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Proteste bei Trump-Besuch in Dayton und El Paso

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Nach den Attacken vom Wochenende - Proteste bei Trump-Besuch in Dayton und El Paso

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Bei seinem Besuch in Dayton wird der US-Präsident von Demonstranten empfangen. Kritiker werfen ihm vor, mit fremdenfeindlicher Rhetorik Gewalt zu säen. Trump weist das zurück.

Nach den Schusswaffenattacken in Dayton/Ohio und El Paso/Texas am vergangenen Wochenende hat US-Präsident Donald Trump Ersthelfer und Angehörige der Opfer getroffen. Bei seiner Ankunft in Dayton am Mittwoch wurde er aber auch von Demonstranten empfangen, die ihm ebenso wie führende Demokraten vorwarfen, mit hetzerischen Aussagen zu rassistisch motivierter Gewalt beizutragen. Trump wies das zurück. Vielmehr bringe seine Rhetorik die Leute zusammen, sagte er vor seiner Abreise aus Washington. "Dem Land geht es unglaublich gut."

Tatsächlich ist der Schock vielerorts in den USA groß, nachdem am Samstag ein junger Mann in einem Walmart in El Paso 22 Menschen, viele von ihnen mit Migrationshintergrund, offenbar aus rassistisch Gründen tötete. In einem Pamphlet, das der Schütze von El Paso nach Erkenntnissen der Polizei vor der Tat online stellte, äußerte er sich ähnlich abwertend gegenüber Einwanderern aus Lateinamerika, wie Trump das getan hatte.

Motiv des Schützen in Dayton noch unklar

Keine 24 Stunden später erschoss in der Nacht zum Sonntag ein anderer Mann in Dayton neun Menschen. In diesem Fall ist das Motiv noch unklar. Trump schrieb aber auf Twitter, der Schütze habe seine politischen Rivalen Bernie Sanders und Elizabeth Warren unterstützt.

Karte: Dayton, Ohio
Karte: Dayton in Ohio
Quelle: ZDF

Beweise dafür legte er nicht vor, bekräftigte diese Aussagen aber vor seiner Abreise nach Dayton. Den Demokraten warf er vor, nur politisches Kapital aus den Tragödien schlagen zu wollen.

Demonstranten fordern schärfere Waffengesetze

Die demokratischen Präsidentschaftsbewerber verurteilten Trumps Rhetorik nahezu geschlossen als hetzerisch. Einer von ihnen, Beto O'Rouke, wollte während des Besuchs von Trump in seiner Heimatstadt El Paso eine Ansprache bei einer Gegendemonstration halten.

Demo gegen Trump und Waffen in Dayton, Ohio.
In Dayton machen Denmonstranten ihrem Ärger über den Besuch von Donald Trump und dem Gebrauch von Waffen Luft.
Quelle: Reuters

In Dayton trafen Trump und seine Ehefrau Melania Angestellte des Krankenhauses, in dem die meisten der Opfer behandelt worden waren. Davor versammelten sich mindestens 200 Demonstranten und forderten von Trump auch schärfere Waffengesetze.

Sie hatten unter anderem einen riesigen Ballon dabei, der Trump als grimmiges Baby zeigt. Ein solcher Ballon wurde schon bei zahlreichen Kundgebungen gegen Trump auf der ganzen Welt gezeigt. Auf Plakaten forderten die Demonstranten den Präsidenten auf, sich der Waffenlobby NRA entgegenzustellen und den Verkauf von Sturmgewehren zu verbieten.

Trump: Gesetz, das mehr Hintergrundüberprüfungen ermöglicht

Trump sagte, es gebe einen starken politischen Willen für ein Gesetz, das mehr Hintergrundüberprüfungen von Waffenkäufern ermöglichen würde. Eine solche Vorlage wurde im Repräsentantenhaus mit seiner demokratischen Mehrheit bereits im Februar gebilligt, aber vom republikanisch kontrollierten Senat blockiert. Dass sie jetzt durchgewunken wird, gilt aber als sehr unwahrscheinlich.

Möglicherweise können sich die beiden Parteien aber auf eine kleine Annäherung einigen. Konkret sieht dieser Plan des republikanischen Senators Lindsey Graham und seines demokratischen Kollegen Richard Blumenthal vor, die einzelnen Staaten der USA dazu zu bringen, dass sie sogenannte Warnsignal-Gesetze (red flag laws) erlassen. Dadurch könnten Menschen, die als Gefahr für sich und andere eingeschätzt werden, Waffen verwehrt werden.

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