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Porträts von Nazi-Opfern zum dritten Mal beschädigt

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NS-Ausstellung in Wien - Porträts von Nazi-Opfern zum dritten Mal beschädigt

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Im Zentrum von Wien sind bereits zum dritten Mal Bilder einer Ausstellung beschädigt worden. Sie zeigen Porträts von Opfern des NS-Terrors.

Zerstörung der Ausstellung "Gegen das Vergessen" ist am am 27.05.2019 in der Ringstraße in Wien zusehen
Zerstörte Bilder der Ausstellung "Gegen das Vergessen" in Wien. Die Bilder zeigen Juden, Sinti und Roma und andere, die Hitlers NS-Regime verfolgt hat.
Quelle: dpa

Zum dritten Mal binnen weniger Tage ist eine Freilicht-Ausstellung zur Erinnerung an die Opfer der NS-Verfolgung mitten im Zentrum von Wien beschädigt worden. Offenbar wurde etwa ein Dutzend von 80 großen Porträtfotos der Opfer der NS-Gräuel zerschnitten.

Die Porträts stehen seit dem 7. Mai vor dem Heldenplatz, die Wiens historisches Zentrum umrundet. Schon wenige Tage nach Eröffnung der Ausstellung wurden mehrere Tafeln zerschnitten, in der vergangenen Woche wurden Bilder mit Hakenkreuzen beschmiert.

Österreichs Bundespräsident "betroffen"

Ich bin einfach entsetzt.
Fotograf und Ausstellungsmacher Luigi Toscano

"Ich bin einfach entsetzt", reagierte der deutsch-italienische Fotograf und Ausstellungsmacher Luigi Toscano auf die "brutale" Zerstörung. Die Organisation Esra, die Initiatorin der Ausstellung in Wien ist, bezeichnete die Serie von "antisemitischen" Akten der Zerstörung als "äußerst besorgniserregend".

Auch Österreichs Bundespräsident Alexander Van der Bellen äußerte seine Betroffenheit: "Ich weiß, dass der allergrößte Teil der österreichischen Gesellschaft einen klaren, ablehnenden Standpunkt zu den NS-Gräueltaten hat. Dass es welche gibt, die mit der Wahrheit und dem Mahnen, das diese Fotos ausdrücken, nicht umgehen können, ist erschütternd", erklärte er per Tweet.

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Organisationen wollen Ausstellung schützen

Fotograf Toscano, der die Porträts gemacht hat, sagte, seine Ausstellung "Gegen das Vergessen" sei bereits in mehreren Ländern gezeigt worden, doch noch nie habe er derartige Angriffe auf sie erlebt. "Es ist jetzt die 13. Ausstellung, es gab auch schon vorher kleine Zwischenfälle, doch waren sie nie politisch motiviert und hatten nicht dieses Ausmaß", sagte Toscano. "Hier äußert sich der rechte Radikalismus", fügte er hinzu.

Mehrere Freiwilligen-Organisationen haben nun Mahnwachen rund um die Uhr zum Schutz der Ausstellung angekündigt. Unter ihnen ist auch die Muslimische Jugend Österreich, die während des Ramadan Nachtwachen organisieren will. Der österreichischen Plattform Forum gegen Antisemitismus wurden im Jahr 2017 insgesamt 503 antisemitische Vorfälle gemeldet, doppelt so viele wie noch 2014.

Zerstörung der Ausstellung "Gegen das Vergessen" ist am am 27.05.2019 in der Ringstraße in Wien zusehen
Weitere zerstörte Bilder der Ausstellung "Gegen das Vergessen" in Wien. Die Bilder zeigen Juden, Sinti und Roma und andere, die Hitlers NS-Regime verfolgt hat.
Quelle: dpa
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