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Vier Jahre "Pegida" - Demo gegen Fremdenhass und Rassismus

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Seit vier Jahren gehen Angehörige der "Pegida"-Bewegung in Dresden auf die Straße. Zum Jahrestag waren deutlich mehr Gegendemonstranten unterwegs: Für Respekt und Demokratie.

Demonstranten tragen ein Transparent mit der Aufschrift "Herz statt Hetze" bei einer Anti-Pegida-Kundgebung in Dresden
Demo "Herz statt Hetze" in Dresden
Quelle: dpa

Ungefähr 10.000 Menschen haben nach Veranstalterangaben am Sonntag in Dresden gegen Rassismus und Ausländerfeindlichkeit demonstriert. Sie folgten einem Aufruf der Initiative "Herz statt Hetze". Anlass war eine zeitgleich stattfindende "Pegida"-Kundgebung zum vierten Jahrestag der fremdenfeindlichen Bewegung. Dazu hatten sich nach Schätzungen von Beobachtern mehrere Tausend Menschen versammelt, unter ihnen Anhänger der vom Verfassungsschutz beobachteten "Identitären Bewegung". In Sicht- und Hörweite protestierten mehrere Hundert Menschen lautstark gegen die "Pegida"-Versammlung auf dem Neumarkt vor der Frauenkirche. Sie riefen unter anderem "Nazis raus!".

"Gegen den Rechtsruck in Europa"

Ein erster Protestzug von Initiativen aus dem linken Spektrum war am Mittag von der Neustädter Elbseite in Richtung Zentrum mit mehreren Tausend Menschen gestartet. Auf Bannern war etwa zu lesen "Gemeinsam gegen den Rechtsruck in Europa". Vom Hauptbahnhof in die Innenstadt verlief ein weiteren Protestzug mit rund 6.000 Menschen. Beide Demonstrationen vereinigten sich zu einer gemeinsamen Abschlusskundgebung.

Damit setzten erstmals seit langem verschiedene Initiativen sowie Vertreter der Landesregierung, von Parteien und Kirchen ein gemeinsames Zeichen für Demokratie. In der Vergangenheit hatte es immer wieder nur Einzelaktionen gegeben. Neu war auch, dass sich der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) am Protest auf der Straße beteiligte. Parallel zur "Pegida"-Kundgebung fand zudem in der Frauenkirche ein Friedensgebet statt.

Ministerpräsident Kretschmer tritt bei Kundgebung auf

Kretschmer rief bei einer Kundgebung vor dem Dresdner Rathaus dazu auf, sich politisch zu engagieren: "Wir haben es in der Hand, ob dieses Land weltoffen und freundlich ist." Zugleich forderte er dazu auf, sich gegen Alltagsrassismus zu wehren. "Es ist wichtig, dass wir uns engagieren und denen entgegentreten, die nur einfache Antworten haben", sagte Kretschmer mit Blick auf "Pegida". Der Initiator des Bündnisses "Dresden.Respekt", der Medizinprofessor Gerhard Ehninger, sagte, "Demokratie ist keine Zuschau- sondern eine Mitmachveranstaltung".

Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD), appellierte in seiner Rede, gegen Fremdenfeindlichkeit aufzustehen. Bei Rassismus müsse es ein "klares Halt" geben, sagte Dulig. Wissenschafts- und Kunstministerin Eva-Maria Stange (SPD), betonte, es könne nicht sein, dass Menschen wie beispielsweise ausländische Wissenschaftler oder Studenten Angst hätten, in Dresden zu leben. Zugleich rief sie dazu auf, sich für ein demokratisches Miteinander einzusetzen. Mit Blick auf "Pegida" sagte Stange, dort versammelten sich "nicht nur die Unzufrieden, sondern sie ziehen rechte Gruppen an".

Maas: Pegida-Geburtstag ist trauriger Tag

Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) erklärte über den Kurznachrichtendienst Twitter, der vierte Geburtstag von "Pegida" sei "ein trauriger Tag für unser Land". Es sei aber gerade kein Tag, die Hände in den Schoß zu legen. "Super, dass heute erstmals alle Protest-Initiativen in Dresden gemeinsam demonstrieren", twitterte der Außenminister.

"Pegida" hatte sich am 17. Oktober 2014 erstmals in Dresden versammelt. Das Bündnis demonstriert seit vier Jahren regelmäßig mit mittlerweile jeweils rund 2.000 Teilnehmern.

Über 10.000 Demostranten, zwei Verletzte, mehrere Ermittlungen

Die Dresdner Polizei bestätigte gegenüber dem Evangelischen Pressedienst (epd) auf Anfrage, dass am Sonntag in Dresden mehr als 10.000 Menschen demonstriert haben. Zu den Teilnehmerzahlen der einzelnen Veranstaltungen wollte sich der Sprecher aber nicht äußern. Nach Polizeiangaben wurden bis zum späten Nachmittag zwei Körperverletzungsdelikte verzeichnet. Betroffen davon waren ein "Pegida"-Teilnehmer sowie ein Gegendemonstrant. Die Polizei habe die Ermittlungen gegen mehrere Tatverdächtige eingeleitet.

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