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Porno-Star über Affäre mit Trump - "Er weiß, dass ich die Wahrheit sage"

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In einem mit Spannung erwarteten TV-Interview spricht Stormy Daniels über ihre angebliche Affäre mit Donald Trump. Sie sei Jahre später bedroht worden, sagt die Porno-Darstellerin.

Es war das Interview, auf das viele US-Amerikaner gewartet hatten. Die 39-jährige Porno-Darstellerin Stormy Daniels sprach in der CBS-Sendung "60 Minutes" über ihr Verhältnis zu US-Präsident Donald Trump. Sie wolle die Gelegenheit nutzen, um sich zu verteidigen, sagte Daniels, die mit bürgerlichem Namen Stephanie Clifford heißt, gleich zu Beginn. Und ja - sie gehe ein Risiko ein. Schließlich hätten die Anwälte des Präsidenten ihr im Vorfeld massiv gedroht. Eine Million Dollar müsse sie zahlen, sollte sie ihr Schweigen brechen.

Donald Trump hatte über einen Sprecher eine Affäre mit Stormy Daniels bestritten. Und ansonsten nichts gesagt - ungewöhnlich für einen Präsidenten, der sich über Twitter zu fast allem äußert. Auch deshalb verfolgten die Amerikaner dieses Interview so gespannt: Kann es Trump in rechtliche und politische Schwierigkeiten bringen?

Daniels: Sex in Hotel-Suite

Bei einem Promi-Golfturnier in Kalifornien im Juli 2006 trafen sich die beiden, so erzählt es Stormy Daniels gegenüber dem CBS-Moderator Anderson Cooper. Trump habe sie in seine Hotel-Suite eingeladen - und erst einmal über sich geredet. Und dann Komplimente gemacht: Sie sei schlau und schön,  erinnere ihn an seine Tochter. Auch von seiner Frau Melania, die gerade den gemeinsamen Sohn Barron bekommen hatte, habe Trump an diesem Abend gesprochen. Stormy Daniels solle sich deshalb keine Gedanken machen: Melania und er hätten getrennte Schlafzimmer. Schließlich habe sie Sex mit Donald Trump gehabt - ungeschützt. Sie war damals 27, Trump 60. Und nein, sie sei kein Opfer gewesen - alles sei einvernehmlich geschehen, betont Daniels.

Danach seien Trump und sie in Kontakt geblieben, es gab Telefonate und Treffen - aber keinen Sex mehr, so sagt es Daniels im Interview. Sie habe auch nie den Eindruck gehabt, Trump habe ihre Geschichte geheim halten wollen. 2007 gab es dann ein letztes Treffen, ein Auftritt in Trumps Show "The Apprentice" kam letztlich nie zustande.

Porno-Star: Fühlte mich bedroht und eingeschüchtert

2011 erzählte Stormy Daniels zum ersten Mal ihre Geschichte, gab ein Interview, das nie gedruckt wurde. Auch, weil Trumps Anwalt dem Magazin mit einer Klage gedroht hatte. Stormy Daniels erinnert sich in "60 Minutes" an einen Vorfall, den sie mit dem Interview in Zusammenhang bringt: Sie sei mit ihrer kleinen Tochter in Las Vegas unterwegs gewesen, als ein Mann auf sie zugekommen sei und ihr gedroht habe: "Lass Trump in Ruhe, vergiss die Geschichte." Und auf ihre Tochter bezogen: "Es wäre schade, wenn ihrer Mutter etwas passiert." Eingeschüchtert und bedroht habe sie sich gefühlt. Als eine Klatsch-Website ein paar Monate später die Geschichte brachte, stritt Daniels alles ab. Und glaubte, alles sei ausgestanden.

Pornodarstellerin Stormy Daniels im CBS-Interview.
Porno-Darstellerin Stormy Daniels im CBS-Interview. Quelle: Uncredited/CBS News/AP/dpa

Bis Donald Trump 2016 der republikanische Präsidentschaftskandidat wurde. Tonband-Mitschnitte von Trump wurden veröffentlicht, in denen er prahlte, Frauen zu belästigen. Und Stormy Daniels bekam einen Anruf von Trumps Anwalt, Michael Cohen. Sein Angebot: 130.000 Dollar für das Schweigen von Stormy Daniels. Ein Angebot, auf das sie einging. Elf Tage vor der Wahl unterzeichnete sie die Schweigevereinbarung. Eine Zahlung, die für Trump politisch durchaus heikel sein könnte: Zahlte Cohen, wie er selbst sagt, die Summe aus eigener Tasche oder kam das Geld aus dem Wahlkampf-Topf von Donald Trump? Und verstieß er damit möglicherweise gegen Finanzierungsregeln?

Daniels geht gegen Schweigevereinbarung vor

Ein Grund, warum das Wall Street Journal im Januar 2018 die Geschichte publizierte. Daniels, die sich an ihre Schweigevereinbarung gebunden sah, dementierte damals. Inzwischen geht sie aber mit ihrem Anwalt gegen die Vereinbarung vor. Sie sei nicht bindend, weil nur der Anwalt sie unterschrieben habe,  aber nicht Trump selbst. Trumps Anwalt sieht das anders - fordert die strikte Einhaltung, die auch vorsieht, dass Daniels Fotos, Textmitteilungen und E-Mails von und über Trump vertraulich behandelt.

Nach diesen Dokumenten wurde Stormy Daniels in der Sendung auch gefragt. Darauf könne sie nicht antworten, sagte sie. Ihr Anwalt habe ihr das so geraten.

Sagt Daniels die Wahrheit? Warum hat sie mehrfach eine Affäre mit Trump bestritten, um sie jetzt zuzugeben? Im Interview sagt sie dazu, sie habe sich eingeschüchtert und bedroht gefühlt und habe keinen Grund zu lügen. Was sie Trump zu sagen habe, wenn er zuschaue: "Er weiß, dass ich die Wahrheit sage."

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