozent. Damit gäbe es neben einer großen Koalition auch eine Mehrheit für eine Regierung aus CDU/CSU, Grüne und FDP – für Rot-Rot-Grün oder eine Ampel aus SPD, Grüne und FDP würde es nicht reichen.

Lieber als Kanzler/in: Merkel weiter mit großem Vorsprung vor Schulz

Den großen Abstand, den Angela Merkel bei der K-Frage bereits in den letzten beiden Monaten vor Martin Schulz hatte, kann sie jetzt nochmal leicht ausbauen: 59 Prozent (Juni II: 58 Prozent) wünschen sich weiterhin Angela Merkel im Amt und 30 Prozent (Juni II: 31 Prozent) sprechen sich für Martin Schulz als künftigen Kanzler aus.

Kandidateneffekt: Unterschiedlich für Union und SPD

Angela Merkel und Martin Schulz
74 Prozent glauben, dass die CDU/CSU eher wegen Angela Merkel gewählt wird. Quelle: dpa

Eine ganz unterschiedliche Bedeutung weisen die Befragten den beiden Kandidaten für das Abschneiden ihrer Parteien bei der Bundestagswahl zu. Bei der CDU/CSU gehen fast drei Viertel (74 Prozent) davon aus, dass die Partei eher wegen Angela Merkel gewählt wird und nur 20 Prozent glauben, dass dafür das Programm der CDU/CSU ausschlaggebend ist. Das sehen die Anhänger aller Parteien ganz ähnlich. Dagegen spielt Martin Schulz für das Ergebnis der SPD nach Meinung der Befragten eine wesentlich geringere Rolle. Nur 34 Prozent sagen, er ist entscheidend für die Wahl der Partei, für 59 Prozent stehen hier das Programm und die politischen Inhalte der SPD im Vordergrund. Auch darin stimmen die Parteianhängergruppen mehrheitlich überein.

Geringe Erwartungen an G20-Gipfel

Eine große Mehrheit der Befragten (78 Prozent) erwartet, dass sich mit Blick auf die weltweit drängendsten Probleme auf dem G20-Gipfel in Hamburg nicht viel bewegen wird. Nur zehn Prozent rechnen insgesamt eher mit Fortschritten bei der Lösung der anstehenden Gipfel-Themen und ebenfalls zehn Prozent glauben, dass es eher Rückschritte geben wird (Rest zu 100 Prozent hier und im Folgenden jeweils „weiß nicht“). Dabei ist für 33 Prozent der Klimawandel das wichtigste globale Problem, für 29 Prozent steht das Thema Flüchtlinge und Fluchtursachen ganz oben, für 27 Prozent hat die Bekämpfung des Terrorismus größte Priorität und nur für sieben Prozent sind die Probleme im Bereich Weltwirtschaft und freier Handel am vordringlichsten. Das alles vor dem Hintergrund, dass 66 Prozent die wirtschaftliche und politische Lage in der Welt derzeit als besonders unsicher bezeichnen. 33 Prozent glauben nicht, dass wir in besonders unsicheren Zeiten leben.

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