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Polizei in Hongkong nimmt Demokratie-Aktivisten fest

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Massenprotest abgesagt - Polizei in Hongkong nimmt Demokratie-Aktivisten fest

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Erst verbietet Hongkongs Polizei einen für Samstag geplanten Massenprotest. Kurz darauf nimmt sie drei bekannte Demokratie-Aktivisten fest, darunter den Bürgerrechtler Joshua Wong.

Joshua Wong und Agnes Chow
Festgenommen: Die Hongkonger Aktivisten Joshua Wong und Agnes Chow.
Quelle: ap

Kurz nach dem Verbot einer neuen Massendemonstration in Hongkong sind drei prominente Aktivisten der Protestbewegung in der chinesischen Sonderverwaltungszone festgenommen worden. Der auch international bekannte Bürgerrechtler Joshua Wong sei am Freitagmorgen auf dem Weg zu einer U-Bahn-Station festgenommen und auf eine Polizeiwache gebracht worden, teilte seine regierungskritische Partei Demosisto mit. Auch seine Mitstreiterin Agnes Chow wurde demnach festgenommen, allerdings an einem anderen Ort.

Bereits am Donnerstagabend war der Anführer der verbotenen Unabhängigkeitspartei Hong Kong National Party, Andy Chan, am internationalen Flughafen der Millionenmetropole festgenommen worden, von wo aus er nach Japan fliegen wollte. Laut der Nachrichtenseite "Hong Kong Free Press" wird ihm Teilnahme an Krawallen und ein tätlicher Angriff auf einen Polizisten vorgeworfen.

Joshua Wong: Schon mehrfach in Haft

Joshua Wong, einer der führenden Köpfe der Demokratiebewegung, war im Juni vorzeitig aus der Haft entlassen worden. Der 22-jährige ehemalige Studentenführer hatte wegen seiner Rolle in der "Regenschirm"-Bewegung 2014 eine zweimonatige Haftstrafe absitzen müssen, wurde aber wegen guter Führung einen Monat vorzeitig aus dem Gefängnis entlassen. Auch davor hatte Wong schon Haftstrafen abgesessen.

Die Demonstrationen für mehr Demokratie vor fünf Jahren hatten über Wochen Teile der ehemaligen britischen Kronkolonie lahmgelegt. Die Protestwelle in diesem Sommer hält schon jetzt länger an als die Demonstrationen damals.

In einem Interview mit dem ZDF-Morgenmagazin hatte sich Joshua Wong vor zwei Wochen zu den aktuellen Protesten geäußert. Er warnte vor einer Eskalation, die internationale Politik müsse auf Hongkong schauen und eine klare Botschaft an Chinas Präsident Xi schicken. Wong hob die Forderung der Demonstranten nach freien Wahlen und einem Ende der Polizeigewalt hervor. "Wir wollen unsere eigene Regierung wählen. Es sind so viele Millionen Menschen auf die Straße gegangen, jetzt muss Peking handeln."

Organisatoren sagen Demo ab

Seit dem 9. Juni kommt es in der Finanzmetropole immer wieder zu Protesten, die oft mit Zusammenstößen zwischen einem kleinen Teil der Demonstranten und der Polizei endeten. Die Protestbewegung befürchtet steigenden Einfluss der chinesischen Regierung auf Hongkong. Auch fordern die Demonstranten eine unabhängige Untersuchung der Polizeigewalt bei den Protesten. Erst am Mittwoch waren deshalb wieder Tausende Demonstranten auf die Straße gegangen.

Einen für Samstag geplanten Massenprotest hat Hongkongs Polizei verboten. Die Organisatoren der Civil Human Rights Front haben die Demonstration nun abgesagt. Der Einspruch des Protestbündnisses gegen das Verbot sei abgelehnt worden, teilte die Mitorganisatorin Bonnie Leung am Freitag mit. Daher bleibe nichts anderes übrig, als den Marsch zur Vertretung der chinesischen Regierung in der Finanzmetropole abzusagen. Man wolle potenzielle Teilnehmer nicht gefährden, sagte Leung.

Verbot wegen befürchteter Ausschreitungen

Mit der Absage wolle das Bündnis dafür Sorge tragen, dass niemand die rechtlichen Konsequenzen für eine Teilnahme tragen müsse. Anlass der geplanten Proteste war der fünfte Jahrestag des Verbotes einer demokratischen Direktwahl des Hongkonger Regierungschefs. Dieser wird vielmehr von einem handverlesenen Gremium bestimmt.

Demonstrationsverbote hat es während der Proteste immer wieder gegeben. Viele Protestler gingen dennoch auf die Straße. Berichten zufolge wurden nun erstmals ein Marsch und eine Versammlung gemeinsam untersagt. Die Polizei begründete ihre Entscheidung demnach damit, dass neue Ausschreitungen befürchtet wurden.

Joshua Wong: Schon mehrfach in Haft

Joshua Wong, einer der führenden Köpfe der Demokratiebewegung, war im Juni vorzeitig aus der Haft entlassen worden. Der 22-jährige ehemalige Studentenführer hatte wegen seiner Rolle in der "Regenschirm"-Bewegung 2014 eine zweimonatige Haftstrafe absitzen müssen, wurde aber wegen guter Führung einen Monat vorzeitig aus dem Gefängnis entlassen. Auch davor hatte Wong schon Haftstrafen abgesessen.

Die Demonstrationen für mehr Demokratie vor fünf Jahren hatten über Wochen Teile der ehemaligen britischen Kronkolonie lahmgelegt. Die Protestwelle in diesem Sommer hält schon jetzt länger an als die Demonstrationen damals.

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