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Proteste gehen weiter - Demonstranten in Hongkong blockieren U-Bahnen

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Zwei Tage nach den schweren Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei kommt es in Hongkong erneut zu Protesten. Vor Schulen, Unis und in U-Bahnen wird demonstriert.

Zwei Tage nach den schweren Zusammenstößen mit der Polizei haben Demonstranten in Hongkong erneut protestiert. Schwarz gekleidete Demonstranten blockierten im morgendlichen Berufsverkehr die Türen zahlreicher U-Bahnen und hielten sie so von der Weiterfahrt ab. Es kam zu erheblichen Verspätungen. Das Hongkonger U-Bahn-Netz wird täglich von Millionen Fahrgästen genutzt.

Vor etlichen Schulen in der chinesischen Sonderverwaltungszone bildeten Schüler vor Unterrichtsbeginn zudem lange Menschenketten. Einige trugen Gasmasken, Helme und Schutzbrillen, mit denen sich die Hongkonger Demokratie-Aktivisten vor dem Tränengas der Polizei schützen. Die Protestbewegung rief zudem zu einem neuen Generalstreik auf. Für den Nachmittag haben Studenten eine Demonstration angekündigt.

Gymnasiasten mit Masken, halten Plakate mit der Aufschrift "Fünf Schlüsselanforderungen sind unerlässlich", während sie ihren Schulboykott fortsetzen, aufgenommen am 03.09.2019 in Hong Kong
Demonstranten in Hongkong bilden Menschenketten an Schulen.
Quelle: AP

An den Hongkonger Universitäten beginnt an diesem Montag wieder der Unterricht nach der Sommerpause. In der Protestbewegung engagierte Studenten planen jedoch einen zweiwöchigen Uni-Boykott.

Seit drei Monaten Massenproteste

Seit mehr als drei Monaten gehen in Hongkong Tausende Menschen gegen eine zunehmende Einflussnahme Chinas auf die Straße. Sie fürchten eine Beschneidung ihrer Rechte und werfen Regierungschefin Carrie Lam eine zu große Nähe zur kommunistischen Regierung in Peking vor. Hongkong ist seit 1997 chinesische Sonderverwaltungszone, deren Einwohner größere persönliche Freiheiten genießen als in der Volksrepublik.

Die neue Protestaktionen am Montag folgten auf ein von schweren Zusammenstößen geprägtes Wochenende. Am Samstag war eine Kundgebung eskaliert, als einige Demonstranten auf einer Hauptverkehrsstraße nahe dem Hongkonger Polizeihauptquartier eine Barrikade in Brand setzten. Die Polizei setzte Tränengas, Schlagstöcke und Wasserwerfer mit blauer Farbe gegen die Demonstranten ein. Nach einer Mitteilung der Polizei vom Montag waren am Wochenende 63 Personen in Folge der Zusammenstöße festgenommen worden.

Am Sonntag belagerten Aktivisten erneut den Hongkonger Flughafen und blockierten mehrere Zufahrtswege. Mindestens ein Dutzend Flüge wurden gestrichen.

Demonstranten versammeln sich vor dem Flughafen.
Demonstranten protestieren am 1.9.2019 am Flughafen in Hongkong.
Quelle: Kin Cheung/AP/dpa

Die Hongkonger Fluggesellschaft Cathay Pacific warnte ihre Mitarbeiter davor, sich an dem geplanten Generalstreik am Montag zu beteiligen. Ein Generalstreik am 5. August, bei dem das Leben in der ansonsten emsigen Metropole nahezu zum Stillstand gekommen war, war von der Gewerkschaft der Flugbegleiter unterstützt worden. Cathay Pacific hat seither mindestens vier Mitarbeitern gekündigt, die die Protestbewegung unterstützten.



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