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Berlin - Zweiter Anlauf im Prozess gegen U-Bahn-Treter

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Die Tat des U-Bahn Treters hat im vergangenen Jahr für Entsetzen und Empörung gesorgt. Vor zehn Tagen sollte der Prozess beginnen. Die Verteidigung lehnte aber eine Schöffin ab. Nun gibt es einen zweiten Anlauf.

Heute beginnt der Prozess gegen den Mann, der Ende Oktober letzten Jahres in einer Berliner U-Bahn-Station eine Passantin getreten haben soll. Die Anklage lautet auf gefährliche Körperverletzung. Das könnte eine Haftstrafe von zehn Jahren bedeuten.

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Es sind Bilder aus dem vergangenen Oktober, die bundesweit für Entsetzen sorgten. Eine junge Frau läuft die Treppe zum U-Bahnhof Hermannstraße hinab. Eine Gruppe junger Männer folgt ihr, einer von ihnen tritt der Frau unvermittelt in den Rücken. Sie fällt die Treppe hinab, verletzt sich und schaut perplex die Treppe hinauf. Dort geht der Täter seelenruhig weiter ohne zu helfen. Die Szene lässt sich so detailliert beschreiben, weil sie komplett von einer Überwachungskamera gefilmt wurde.

Entsetzen im In- und Ausland

Im Dezember erscheinen die Bilder plötzlich in den Boulevard-Medien, verbreiten sich blitzartig im Netz und sorgen sogar im Ausland für Empörung. Auch die Berliner Polizei fahndet nun öffentlich mit dem Video nach dem Täter. Prominente unterstützen den Aufruf, ein bekannter Berliner Bodyguard setzt in den sozialen Medien sogar ein Kopfgeld aus und erntet dafür harsche Kritik.

Auch der Name des Täters wird bekannt, bulgarische Medien besuchen daraufhin Familienmitglieder des Gesuchten in seiner Heimat. Am Ende fassen Zielfahnder den 28-jährigen am Berliner Omnibusbahnhof auf der Rückreise aus Frankreich.

Verteidigung stellt Befangenheitsantrag gegen Schöffin

In der vorvergangenen Woche sollte der Prozess beginnen. Doch noch vor dem Verlesen der Anklage wird das Verfahren unterbrochen. Die Verteidigung stellt einen Befangenheitsantrag gegen eine Schöffin. Vorwurf: Sie soll sich in Leserbriefen an eine Zeitung abfällig über jugendliche Straftäter mit Migrationshintergrund geäußert haben. Das Gericht entsprach dem Befangenheitsantrag.

Nun kommt es zum zweiten Anlauf. Dabei tritt die verletzte junge Frau als Nebenklägerin auf. Sie möchte öffentlich nicht in Erscheinung treten, wird aber voraussichtlich im Laufe des Prozesses aussagen. Geprüft wird zudem die Schuldfähigkeit des Angeklagten. Neben der gefährlichen Körperverletzung werden ihm exhibitionistische Handlungen vorgeworfen. Zwei Mal soll er sich Wochen vor dem U-Bahn-Tritt vor Frauen entblößt haben.

Flächendeckende Kameraüberwachung in Berlins U-Bahnhöfen

In Berlin werden die U-Bahnhöfe mittlerweile flächendeckend mit Videokameras überwacht. Die Berliner Polizei nutzt seit einigen Jahren verstärkt die Bilder für Öffentlichkeitsfahndungen. Laut der Berliner Verkehrsbetriebe sind sowohl Vandalismus-Schäden als auch Übergriffe auf Personal und Fahrgäste seit einiger Zeit rückläufig, was das Unternehmen auch auf den Einsatz der Kameratechnik zurückführt.

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