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BDK-Chef zum Fall Lüdge - "Haben ein riesengroßes Qualifikationsproblem"

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Im Missbrauchsskandal von Lüdge hat die Polizei versagt. Das Problem sei vor allem die Ausbildung, sagt der Vorsitzender des Bundes Deutscher Kriminalbeamter, Sebastian Fiedler.

Nach der Sondersitzung im nordrhein-westfälischen Landtag zum Missbrauchsskandal von Lüdge spricht Sebastian Fiedler vom Bund Deutscher Kriminalbeamter von "kriminalfachlichen Fehlern".

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Im Behördenskandal um jahrelangen Kindesmissbrauch ist noch lange nicht geklärt, wie es zum Versagen der Polizei kommen konnte. "Es bleibt am Ende übrig, dass es sich nicht mehr nur um individuelles Versagen von einzelnen gehandelt hat, sondern dass wir hier über ein strukturelles Problem reden", sagte Sebastian Fiedler, Vorsitzender des Bundes Deutscher Kriminalbeamter, im ZDF-Morgenmagazin. Das Problem liege vor allem bei der Ausbildung. "Wir haben ein riesengroßes Qualifikationsproblem in der Polizei", betonte er.

Fiedler: Strukturelle Veränderungen nötig

Die Ausbildung sei nicht mehr auf dem neusten Stand, die Fortbildungseinheiten stünden nicht in dem Ausmaß zur Verfügung, wie es erforderlich sei. "Und deswegen erwarten wir an diesen Stellen, dass die Aufklärungsarbeit auch dieses miteinbezieht", forderte Fiedler im ZDF. Man müsse wissen, welche strukturellen Probleme zu den Fehlern beigetragen haben, um sie in Zukunft zu verhindern. Wichtig sei nun einerseits die Aufklärungsarbeit - und andererseits, die richtigen Lehren daraus zu ziehen.

Die Verantwortungsfrage kann laut Fiedler allerdings jetzt noch nicht beantwortet werden. Das ginge erst, "wenn wir wissen, was alles passiert ist. Wir haben das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht." Die Verantwortung in der Folge müsse lauten, sich die strukturellen Gegebenheiten der Kriminalitätsbekämpfung in NRW anzuschauen, um in Zukunft solche Vorkommnisse zu vermeiden. "Die große Achillesferse der Kriminalpolizei ist die Qualifikation", so Fiedler. Und dieses Problem werde in Zukunft, besonders im Hinblick auf die Digitalisierung, noch größer.

Die Missbrauchsfälle in Lügde nehmen größere Dimensionen an. Dabei kommen Details über Polizeiversagen ans Licht: Der Hauptverdächtige wurde bereits vor 17 Jahren verdächtigt.

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Sonderermittler: Beispiellose Kette des Versagens

Auf dem Campingplatz sollen über Jahre mindestens 31 Opfer missbraucht und dabei gefilmt worden sein - die meisten Kinder zwischen 4 und 13 Jahren. Die Zahl der Beschuldigten, gegen die die Staatsanwaltschaft ermittle, sei von sechs auf sieben gestiegen, sagte NRW-Landesinnenminister Herbert Reul. Außerdem wurde auf Anweisung seines Ministeriums der Polizeidirektor versetzt. Der von Reul eingesetzte Sonderermittler skizzierte eine beispiellose Kette des Versagens in der Kreispolizeibehörde Lippe.

Was ist in Lügde passiert? Alle aktuellen Informationen finden Sie hier:

Direktor versetzt - Neue Konsequenzen im Polizeiskandal von Lügde

Neue Verdachtsfälle, Polizeiversagen und personelle Konsequenzen: Der Skandal um den massenhaften Kindesmissbrauch auf einem Campingplatz in NRW nimmt immer größere Dimensionen an.

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