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Protest in Hongkong - Polizei beendet verbotenen Marsch gewaltsam

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Die Polizei hatte den Marsch ausdrücklich verboten. Demonstranten schwenkten aber unbeirrt US- und britische Flaggen, andere Poster mit Forderungen. Dann eskalierte die Situation.

Demonstranten werden von Einsatzkräften der Polizei mit Wasserwerfern beschossen.
Polizei setzt Wasserwerfer gegen Demonstranten ein.
Quelle: Reuters

Tausende Demonstranten sind trotz eines Polizeiverbots durch die Innenstadt von Hongkong marschiert. Daraufhin brach neue Gewalt aus. Die Polizei setzte einen Wasserwerfer und Tränengas gegen Demonstranten ein, die Molotowcocktails vor einer Regierungsanlage warfen. Sie hatte im Vorfeld einen Antrag der Zivilen Menschenrechtsfront für den Marsch abgelehnt.

Neben Demonstranten in Schwarz und Masken nahmen Familien mit Kindern an dem Marsch durch die Straßen einer Geschäftsgegend teil. Sie marschierten mehr als zwei Kilometer ins zentrale Geschäftsviertel. Einige der Demonstranten schwenkten US- und britische Flaggen, andere hatten Poster mit ihren Forderungen nach demokratischen Reformen.

Ein Demonstrant mit Gasmaske wirft einen Tränengaskanister zurück Richtung Polizei
Demonstrant wirft einen Tränengas-Behälter zurück Richtung Polizei.
Quelle: Reuters

Demonstranten verwüsten Innenstadt

Der Marsch störte den Verkehr. Einige Demonstranten nutzten Kegel, Metallabsperrungen und Mülleimer, um Straßenbarrieren zu errichten. Viele Geschäfte machten zu. Demonstranten verbrannten chinesische Flaggen und rissen Banner nieder, auf denen der regierenden Kommunistischen Partei von China gratuliert wurde. Die Partei feiert am 1. Oktober ihr 70-jähriges Jubiläum an der Regierung. Einige Demonstranten zertrümmerten Fensterscheiben und Überwachungskameras am Ausgang einer U-Bahn-Station.

Die Polizei warnte in einer Mitteilung, dass der Marsch illegal sei. Sie forderte Demonstranten auf, "ihre illegalen Akte zu stoppen". Die Polizei errichtete Barrieren vor der Regierungsanlage. Sie hatte auch einen Marsch der Zivilen Menschenrechtsfront am 31. August verboten. Demonstranten hielten diesen aber auch trotzdem ab.

Ein Demonstrant mit einer Steinschleuder
Die Polizei forderte Demonstranten auf, "ihre illegalen Akte zu stoppen".
Quelle: Reuters

Auslieferungsgesetzentwurf als Auslöser

Die Demonstrationen in Hongkong waren im Juni durch einen Auslieferungsgesetzentwurf ausgelöst worden. Viele betrachteten den Entwurf als Beispiel für eine sich ausbreitende Einmischung Chinas. Die Regierung hat versprochen, den Entwurf zurückzuziehen. Die Demonstranten haben aber ihre Forderungen ausgeweitet. Sie verlangen direkte Wahlen für die Stadtregierung und dass die Polizei zur Rechenschaft gezogen wird.

Es hat zwischen Demonstranten und Polizisten immer mehr Zusammenstöße gegeben. Demonstranten haben der Polizei Verstöße vorgeworfen. Mehr als 1.300 Personen sind seit Beginn der Proteste festgenommen worden. Die chinesische Regierung hat dem Ausland vorgeworfen, die Unruhen zu schüren.

Ein Protestler wirft einen Molotowcocktail.
Protestler schleudert einen Molotowcocktail im Regierungsviertel.
Quelle: Reuters

Versammlung vor britischem Konsulat

Auf der Suche nach internationaler Hilfe bei ihrer Kampagne für demokratische Reformen hatten sich im Vorfeld des Marsches am Sonntag Hunderte Demonstranten vor dem britischen Konsulat in Hongkong versammelt. Sie schwenkten britische Flaggen, sangen die britische Nationalhymne "God save the Queen" und skandierten "Vereinigtes Königreich, rette Hongkong". Die Demonstranten hatten ähnliche Kundgebungen in diesem Monat vor der britischen diplomatischen Vertretung und am vergangenen Wochenende am US-Konsulat veranstaltet.

Die Besucher der Kundgebung riefen Großbritannien, die frühere Kolonialmacht in Hongkong, auf, dafür zu sorgen, dass die Autonomie der Stadt gemäß Abkommen aufrechterhalten werde, die bei der Übergabe der Macht an China 1997 eingegangen wurden.

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