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US-Verteidigungsminister geht - Trumps Truppenabzüge: Mattis tritt zurück

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US-Präsident kündigt den Abzug von US-Truppen aus Syrien an. Die Folge: Verteidigungsminister Mattis tritt zurück. Dann die nächste Ankündigung Trumps: Teilabzug aus Afghanistan.

US-Verteidigungsminister James Mattis kündigte seinen Rücktritt an, wohl aus Protest gegen den Abzug der US-Truppen aus Syrien.

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Ein Verteidigungsminister sollte eigentlich die Linie seines Chefs vertreten, schrieb Verteigungungsminister James Mattis in seinem Rücktrittsgesuch. Aber das konnte er nicht mehr. Der Truppen-Abzug aus Syrien brachte das Fass zum Überlaufen. Nur wenige Stunden nach der Rücktrittsankündigung wurde obendrein bekannt, dass US-Präsident Donald Trump auch aus Afghanistan zahlreiche US-Soldaten abziehen will. Auch hier dachten beide anders: Mattis und andere wollten zusätzliche Ressourcen und Soldaten in den Konflikt stecken, Trump dagegen beschwerte sich über die Kosten des Krieges.

"Diese Entscheidung wurde getroffen. Es wird einen bedeutenden Abzug geben", berichten US-Medien nun unter Berufung auf Regierungsvertreter. Derzeit sind in Afghanistan rund 14.000 US-Soldaten für die Nato-Ausbildungs- und Unterstützungsmission "Resolute Support" oder für Anti-Terror-Einsätze stationiert. Den Zeitungen "Wall Street Journal" und "New York Times" zufolge soll rund die Hälfte von ihnen abgezogen werden. Im vergangenen Jahr hatten Mattis und weitere Militärberater Trump noch dazu überreden können, angesichts eines Vormarschs der radikalislamischen Taliban tausende zusätzliche US-Soldaten nach Afghanistan zu entsenden.

Mattis' Rückzug löst Entsetzen aus

Kurz zuvor gab es den Paukenschlag in Washington: Mattis wird Ende Februar seinen Posten räumen - ausdrücklich aus Protest gegen den Kurs von Trump. Am Donnerstagabend Ortszeit, in Europa kurz vor Mitternacht, gab Trump den Abgang via Twitter bekannt. Kurz darauf wurde das Rücktrittsschreiben von Mattis an Trump veröffentlicht. Darin nannte der Pentagon-Chef grundlegende inhaltliche Differenzen mit dem Präsidenten als Grund für seinen Rückzug.

Maßgeblich für den Entschluss soll auch Trumps hochumstrittene Entscheidung gewesen sein, alle US-Soldaten aus Syrien abzuziehen. Politiker von Demokraten wie Republikanern reagierten schockiert auf Mattis' Ankündigung: Ihrer Einschätzung nach verschwindet mit ihm die letzte Stimme der Vernunft in der Trump-Administration.

Diszipliniert und loyal

Mattis steht seit Trumps Amtsantritt im Januar 2017 an der Spitze des Pentagons. Der Vier-Sterne-General hat eine lange Militärkarriere hinter sich. Er gilt als ruhig, bedacht und diszipliniert. Keiner, der sich in den Vordergrund drängt. Markige Sprüche sind nicht seine Sache. Mattis ist einer der letzten in Trumps Regierung, mit denen Begriffe wie Zurückhaltung oder Integrität verbunden werden. Er genießt Ansehen bei Republikanern wie Demokraten.

Mit öffentlichem Widerspruch gegen den Präsidenten hat sich Mattis bisher zurückgehalten - auch wenn er oft anderer Meinung war. Er bevorzugte es, im Hintergrund mäßigend zu wirken, anstatt öffentlich die Konfrontation zu suchen. Einmal erklärte er, sein Rat an den Präsidenten sei vertraulich. Seine Loyalität brachte ihm Trumps Wohlwollen ein.

US-amerikanischen Medien zufolge versuchte Mattis auch im Fall Syrien den Präsidenten umzustimmen. Noch am Donnerstag soll er auf Trump eingeredet haben - allerdings ohne Erfolg. Daraufhin habe er seinen Rückzug erklärt.

