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Präsidentschaftswahlen in Kenia - Feiern und Proteste nach Kenyattas Wahlsieg

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Die Lage in Kenia war tagelang angespannt. Jetzt ist es offiziell: Der alte Präsident ist auch der neue. Uhuru Kenyatta wird weitere fünf Jahre im Amt bleiben. Seine Anhänger feiern - doch die Opposition lehnt das Ergebnis ab.

Bei Protesten gegen die Wiederwahl von Präsident Kenyatta wurden mindestens vier Menschen durch Polizisten erschossen. Die Wahlkommission wird den Vorwürfen einer manipulierten Wahl nachgehen.

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Nach dem Sieg von Uhuru Kenyatta bei den Präsidentschaftswahlen in Kenia sind seine Anhänger jubelnd durch die Straßen gezogen. In Teilen des Landes ist es aber zu Protesten und Ausschreitungen gekommen. Die Polizei habe in der Stadt Kisumu zwei Menschen erschossen, erklärte Regionalkommandeur Leonard Katana. Fünf weitere Menschen seien verletzt worden.

Anhänger der Opposition demonstrierten unter anderem in Nairobi und im Westen des Landes. Auch in der Oppositionshochburg Kisumu im Westen seien nach der Verkündung des Ergebnisses Proteste ausgebrochen, sagte ein Anwohner, Victor Nyamori. Augenzeugen berichteten von Schüssen und dem Einsatz von Tränengas. In Kawangware, einem Slum von Nairobi, seien etliche Menschen auf die Straßen gegangen. Die Polizei hätte teilweise Tränengas eingesetzt, berichtete eine dpa-Reporterin.

Opposition spricht von Wahlbetrug

Kenyatta war am Freitagabend von der Wahlkommission zum Sieger erklärt worden. Demnach stimmten 54,27 Prozent der Wahlberechtigten für ihn. Sein Herausforderer Raila Odinga erhielt 44,74 Prozent der mehr als 15 Millionen Stimmen. Odingas Parteienbündnis Nasa erkannte das Ergebnis nicht an und nannte es eine "Farce". Laut Opposition hatten sich Hacker Zugang zur Datenbank der Wahlkommission verschafft und die Ergebnisse manipuliert. Die Kommission bestätigte zwar einen Angriff, erklärte aber, dieser sei gescheitert. Der 72-jährige Odinga, der zum vierten Mal als Kandidat für die Präsidentschaft antrat, hatte die Wahl schon im Vorfeld als "Betrug" bezeichnet.

Internationale Wahlbeobachter hatten die Präsidentschafts- und Parlamentswahlen am Dienstag für weitestgehend frei und glaubwürdig erklärt. Die Abstimmungen in den Wahllokahlen seien transparent gewesen, sagte der Leiter der Wahlbeobachtermission des Commonwealth, der ehemalige ghanaische Präsident John Mahama. Sie verliefen zudem nach Angaben der Polizei und Wahlbehörde meist friedlich. Neben dem Präsidenten und beiden Kammern des Parlaments wählten die Kenianer in den 47 Verwaltungsbezirken des Landes auch neue Gouverneure und Regionalvertretungen.

Kenyatta ruft zu Versöhnung auf

Nach seinem Wahlsieg wandte sich Kenyatta an das Volk und rief die Opposition zur Versöhnung auf. "Lasst uns friedlich sein", sagte der 55-jährige, der nun für weitere fünf Jahre an der Spitze des Landes steht. "Wir sind keine Feinde, wir sind alle Bürger der gleichen Republik", sagte Kenyatta. Er reiche Odinga und all seinen Anhängern die Hand. Es gebe keinen Grund für Gewalt. Kenia habe in der Vergangenheit die Auswirkungen politischer Gewalt gesehen. "Und ich bin mir sicher, dass kein einziger Kenianer zu dem zurückkehren will."

Kenyattas Anhänger feierten seinen Sieg auf den Straßen. Fernsehbilder zeigten am frühen Samstagmorgen jubelnde Anhänger. Beobachter hatten Unruhen und blutige Auseinandersetzungen zwischen den Anhängern Odingas und Unterstützern der Opposition befürchtet. Der 55-jährige Kenyatta und Ex-Regierungschef Odinga sind seit langem verfeindet. Der Oppositionsführer hatte schon bei vorherigen Wahlen den Sieg vergeblich für sich reklamiert. Vor zehn Jahren war Kenia nach einem knappen Wahlausgang durch blutige Unruhen mit mehr als 1. 100 Toten erschüttert worden. Rund 150.000 Menschen waren damals geflohen.

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