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Projektion zur Bürgerschaftswahl - Schule und Bildung größte Probleme in Bremen

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In gut einer Woche wählen die Bremer ihre Bürgerschaft - und vielen machen vor allem die Themen Schule und Bildung Sorgen. Das ergab das aktuelle ZDF-Politbarometer Extra.

Politbarometer: Wichtigste Probleme in Bremen
Bei der Frage nach den wichtigsten Problemen antworten 47 Prozent der Befragten mit "Ausbildung/Schule".

In Bremen wird parallel zur Europawahl am 26. Mai auch die Bürgerschaft gewählt - erstmals könnte die CDU die SPD überholen. Inhaltlich beschäftigt die Bürger vor allem das Thema Bildungspolitik, das ergab das aktuelle ZDF-Politbarometer. 47 Prozent der Befragten gaben an, dass dies das wichtigste Thema im Stadtstaat sei. Danach folgen Verkehr (28 Prozent) und Wohnungsmarkt (20 Prozent).

Beim Thema Schule und Bildung billigen die Bremer der CDU mit 28 Prozent die größte Kompetenz zu - vor der SPD mit 22 Prozent. Beim Thema Verkehr liegt die CDU mit 26 Prozent bei der Kompetenzzuweisung auf Platz eins vor den Grünen mit 24 Prozent und beim drittwichtigsten Thema Wohnungsmarkt trauen 30 Prozent der SPD am meisten zu, vor der CDU mit 16 Prozent.

SPD verliert laut Projektion deutlich

Insgesamt zeichnen sich deutliche Verluste für die SPD in ihrer bisherigen Hochburg ab, wo sie seit 72 Jahren stärkste Partei ist und immer den Regierungschef gestellt hat. Obwohl die Grünen mit Zuwächsen rechnen können, dürfte es für die Fortsetzung der Koalition von SPD und Grünen keine Mehrheit mehr geben.

Wenn schon am nächsten Sonntag gewählt würde, dann ergäben sich aktuell folgende Projektionswerte für die Parteien: Die SPD käme jetzt nur noch auf 24,5 Prozent, die CDU auf 26 Prozent, die Grünen auf 18 Prozent, die Linke auf zwölf Prozent, die FDP auf 5,5 Prozent, die AfD auf acht Prozent und die Wählervereinigung "Bürger in Wut" (BIW) auf drei Prozent. Die anderen Parteien lägen zusammen bei drei Prozent. Damit hätte von den möglichen Zweierbündnissen lediglich eine große Koalition eine Mehrheit. Bei der Frage, welche Parteien Abgeordnete in die Bürgerschaft des Landes entsenden können, muss beachtet werden, dass in den Städten Bremen und Bremerhaven jeweils separate Fünf-Prozent-Hürden gelten.

Diese Projektionswerte geben lediglich das Stimmungsbild für die Parteien zum jetzigen Zeitpunkt wieder und stellen keine Prognose für den Wahlausgang dar. Grundsätzlich sind bei diesen Werten auch die statistischen Fehlerbereiche von Umfragen zu berücksichtigen. Darüber hinaus kann es bis zum Wahlsonntag für die verschiedenen Parteien durch unterschiedliche Mobilisierungserfolge noch zu entscheidenden Veränderungen kommen. Zudem wissen zurzeit 48 Prozent noch nicht sicher, wen oder ob sie wählen wollen.

SPD vor vier Jahren noch bei 32,8 Prozent

Bei der letzten Bürgerschaftswahl 2015 war die SPD auf 32,8 Prozent gekommen, die CDU auf 22,4 Prozent, die Grünen auf 15,1 Prozent, die Linke auf 9,5 Prozent, die FDP auf 6,6 Prozent, die AfD auf 5,5 Prozent, der BIW auf 3,2 Prozent und die anderen Parteien zusammen auf 4,8 Prozent.

Als wichtiger für ihre aktuelle Wahlabsicht nennen ähnlich wie vor vier Jahren jetzt 75 Prozent die Landespolitik und nur 21 Prozent die Bundespolitik.

Viele wollen Bürgermeister Sieling auch weiterhin

Bei der Frage, wen man lieber als Bürgermeister hätte, kommt Amtsinhaber Carsten Sieling (SPD) auf 42 Prozent und sein Herausforderer von der CDU, Carsten Meyer-Heder, auf 29 Prozent (zehn Prozent keinen von beiden, 19 Prozent weiß nicht / kenne ich nicht).

Auf der Skala von plus fünf bis minus fünf ("Was halten sie von?") wird Carsten Sieling nur mit einem Durchschnittswert von 0,8 bewertet. Sein Vorgänger als SPD-Spitzenkandidat, Jens Böhrnsen, erreichte vor der letzten Wahl 1,9. Der politische Quereinsteiger Carsten Meyer-Heder erhält jetzt mit 0,6 eine deutlich bessere Bewertung als die CDU-Spitzenkandidatin Elisabeth Motschmann (minus 0,4) vor vier Jahren.

Koalitionspräferenzen

Sieling und Meyer-Heder
Amtsinhaber Carsten Sieling (SPD, links im Bild) und Carsten Meyer-Heder (CDU).
Quelle: dpa

Keines der denkbaren Koalitionsmodelle findet einen überzeugenden Rückhalt bei den Befragten. Noch am positivsten wird Rot-Grün gesehen (gut: 43 Prozent; schlecht: 42 Prozent; Rest zu 100 Prozent hier und im Folgenden jeweils "egal" bzw. "weiß nicht"). Danach folgen eine Koalition aus SPD, Grünen und Linke (gut: 35 Prozent; schlecht: 49 Prozent), eine CDU-geführte Koalition mit der SPD (gut: 33 Prozent; schlecht: 52 Prozent) und eine SPD-geführte Koalition mit der CDU (gut: 29 Prozent; schlecht: 55 Prozent). Die schlechteste Bewertung erhält eine mögliche Regierung aus SPD, Grünen und FDP (gut: 16 Prozent; schlecht: 61 Prozent).

Die Umfrage zu diesem Politbarometer Extra ...

... wurde wie immer von der Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen durchgeführt. Die Interviews wurden in der Zeit vom 13. bis 15.5.2019 unter 1.021 zufällig ausgewählten Wahlberechtigten im Land Bremen telefonisch erhoben. Die Befragung ist repräsentativ für die dortige wahlberechtigte Bevölkerung. Der Fehlerbereich beträgt bei einem Anteilswert von 40 Prozent gut +/- drei Prozentpunkte und bei einem Anteilswert von zehn Prozent gut +/- zwei Prozentpunkte. Das nächste Politbarometer Extra zu Bremen veröffentlicht das ZDF am 23.5.2019 im heute-journal und das nächste Politbarometer-Extra zur Europawahl am 17.5.2019. Weitere Informationen zur Methodik der Umfrage und zu den genauen Frageformulierungen finden Sie auch auf www.forschungsgruppe.de

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