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Verstoß gegen Schulpflicht - Polizei schnappt Schulschwänzer am Flughafen

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Die bayerische Polizei hat zahlreiche Eltern mit ihren schulpflichtigen Kindern vor dem Abflug in den Urlaub abgefangen. Sie wollten ihre Reise während der Schulzeit antreten.

Schulkinder mit Schulranzen
Schulkinder mit Schulranzen
Quelle: dpa

Um Urlaub machen zu können, lassen manche Eltern ihre Kinder die Schule schwänzen. Solchen Fällen ging die Polizei nach eigenen Angaben vor den Pfingstfeiertagen nach und kontrollierte am Flughafen Memmingen mehrere Familien. Dabei stellte sich mehrfach heraus, dass Kinder im schulpflichtigen Alter waren, wie die Polizei am Sonntag mitteilte. Recherchen der Beamten ergaben, dass die Kinder unentschuldigt dem Unterricht ferngeblieben waren.

Zwar ist Schulschwänzen kein Kavaliersdelikt, doch verlängern immer mehr Eltern die Ferien ihrer Kinder ohne Erlaubnis der Schule. Wohl auch, um sich so manches Reiseschnäppchen zu sichern - weniger Staus, günstigere Hotels. Was aber nützt das beste Sonderangebot, wenn Bußgelder drohen?

Seit wann gilt in Deutschland die allgemeine Schulpflicht?

Seit 1919. Damals wurde der regelmäßige Besuch der Schule in die Weimarer Verfassung aufgenommen - als Recht, aber eben auch als Pflicht für alle. Höhere Bildung sollte nicht länger das Privileg der Reichen und Mächtigen sein, sondern allen zugute kommen. Nach dem Ersten Weltkrieg und dem Ende des Kaiserreichs wollten die Schulreformer neue Impulse für die Demokratisierung von Staat und Gesellschaft setzen.

Gibt es heutzutage eine bundesweite Regelung?

Nein. Nur der staatliche Erziehungsauftrag findet sich im Grundgesetz, Details sind Sache der Länder. Dauer und Inhalt der Schulpflicht regelt das jeweilige Schulgesetz - ebenso die Strafen, mit denen Verstöße gegen die Schulpflicht sanktioniert werden können.

Welche Strafen drohen denn, wenn ein Schüler unentschuldigt fehlt?

Eltern, deren Kinder ohne Zustimmung der Schule fehlen, drohen Verwarn- oder Bußgelder. Deren Höhe legen Städte und Kommunen selber fest. Das beginnt bei wenigen Euro pro Tag und kann bis zu insgesamt 2.500 Euro reichen - wie zum Beispiel in Berlin. 2013 wurde dort eine Mutter sogar zu neun Monaten Haft auf Bewährung verurteilt - wegen Verletzung der Fürsorge- und Erziehungspflicht. Ihr Sohn hatte an fast 1.000 Tagen die Schule geschwänzt.

Wie häufig sind solche Bußgeldverfahren?

Im Schuljahr 2016/17 wurden allein in Berlin in mehr als 860 Fällen Bußgelder verhängt. In der Regel gehen Gespräche mit den Eltern voraus. Erst wenn die erfolglos bleiben, flattert der Bußgeldbescheid ins Haus. Mitunter versuchen die Vollziehungsbeamten vergeblich, das Geld bei den Familien einzutreiben. Oft seien die Betroffenen zu arm, um die Strafe zu begleichen, heißt es.

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