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Frankreich und Italien - Zehntausende protestieren gegen Gewalt an Frauen

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In Rom und Paris sind Zehntausende auf die Straße gegangen, um gegen Gewalt an Frauen zu demonstrieren. In Frankreich soll es dieses Jahr bereits 116 Femizide gegeben haben.

In Rom und Paris haben zahlreiche Menschen gegen Gewalt an Frauen demonstriert. Sie forderten von ihren Regierungen besseren Schutz für Frauen, besonders vor häuslicher Gewalt.

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Allein in Paris gingen nach einer von mehreren Medien in Auftrag gegebenen unabhängigen Zählung 49.000 Menschen unter dem Motto #noustoutes (Wir alle) auf die Straße. Landesweit gab es rund 30 Kundgebungen. Die Teilnehmer wollten unter anderem auf die hohe Zahl sogenannter Femizide aufmerksam machen - also Tötungen von Frauen wegen ihres Geschlechts.

Die Veranstalter sprachen am Samstag von 100.000 Demonstranten allein in Paris. Es habe sich um den "größten Marsch der französischen Geschichte" gegen sexistische und sexualisierte Gewalt gehandelt, erklärte eine der Organisatorinnen, Caroline De Haas. Landesweit seien 150.000 Menschen auf die Straße gegangen. Auf Schildern war unter anderem "Brecht das Schweigen, nicht die Frauen" oder "Aggressoren, Stalker, ihr seid erledigt, die Frauen sind auf der Straße" zu lesen. Die Organisatoren hatten auf Facebook zuvor ein schärferes Vorgehen des Staates bei Verbrechen gegen Frauen gefordert. "Mit diesem Marsch werden wir die Behörden zu angemessenen Maßnahmen zwingen", hieß es in dem Onlinedienst.

Demo legt Rom kurzzeitig lahm

Auch in Rom haben mehrere zehntausend Menschen gegen Gewalt an Frauen demonstriert. Der Demonstrationszug, der hauptsächlich aus Frauen bestand, legte am Samstagnachmittag das Zentrum der italienischen Hauptstadt lahm. Die Teilnehmer marschierten hinter einem Spruchband mit dem Motto "Gegen eure Gewalt, wir sind die Revolution".

Frauenproteste in Rom
Um der Opfer zu gedenken, setzten sich alle Teilnehmer des Demonstrationszuges in Rom für einige Minuten still auf die Straße.
Quelle: ap

Die Demonstrationen fanden im Vorfeld des Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen statt, der jährlich am 25. November begangen wird. Nach Angaben von Frauenorganisationen stirbt in Italien alle 72 Stunden eine Frau durch Gewalt eines ihr bekannten Mannes, meist des Partners. Drei der vier sogenannten Femizide finden zu Hause statt.

Während des Demonstrationszuges setzten sich die Teilnehmer auf die Straße - minutenlang. Sie wollten damit nach Angaben der Organisatoren ein Zeichen setzen für all' die Frauen, die ihre Stimme nicht mehr erheben können, weil sie durch Gewalt von Männern gestorben sind. Auch Spieler der italienischen Fußballliga Serie A solidarisierten sich mit der Bewegung.

Italienische Fußballspieler Serie A unterstützt Frauen Proteste
Italienische Fußballspieler tragen rote Farbe im Gesicht. Sie zeigen damit Solidarität für die Demonstrationen gegen Gewalt an Frauen.
Quelle: reuters

Dieses Jahr bislang 116 Femizide in Frankreich

In Frankreich gab es nach Recherchen der Nachrichtenagentur AFP in diesem Jahr mindestens 116 Femizide, im gesamten vergangenen Jahr waren es 121. Experten des Europarats hatten Frankreich in dieser Woche einen Mangel an Schutzunterkünften und zu laxe Gesetze vorgeworfen. Frankreichs Justizministerin Nicole Belloubet hatte das Versagen der öffentlichen Einrichtungen eingeräumt. "Unser System schafft es nicht, diese Frauen zu schützen", sagte Belloubet. Die französische Regierung will am Montag Ergebnisse eines Runden Tischs gegen häusliche Gewalt vorstellen.

Derweil gingen in Russland knapp 200 Gegner einer geplanten Gesetzesverschärfung zum Schutz von Frauen auf die Straße. Das Gesetz sieht härtere Strafen für häusliche Gewalt vor. Der Organisator der Kundgebung, der orthodoxe Aktivist Andrej Kormuchin, sagte, die bestehenden Gesetze würden Frauen bereits ausreichend schützen. Die geplanten Änderungen verstießen gegen die "traditionellen Familienwerte".

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