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AfD-Politikerin vergleicht Merkel mit Hitler

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Nicole Höchst - AfD-Politikerin vergleicht Merkel mit Hitler

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"Der Schnauzer trägt jetzt Raute": Die AfD-Abgeordnete Nicole Höchst will wahrscheinlich Parteivorsitzende werden. Im ZDF provoziert sie mit einem Merkel-Hitler-Vergleich.

Nicole Höchst am 25.10.2019 in Berlin
Nicole Höchst (AfD) dürfte für Parteivorsitz kandidieren
Quelle: DPA

"Meiner Meinung nach hat die Machtergreifung schon stattgefunden. Der Schnauzer trägt jetzt Raute", sagt die AfD-Abgeordnete Nicole Höchst Anfang des Jahres. In einem ZDF-Interview verteidigt Höchst nun das Zitat: "Wenn ich mir anschaue, wie damals, meinen Geschichtskenntnissen nach, Adolf Hitler an die Macht gekommen ist, was gleichgeschaltet wurde (...) und ich vergleiche das mit dem, wie wir heute eine Zivilgesellschaft pampern, die auf politische Gegner zugeht (...) Ich sehe da sehr viele Parallelen", sagt Höchst im ZDF.

Auf den Einwand des ZDF, dass Adolf Hitler unter anderem für den Mord an sechs Millionen Juden verantwortlich sei, antwortet sie: "Wir haben im Moment eine Phase, wo wir den Ausgang noch nicht kennen. Und wir wissen noch nicht, wo diese Geschichte, die jetzt angestrebt wird durch die totalitaristische Tendenz unserer herrschenden Politik - wir wissen noch nicht, wo es endet. Wenn in 50 Jahren wir den Vergleich wieder rauskramen und ich sollte noch leben und meine kassandrischen Fähigkeiten haben mich im Stich gelassen, dann entschuldige ich mich sehr gerne dafür", sagt sie.

Höchst: "Der Schnauzer trägt jetzt Raute"

Nicole Höchst könnte in der AfD bald eine tragende Rolle spielen. Sie erwägt, als Parteivorsitzende zu kandidieren. Nach ZDF-Informationen rechnet die Parteispitze derzeit fest mit ihrer Kandidatur. Sie dürfte auch von großen Teilen des sogenannten "Flügels" in der AfD in Braunschweig unterstützt werden. Dieser rechte, in Teilen rechtsextreme Flügel der Partei, eint mehrheitlich das Ziel, den bisherigen AfD-Vorsitzenden Jörg Meuthen abzulösen.

Auffällig ist, dass sich Nicole Höchst im ZDF-Interview - anders als Jörg Meuthen - nicht für den Parteiausschluss rechtsextremer Mitglieder ausspricht. Dass ein AfD-Mitglied den rechtsterroristischen NSU als "Fake NSU" bezeichnet hatte, nimmt Höchst jedenfalls nicht zum Anlass, sich von diesem Mitglied zu distanzieren. Ohne nähere Informationen wolle sie dazu nichts sagen, so Höchst. "Ich bin nicht bei der Sprachpolizei", sagt sie. Laufende Verfahren wolle sie nicht kommentieren.

Höchst kritisiert "Tittensozialismus"

Höchst spricht sich in dem Interview auch gegen Frauenquoten aus und kritisiert einen - so wörtlich - "Tittensozialismus". "Tittensozialismus ist der Zwang durch Frauen für andere Frauen durchzusetzen, dass sie erwerbstätig sein müssen." Solche Frauen würden oft auch Quoten durchsetzen wollen, sagt sie. Das lehne sie ab. Sie sei aber keine Antifeministin. Feminismus müsse sich aber weiterentwickeln.

Am Wochenende findet in Braunschweig der AfD-Bundesparteitag statt. Dabei sollen die Spitzenposten neu besetzt werden. Ein Thema des Parteitags ist auch das Verhältnis der Partei zur rechtextremen identitären Bewegung.

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