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Wieder Proteste in Hongkong - "Die Revolution unserer Zeit"

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Aufgeheizte Atmosphäre: Seit 22 Wochen wird in Hongkong demonstriert. Die Polizei setzt Tränengas und Wasserwerfer ein. Aktivisten attackieren erstmals Chinas Nachrichtenagentur.

Proteste in Hongkong am 02.11.2019
22. Wochenende in Folge Proteste in Hongkong.
Quelle: Reuters

Bei den anhaltenden Protesten in Hongkong ist es wieder zu Zusammenstößen zwischen Polizisten und Demonstranten gekommen. Dutzende Menschen wurden am Samstag festgenommen. Die Polizei setzte Tränengas, Gummigeschosse, Pfefferspray und einen Wasserwerfer ein.

Vor allem im Stadtzentrum, wo viele Großbanken-Zentralen und Luxusmode-Geschäfte liegen, kam es zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Sicherheitskräften und schwarz gekleideten maskierten Aktivisten. Radikale Aktivisten warfen Brandbomben, bauten Straßensperren und attackierten Geschäfte mit vermuteten Beziehungen zu China. Erstmals nahmen sich die Demonstranten auch das Gebäude der amtlichen chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua als Ziel vor und schlugen die Scheiben im Eingangsbereich ein.

Viele trugen trotz Verbots Gesichtsmasken

Es war das 22. Wochenende in Folge, an dem in der chinesischen Sonderverwaltungsregion demonstriert wurde. Die Proteste richten sich gegen die Regierung und den wachsenden Einfluss der kommunistischen Pekinger Führung.

Nachdem die Polizei eine ursprünglich im Victoria Park geplante Demonstration im Vorfeld nicht genehmigt hatte, versammelten sich dort Kandidaten für die Bezirksratswahl spontan zu Wahlkampfauftritten, die nicht eigens genehmigt werden müssen, solange die Gruppen jeweils klein bleiben.

Menschen von Hongkong widersetzt euch!
Rufe der Demonstranten

Viele Demonstranten trugen trotz des erst kürzlich erlassenen Verbots Gesichtsmasken. Es wurden die britische und die amerikanische Nationalhymne gesungen, Rufe nach Unabhängigkeit wurden laut. "Menschen von Hongkong widersetzt euch", schallte es aus der Menge, "Die Revolution unserer Zeit." Die Polizei feuerte Tränengas ab, um die von den Behörden verbotene Kundgebung möglichst rasch aufzulösen, die von den Organisatoren im Vorfeld als "Notruf" für Autonomie für die ehemalige britische Kronkolonie bezeichnet worden war.

Demonstranten warfen Brandbomben und Steine

Die folgenden Zusammenstöße in den Straßen in der Nachbarschaft setzten auch zwei genehmigten Demonstrationen im Chater Garden und Edinburgh Place ein schnelles Ende. Demonstranten warfen Brandbomben und Steine vor dem Sitz der britischen Großbank HSBC und der Zentralvertretung der Bank von China. Auch hier feuerte die Polizei mit Tränengas.

Der U-Bahnhof Hongkong Central wurde geschlossen und nicht mehr angefahren, nachdem Demonstranten nach Angaben der Verkehrsbetriebe an einem Eingang Feuer gelegt hatten, wie die "South China Morning Post" berichtete. Die Ausschreitungen dauerten bis in den Abend (Ortszeit) an.

Peking: Härtere Gangart einschlagen

Die Atmosphäre in Hongkong ist aufgeheizt, nachdem diese Woche der Anführer der Demokratiebewegung, Joshua Wong, als Kandidat für die Wahl der Bezirksräte disqualifiziert worden war. Ihm wurde unterstellt, mit dem Aufruf zur Selbstbestimmung Hongkong die Unabhängigkeit zu propagieren. Die kommunistische Führung in Peking kündigte auch an, eine härtere Gangart in Hongkong einzuschlagen.

Die Demonstranten fordern freie Wahlen, eine unabhängige Untersuchung von Polizeibrutalität sowie Straffreiheit für die bereits weit mehr als 2.000 Festgenommenen.

Die frühere britische Kronkolonie wird seit der Rückgabe 1997 an China nach dem Grundsatz "ein Land, zwei Systeme" autonom regiert. Anders als die Menschen in der kommunistischen Volksrepublik genießen die sieben Millionen Hongkonger Meinungs- und Versammlungsfreiheit, fürchten aber zunehmend um ihre Freiheitsrechte.

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