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Anschläge in Sri Lanka - Politiker fordern mehr Schutz für Christen weltweit

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Während deutsche Politiker zu mehr religiöser Toleranz aufrufen, geht die Suche nach Motiven und Hintermännern in Sri Lanka weiter. Die Zahl der Toten ist inzwischen gestiegen.

Blutflecken an der Wand und auf einer Jesus-Figur in der St.-Sebastians-Kirche in Sri Lanka  (21.04.2019)
Blutflecken an der Wand und auf einer Jesus-Figur in der St.-Sebastians-Kirche in Sri Lanka (21.04.2019)
Quelle: Reuters

Nach den Selbstmordanschlägen in Sri Lanka mit mehr als 300 Toten und 500 Verletzten beklagen Politiker von CDU, FDP und Grünen die gewachsene Bedrohung christlicher Minderheiten in vielen Staaten. "Der Terror in Sri Lanka reiht sich ein in verschiedene Anschläge gegen Christen weltweit", sagte der Beauftragte der Bundesregierung für Religionsfreiheit, Markus Grübel (CDU), der "Welt".

"Christen weltweit das Ziel von radikalen Muslimen"

"Christen sind weltweit das Ziel von radikalen Muslimen. Das ist eigentlich unverständlich, weil das Christentum ja mit dem Islam verwandt ist." Zwar gebe es in Deutschland derzeit keine derartige Bedrohung, sagte Grübel. Hierzulande müssten aber alle Menschen zur religiösen Toleranz erzogen werden.

Der frühere Unionsfraktionschef Volker Kauder sagte der "Bild": "Ich sehe mit großer Besorgnis die wachsende Christenverfolgung im gesamten asiatischen Raum. Nationalistische Bewegungen von Buddhisten, Hindus und Muslimen werden hier immer militanter." Auch CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak forderte mehr Schutz für Christen. Wichtig sei nun, sich nicht spalten zu lassen und den Dialog der Religionen aufrechtzuerhalten.

Der stellvertretende FDP-Fraktionsvorsitzende Michael Theurer sagte: "Mehr als 100 Millionen Christen leben in Ländern, in denen ihr Menschenrecht auf Religionsfreiheit nicht geachtet wird." Damit seien Christen in vielen Regionen die größte verfolgte Gemeinschaft, sei es in China, Nordkorea, Pakistan oder Teilen Nigerias. In Sri Lanka hätten die Terroristen ein Land erschüttern wollen, in dem vier große Weltreligionen bislang - trotz aller politischen Konflikte - friedlich miteinander lebten. Es müsse vermieden werden, dass es zu einem "Clash of Civilisations" (Kampf der Kulturen) komme. Der Grünen-Europapolitiker Sven Giegold sagte, die Religionsfreiheit von Christen sei in vielen Teilen der Welt bedroht. "Europa muss sich nachdrücklich auf der Welt für das Recht auf Religionsfreiheit einsetzen."

Karte: Sri Lanka - Colombo
Karte: Sri Lanka - Colombo
Quelle: ZDF

Wie die Polizei in Sri Lanka erklärt, habe es inzwischen rund 35 Festnahmen gegeben. Mehr als 20 Häuser seien durchsucht worden, hieß es. In der Nacht zum Dienstag traten Notstandsbestimmungen in Kraft. Staatspräsident Maithripala Sirisena erklärte den öffentlichen Notstand im Interesse der öffentlichen Sicherheit, der Wahrung der öffentlichen Ordnung und der Sicherung der Versorgung mit Waren und Dienstleistungen für die Bürger, wie es in einer Erklärung des Präsidenten hieß. Mit den Regelungen erhalten Sicherheitskräfte erweiterte Befugnisse, etwa für Durchsuchungen und zur Festnahme von Personen.

Trotz der Warnung eines hochrangigen Polizisten, seien wichtige Informationen "nicht an die entscheidenden Stellen weitergegeben worden", sagt ZDF-Korrespondent Normen Odenthal im Interview:

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UN-Sicherheitsrat verurteilt Anschläge

Der Dienstag wurde zudem zu einem nationalen Trauertag erklärt. Am Morgen wurden drei Schweigeminuten abgehalten. Zahlreiche Bestattungen waren geplant.

Der UN-Sicherheitsrat hat die Anschlagsserie in Sri Lanka auf das Schärfste verurteilt. Zugleich sprach er den Familien der Opfer der "abscheulichen und feigen" Anschläge tief empfundenes Mitgefühl aus, wie es in einer Mitteilung des UN-Gremiums vom Montag hieß. Den Verletzten werde eine rasche Genesung gewünscht. Terrorismus stelle in all seinen Erscheinungsformen eine der schwerwiegendsten Bedrohungen für den Frieden und die internationale Sicherheit dar, hieß es weiter. Täter, Organisationen und Geldgeber dieser Terrorakte müssten zur Rechenschaft gezogen und vor Gericht gestellt werden.

26 Jahre lang wurde ein blutiger Bürgerkrieg zwischen buddhistischen Singhalesen und hinduistischen Tamilen geführt. Seit dem Ende des Bürgerkrieges wurden nach Angaben des Auswärtigen Amtes keine Terroranschläge mehr verübt. Bis heute:

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