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CSU - Markus Söder - schnurstracks nach oben

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Markus Söder soll im kommenden Jahr bayerischer Ministerpräsident werden. Damit ist der 51-jährige Franke an einem Karriereziel, auf das er beständig hingearbeitet hat.

Söder steht in dem Ruf genauso fleißig wie machtbewusst zu sein. Er gilt selbst bei Parteigenossen als „Spalter“ und muss nun als Bayerns künftiger Ministerpräsident zeigen, ob er auch Brücken bauen kann.

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Wer Markus Söder als jungen CSU-Generalsekretär unter Edmund Stoiber erlebte, wusste, wo er hin wollte: "Der will mal Ministerpräsident werden", raunten sie in der CSU schon früh über den ehrgeizigen Nürnberger. Nun steht Söder vor dem Ziel. Mit einem knappen "Ich bin bereit" erklärte er in der CSU-Landtagsfraktion seine Bewerbung für die Spitzenkandidatur zur Landtagswahl - die zuvor zerstritten wirkende Fraktion bestätigte ihn einstimmig.

Er wäre der jüngste bayerische Ministrpräsident

Der am 5. Januar 1967 geborene Söder soll im ersten Quartal kommenden Jahres vom Landtag zum neuen Ministerpräsidenten und Nachfolger von Horst Seehofer gewählt werden. Er wird dann seinen politischen Ziehvater Stoiber mit 51 Jahren als jüngsten Ministerpräsidenten ablösen, wenn auch nur um ein paar Monate. Mit "Mut und Demut" wolle er seine Aufgabe angehen, kündigte Söder an.

Söder sitzt nahezu sein halbes Leben im bayerischen Landtag und hat zehn Jahre Regierungserfahrung als Minister. Er war Europaminister, Umwelt- und Gesundheitsminister. Seit 2011 leitet er das bayerische Finanzministerium, das 2013 mit einem neu geschaffenen Heimatmuseum zum Superministerium ausgebaut wurde - für das Heimatressort durfte Söder in seiner Geburtsstadt Nürnberg eine Außenstelle errichten.

Söder baute seine Hausmacht konsequent aus

Eine eindrucksvolle Vita hat Söder als Politiker also zu bieten, inklusive glänzender Haushaltsberichte in seinem Finanzressort. Und dennoch wirkte es in dem nach der CSU-Pleite bei der Bundestagswahl entstandenen Machtkampf so, als wolle Seehofer alles daran setzen, seinen stärksten Minister als Nachfolger zu verhindern. Zuletzt sorgte die angebliche Gegenkandidatur des Seehofer-Vertrauten und bayerischen Innenministers Joachim Herrmann für Aufregung.

Was sich politisch nur schwer begründen lässt, erklärt sich auf der menschlichen Ebene. Als "vom Ehrgeiz zerfressen" und für "zu viele Schmutzeleien" geißelte Seehofer seinen Minister 2012 öffentlich auf einer CSU-Weihnachtsfeier. Seehofer verkneift sich inzwischen neue Beschimpfungen. Und Söder zeigte gleichzeitig sein strategisches Geschick und baute seine Hausmacht in der CSU konsequent aus.

Jetzt oder nie

Dabei punktete er als Franke auch in Oberbayern. Mal zeigte er sich im Stil eines Landesvaters im Lodenmantel bei der Leonhardiwallfahrt im oberbayerischen Bad Tölz, dann hielt er ausgerechnet im Wahlbezirk seiner zwischenzeitlichen Konkurrentin Ilse Aigner eine umjubelte Bierzeltrede. In der Landtagsfraktion sammelte Söder eine stetig wachsende Unterstützerzahl. Es wird erwartet, dass er manche seiner Fürsprecher bald mit einem Ministerposten belohnen wird.

Jetzt oder nie - ganz nach diesem Motto ging Söder vor. Sein Vorteil ist, dass er den CSU-Betrieb in Bayern ebenso wie die Staatsregierung aus dem Effeff kennt. Der Jurist und ehemalige Redakteur des Bayerischen Fernsehens trat als Fan von Franz Josef Strauß schon mit 16 Jahren 1983 in die CSU ein. Er war acht Jahre lang bis 2003 Chef der Jungen Union, im Landtag sitzt er seit 1994. Von 2003 an war Söder CSU-Generalsekretär.

Aus dieser Zeit stammt allerdings auch der Ruf, manchmal schneller zu sprechen als zu denken. So wurde Söder für Vorstöße zur Rettung des Sandmännchens auch CSU-intern belächelt. Gerade viele ältere CSU-Politiker verdrehen beim Namen Söder die Augen. Dass von seinen vier Kindern eines unehelich ist, spielt dagegen keine Rolle mehr in der konservativen CSU - auch Seehofer hat drei eheliche Kinder und ein uneheliches.

Auch mal ein Hingucker

Karin Söder scheint ihren umtriebigen Mann jedenfalls mit Humor zu begleiten. Das Paar zählt jedes Jahr zu den Hinguckern der von Millionen im Fernsehen verfolgten "Fastnacht in Franken", zuletzt als Marge und Homer Simpson.

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