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Präsident Kabila vor Ablösung - Tshisekedi gewinnt Wahl im Kongo

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Im Kongo ist überraschend der Oppositionskandidat Tshisekedi zum Sieger der Präsidentenwahl gekürt worden. Der Zweitplatzierte Fayulu will das Ergebnis nicht anerkennen.

Mit knapp 39 Prozent hat der Oppositionskandidat Tshisekedi die Präsidentschaftswahl im Kongo gewonnen. Gewalthandlungen und ein Ebola-Ausbruch hatten die Wahl überschattet.

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Im Kongo hat Oppositionskandidat Felix Tshisekedi überraschend die Präsidentenwahl gewonnen. Damit wird er Joseph Kabila als Staatschef ablösen, der das Land seit 17 Jahren mit harter Hand regiert. Erkennen die anderen Kandidaten ihre Niederlage an, wäre es der erste friedliche Machtwechsel seit rund 50 Jahren.

Laut Wahlkommission zeigen die vorläufigen Endergebnisse, das Tshisekedi mehr als sieben der 18 Millionen abgegebenen Stimmen oder 38,57 Prozent bekommen hat. Für den Sieg genügte eine einfache Mehrheit.

Der Oppositionskandidat Martin Fayulu, der in Umfragen geführt hatte, kam auf mehr als sechs Millionen Stimmen oder 34,8 Prozent. Fayulu sagte, das Ergebnis sei "manipuliert, fabriziert und erfunden". Das Land stellte sich auf mögliche Proteste ein. Der Kandidat der Regierungspartei, Emmanuel Ramazani Shadary, hatte mehr als vier Millionen Stimmen oder 23,8 Prozent.

Es handle sich um einen Putsch an den Urnen, sagte Fayulu dem französischen Auslandssender RFI. Er forderte eine Nachzählung der Ergebnisse in jedem einzelnen Wahllokal. Ein Sprecher Shadarys räumte dagegen dessen Niederlage ein und kündigte an, man werde den historischen Machtwechsel unterstützen. Die Zukunft Kabilas, der nach 18 Jahren an der Macht nicht wieder antreten durfte, war am Donnerstag ungewiss.

Verfassungsgericht muss Ergebnis bestätigen

In seiner ersten Rede nach der Bekanntgabe des Wahlergebnisses lobte Tshisekedi Kabila als Partner für den demokratischen Wandel und rief dazu auf, ihn nicht länger als Feind zu betrachten. Allem voran sei er glücklich, dass das befürchtete Blutvergießen bei der Wahl ausgeblieben sei, betonte Tshisekedi.

Tshisekedi ist der Sohn des verstorbenen Oppositionsführers Etienne Tshisekedi. Er ist aber relativ unbekannt. Einige Beobachter haben angedeutet, die Regierung von Präsident Joseph Kabila habe versucht, ein Geschäft zu machen, da die Hoffnung auf einen Sieg von Shadary zurückgegangen sei. Kabila hat ein großes Vermögen zusammengetragen, das er voraussichtlich schützen wird. Fayulu hat versprochen, die Korruption in dem Land zu beseitigen.

Das Verfassungsgericht hat 14 Tage Zeit, um das Ergebnis zu bestätigen. Die USA hatten Sanktionen gegen Behördenvertreter angedroht, die die Wahl manipulierten. Dutzende Menschen in der Hauptstadt Kinshasa tanzen, nachdem das Wahlergebnis nach Mitternacht bekanntgegeben worden war.

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