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Nach gescheiterter Abschiebung - Malchow: "Großeinsatz war professionell"

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Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) hält den Großeinsatz nach einer gescheiterten Abschiebung für gerechtfertigt: "Das war professionell", so Bundesvorstand Malchow im ZDF.

Oliver Malchow, Vorsitzender der Gewerkschaft der Polizei, erklärt: Am Montag war die Lage in Ellwangen „nicht vorhersehbar“, mit den Einsätzen würde man „Stärke zeigen“. Die GdP sehe die Polizeibewachung bei großen zentralen Flüchtlingszentren kritisch. …

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"Es geht einfach in erster Linie darum, den Einsatz gesund und erfolgreich zu überstehen". Oliver Malchow, Bundesvorstand der Gewerkschaft der Polizei (GdP), glaubt nicht, dass deshalb die Bürger an ihrer Sicherheit zweifeln müssten. Es gebe immer wieder Situationen, "wo man sich zurückziehen muss, um dann seine Strategie zu überdenken". Die Unterbrechung von mehreren Tagen habe keinerlei Auswirkung gehabt. "Die Bürger wissen, dass man sich auf die Polizei verlassen kann".

Hinweise, dass Asylbewerber sich untereinander vernetzt und organisiert hätten, habe er nicht. "Mir ist das neu", so Malchow, "aber nach dem, was wir am Montag erlebt haben, müssen wir davon ausgehen, dass das der Fall ist". Und man müsse davon ausgehen, dass "diese Menschen keine Hoffnung haben und zu viel bereit sind - das bedeutet viel Potential".

"Immer wieder körperliche Auseinandersetzungen"

Das, betont Malchow aber, heißt auch für die Polizei: "So ein Einsatz ist auch psychisch eine Belastung. Jeder weiß einerseits, was das Ganze für die Abzuschiebenden bedeutet. Andererseits ist das ein erhebliches Gefährdungspotential. Das alles unter einen Hut zu bringen, ist nicht leicht".

Sehr kritisch sieht Oliver Malchow den Plan der Politik, große, zentrale Flüchtlingszentren, sogenannte Auffangzentren zu errichten. "Wir stehen dem sehr kritisch gegenüber. Zumindest, dem Plan, dass die Polizei diese Zentren bewachen soll. Wir wollen schließlich keine Wachbataillione werden. Wir sind zivile Polizei, das ist keine Aufgabe für hochqualifizierte Beamte. Einerseits werden wir an den Grenzen gehindert, unsere polizeiliche Arbeit durchzuführen, nur um dann solche Zentren zu bewachen? Das ist schädlich für das Bild der Polizei in Deutschland".

In der Nacht zum Montag hatten Asylbewerber im baden-württembergischen Ellwangen die Abschiebung eines Mannes aus dem westafrikanischen Kleinstaat Togo mit Gewalt verhindert. Die Polizisten brachen den Einsatz ab. Am Donnerstagmorgen führte die Polizei einen Großeinsatz in der Unterkunft durch und nahm den Gesuchten fest. Er soll gemäß des sogenannten Dublin-Abkommens nach Italien abgeschoben werden, wo er zuerst registriert wurde.

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