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Afghanistan: Amtsinhaber Aschraf Ghani liegt vorn

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Präsidentschaftswahl - Afghanistan: Amtsinhaber Aschraf Ghani liegt vorn

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Drei Monate nach den Wahlen in Afghanistan gibt es ein vorläufiges Ergebnis: Amtsinhaber Ghani soll die absolute Mehrheit erreicht haben. Sein Konkurrent will das nicht hinnehmen.

Präsident Ashraf Ghani spricht am 3. Dezember 2019 bei einer Pressekonferenz in Kabul
Präsident Ashraf Ghani
Quelle: Reuters

Auf Amtsinhaber Aschraf Ghani entfielen nach Angaben der Unabhängigen Wahlkommission (IEC) vom Sonntag 50,64 Prozent der Stimmen. Bleibt es bei diesem Resultat, hätte er die Wahl im ersten Wahlgang gewonnen und es wäre keine Stichwahl erforderlich. Nun können Beschwerden bei der Wahlbeschwerdekommission eingereicht werden. Wann die offiziellen Endergebnisse vorliegen sollen, ist offen.

Ghanis wichtigster Herausforderer, der bisherige Regierungsgeschäftsführer Abdullah Abdullah, gewann laut Wahlkommission 39,5 Prozent der Stimmen. Er hatte bereits angekündigt, die Resultate nicht anerkennen zu wollen. Laut Abdullah hätten vor der Stimmennachzählung erst 300.000 Stimmen ausgesiebt werden müssen. Diese waren seiner Ansicht nach ungültig. Die Wahlkommission kam dieser Forderung jedoch nicht nach, woraufhin Anhänger von Abdullah die Nachzählungen in mehreren Provinzen blockiert hatten. Dies führte dazu, dass sich die Bekanntgabe der Wahlergebnisse immer weiter verzögerte.

Resultat erst drei Monate nach der Wahl

Diese Woche konnten die Nachzählungen schließlich abgeschlossen werden. Fast drei Monate nach der Präsidentschaftswahl, die am 28. September stattgefunden hatte, veröffentliche die Wahlkommission das vorläufige Ergebnis. Dabei hatte sich Regierungschef Abdullah Abdullah kurz nach der Wahl bereits zum Sieger erklärt. Die Wahlkommission wies ihn damals jedoch sogleich zurecht, kein Kandidat dürfe dem offiziellen Wahlergebnis vorgreifen.

Vor der Wahl hatte es in Kabul viele Warnungen vor einer möglichen politischen Krise im Fall einer erneut umstrittenen Wahl gegeben. Wegen der schlechten Sicherheitslage, Enttäuschung über die Regierung und mangelndem Vertrauen in Wahlen nach zahlreichen Wahlfälschungsvorwürfen in der Vergangenheit, war die Wahlbeteiligung die geringste seit dem Sturz des Taliban-Regimes im Jahr 2001.

Nur 1,8 Millionen gültige Stimmen

Die Wahlkommission erklärte rund 1,8 Millionen Stimmen für gültig. Analysten zufolge gibt es mindestens 13,5 Millionen Wahlberechtigte in Afghanistan. Mehr als 9,6 Millionen Afghanen waren zur Wahl registriert, rund ein Drittel davon Frauen.

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