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Zehntausende protestieren - Wieder Zusammenstöße in Barcelona

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Bei Protesten in Barcelona und anderen katalanischen Städten ist es erneut zu Zusammenstößen gekommen. Regionalpräsident Torra fordert ein Ende der Gewalt.

Es herrscht Chaos in Barcelona. Nach dem Urteil gegen katalanische Separatistenführer gehen die Proteste weiter. Für die nächsten Tage werden erneut gewalttätige Ausschreitungen erwartet.

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Zehntausende Protestierende demonstrierten in der Hauptstadt Kataloniens auch am Mittwochabend, einige bauten brennende Barrikaden und setzten Autos und Mülleimer in Brand. Die katalanische Polizei teilte mit, Demonstranten hätten Benzinbomben, Steine, Flaschen und Feuerwerk auf sie geworfen. Die Protestierer feuerten zudem Feuerwerkskörper in Richtung eines Polizeihubschraubers ab.

Anlass der Proteste ist die Verurteilung von katalanischen Separatistenführern zu langjährigen Haftstrafen durch den spanischen Obersten Gerichtshof am Montag. Laut Gesundheitsdiensten in Katalonien behandelten Ärzte am Mittwoch 52 Menschen. Die Polizei teilte mit, sie habe "mindestens 20 Menschen" in Katalonien wegen Gewaltakten festgenommen.

Regionalpräsident kritisiert Gewalt

Der Chef der Regionalregierung, Quim Torra, hat die jüngsten Gewaltausbrüche erstmals öffentlich kritisiert und ein sofortiges Ende der Gewalt gefordert. Es gebe für brennende Autos und andere Formen des Vandalismus "keinerlei Rechtfertigung", sagte der Unabhängigkeitsbefürworter am späten Mittwochabend im Regionalfernsehen. "Das muss sofort aufhören." Der spanische Regierungschef Pedro Sánchez hatte Torra zuvor aufgerufen, die Gewalt klar zu verurteilen.Demonstrationen müssten "friedlich" verlaufen, sagte Torra in der Fernsehansprache. Zugleich betonte er, Proteste gegen ein "ungerechtes und unsinniges Urteil" seien "normal und gut".

Die Zentralregierung in Madrid kündigte am Mittwoch an, für ein Ende der Gewalt in Katalonien zu allen notwendigen Mitteln zu greifen: "Alles ist vorbereitet und (die Regierung) wird wenn nötig handeln, mit Entschlossenheit, Angemessenheit und Einheit", hieß es in einer Erklärung. Kein Szenario werde ausgeschlossen, sagte demnach der amtierende Ministerpräsident Pedro Sánchez. Später ließ er mitteilen, die Behörden ließen sich nicht zu drastischen Maßnahmen provozieren.

Die spanische Regierung teilte mit, der Verkehr auf einer Schnellzugstrecke zwischen Barcelona und Girona nahe der französischen Grenze sei wegen "Sabotage" gestoppt worden. In Barcelona behinderten die Proteste den Verkehr. Für zusätzliche Behinderungen sorgte eine großangelegte Aufräumaktion, bei der die Überreste verbrannter Barrikaden und Müllcontainer vom Vorabend fortgeräumt wurden. Sánchez verurteilte die Gewalt und twitterte: "Alle Unterstützung für die Sicherheitskräfte."

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Sánchez muss sich in gut drei Wochen vorgezogenen Neuwahlen stellen. Der Chef der bürgerlichen Ciudadanos, Albert Rivera, reiste nach Barcelona und erklärte, das Land stehe vor einem "Notstand". Der Chef der konservativen Volkspartei PP, Pablo Casado, forderte ein Dekret der Regierung, um Madrid die volle Kontrolle über die katalanische Regionalpolizei zu geben. Die Rechtsaußenpartei Vox verlangte ein zeitweises Aushebeln einiger Bürgerrechte.

Millionen Katalanen für Unabhängigkeit

Auch am Dienstagabend war es zu Zusammenstößen mit der Polizei gekommen. Nach Polizeiangaben hatten sich 40.000 Demonstranten in den Straßen vor dem Büro des spanischen Regierungsvertreters versammelt. Fünf Protestmärsche sollten am Freitag in der Regionalhauptstadt Barcelona eintreffen. Die Organisatoren mahnten die Teilnehmer zu Friedfertigkeit.

Etwa die Hälfte der 7,5 Millionen Einwohner Kataloniens ist für eine Unabhängigkeit von Spanien. Die meisten Demonstrationen waren bisher friedlich - bis zu dieser Woche.

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