Entscheidung gegen jeden Rat

Trump hatte am Mittwoch überraschend bekanntgegeben, dass er alle 2.000 US-Soldaten aus Syrien heimholen wolle - die Terrororganisation IS sei schließlich besiegt. Der Aufschrei war groß: in den USA und weit über die Landesgrenzen hinaus. Selbst Parteifreunde von Trump äußerten sich schockiert und bezeichneten einen überstürzten Abzug als fatal.

Fachleuten zufolge ist der IS keineswegs besiegt. Nach US-Medienberichten setzte sich Trump aber über alle Warnungen aus seinem Umfeld hinweg - auch über den Rat von Mattis.

Mattis betont Bedeutung von Bündnissen

In seinem Rücktrittsbrief beschrieb Mattis ausführlich, was ihm widerstrebt. Und er betonte darin die Bedeutung internationaler Allianzen. Es sei unverzichtbar für die USA, starke Partnerschaften zu pflegen und Verbündete mit Respekt zu behandeln - etwa die Nato und das internationale Anti-IS-Bündnis. Gleichzeitig müssten die USA unmissverständlich in ihrer Haltung gegenüber Ländern wie Russland oder China auftreten, deren Interessen den eigenen zuwiderliefen.

"Da Sie das Recht auf einen Verteidigungsminister haben, dessen Positionen mehr auf Ihrer Linie liegen in dieser und in anderen Fragen, halte ich es für richtig, meinen Posten zu räumen", schrieb Mattis an Trump. Der Präsident hat sich eher einen Namen damit gemacht, internationale Partner reihenweise vor den Kopf zu stoßen und ungewohnte Nähe zu einstigen Gegnern zu demonstrieren. Ein Kurs, den Mattis nicht mehr mittragen will.

Trump mühte sich, jeden Anschein von Differenzen mit Mattis zu zerstreuen und lobte dessen Arbeit. Doch Mattis' überdeutliche Worte lassen sich davon nicht übertünchen.

Auch Demokraten sind "bestürzt"

Die Frontfrau der Demokraten im US-Repräsentantenhaus, Nancy Pelosi, nannte Mattis' Schreiben einen "wunderbaren Brief über unsere Werte". Mattis sei eine "Stimme der Stabilität" in Trumps Kabinett. Dass er gehe, bestürze sie. "Das ist ein sehr trauriger Tag für unser Land." Der Fraktionschefs der Demokraten im Senat, Chuck Schumer, machte in Trumps Administration komplettes Chaos aus.

Mit Mattis geht auch die Zeit der Generäle in der Administration Trumps zu Ende. Zuvor waren bereits die hochdekorierten Militärs Michael Flynn und Herbert Raymond McMaster ausgeschieden, zum Jahreswechsel geht auch Stabschef John Kelly, ebenfalls Ex-Militär.

Hinzu kamen diverse andere Personalwechsel. Trump feuert in hoher Taktzahl Leute aus der eigenen Mannschaft und hat zunehmend Probleme, die Posten nachzubesetzen. Den Job des Stabschefs lehnten zuletzt gleich mehrere Kandidaten dankend ab. Für Trumps Außenwirkung ist das fatal. Dass ihm nun auch angesehene Leute aus dem Kabinett davonlaufen, gibt ebenfalls ein desaströses Bild ab.

Sorgen auch bei Republikanern

Zunehmend melden sich inzwischen Republikaner besorgt zu Wort. Das Echo auf Trumps Syrien-Entscheidung in der eigenen Partei war verheerend. Und auch der Rückzug von Mattis bereitet hier Sorgen. Der Top-Republikaner Mitch McConnell, Mehrheitsführer im Senat, äußerte sich ungewöhnlich deutlich: Er sei "besonders erschüttert", dass Mattis wegen Differenzen mit dem Präsidenten gehe. Die USA müssten ein klares Verständnis davon behalten, wer international Freund und wer Feind sei. McConnell rief Trump dringend auf, einen Nachfolger zu benennen, der diese grundlegenden Prinzipien von Mattis teile.

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