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Proteste gegen Polizeigewalt - Erneut Krawalle in St. Louis

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Am dritten Tag in Folge sind in St. Louis Demonstranten auf die Straßen gegangen. Sie protestieren gegen den Freispruch eines weißen Polizisten, der einen Schwarzen erschossen hat. Der sechs Jahre alte Vorfall beschäftigt die Stadt noch immer - jetzt schlagen die Proteste in Krawalle um.

In St. Louis im US-Bundesstaat Missouri sind zunächst friedliche Proteste gegen Polizeigewalt eskaliert.

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Nach dem Freispruch eines weißen Ex-Polizisten im Zusammenhang mit tödlichen Schüssen auf einen Afroamerikaner hat es in St. Louis den dritten Abend in Folge gewaltsame Proteste gegeben. Aufgebrachte Demonstranten bewarfen am Sonntag (Ortszeit) Polizisten mit Gegenständen und zerschlugen Schaufenster, wie die Polizei im Kurzmitteilungsdienst Twitter erklärte. Auch die Zeitung "St. Louis Post-Dispatch" berichtete, Randalierer hätten die Scheiben von kleinen Geschäften und Lokalen eingeschlagen.

Hunderte Menschen hatten sich zuvor zu einer Protestaktion vor dem Hauptquartier der Polizei in St. Louis versammelt. Sie hielten eine sechsminütige, schweigende Gedenkzeremonie an den schwarzen 24-Jährigen ab, der 2011 von einem weißen Polizisten erschossen worden war. Danach zogen sie durch die Stadt im Bundesstaat Missouri und kehrten schließlich zum Sitz der Polizei zurück. Dort schlug der Protest wie an den beiden Vorabenden in Gewalt um. Seit Freitag wurden mindestens 35 Menschen festgenommen. Medienberichten zufolge wurden bislang elf Polizisten verletzt.

Gericht spricht ehemaligen Polizisten frei

Ein Gericht in St. Louis hatte am Freitag einen früheren Polizisten freigesprochen, der einen mutmaßlichen Drogenhändler erschossen hatte, obwohl der Afroamerikaner nach Videoaufnahmen unbewaffnet war. Das Gericht hatte erklärt, eine Mordabsicht bei dem früheren Polizisten Jason Stockley lasse sich aus Mangel an Beweisen nicht feststellen. Stockley hatte ausgesagt, er habe den Mann in Notwehr erschossen, als er nach einem Revolver griff.

Die Waffe ist aber auf mehreren Überwachungs- und Handyvideos nicht zu sehen. Eine Kamera im Polizeiwagen hielt hingegen fest, wie Stockley zu einem Kollegen sagte, dass er den mutmaßlichen Drogenhändler töten werde.

An den Protesten am Freitag hatte sich auch der Vater des derzeit bekanntesten schwarzen Opfers von Polizeigewalt in den USA beteiligt, Michael Brown. Sein gleichnamiger Sohn war vor gut drei Jahren in Ferguson, einem Vorort von St. Louis, von einem Polizisten getötet worden. Der Fall löste wochenlange Unruhen in den USA aus. Der verantwortliche Polizist wurde ebenfalls nicht verurteilt, obwohl der 18-jährige Brown unbewaffnet war.

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