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Prozess um BVB-Anschlag - Bartra: "Ich hatte Todesangst"

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Der Anschlag auf die Mannschaft von Borussia Dortmund hat bei Marc Bartra Folgen hinterlassen. Während er voller Emotionen berichtet, wartet die Kammer auf Aubameyang vergeblich.

Marc Bartra vor Gerichtssaal in Dortmund
Marc Bartra hat im Zeugenstand von seiner Todesangst und ständigen Albträumen nach dem Bombenanschlag auf die Mannschaft von Borussia Dortmund berichtet.
Quelle: ap

Marc Bartra senkte den Kopf und würdigte Sergej W. keines Blickes. Der spanische Fußball-Profi berichtete im Saal 130 des Dortmunder Landgerichts vom Sprengstoffanschlag auf die Mannschaft des Bundesligisten Borussia Dortmund.

"Mein Arm blutete, mir war schwindelig"

"Ich habe den Anschlag bis heute nicht verarbeitet und leide nach wie vor. Ich hatte Todesangst und Angst, meine Familie niemals wiederzusehen", sagte der Innenverteidiger, der beim Bombenattentat am 11. April 2017 am Arm verletzt worden war, im Zeugenstand mit leiser Stimme.

Er rief sich selbst und den Zuhörern die dramatischen Minuten noch einmal in Erinnerung. Er habe nach der Explosion nur noch "ein Piepen im Ohr gehört", während die anderen Bus-Insassen schrien. "Ich habe befürchtet, dass es weitere Angriffe gibt. Mein Arm blutete, mir war schwindlig."

Um 10:15 Uhr ließ er zunächst durch Anwalt Alfons Becker eine Erklärung verlesen und beantwortete anschließend mit Hilfe einer Übersetzerin die Nachfragen von Staatsanwaltschaft und Verteidigung. Allein die Nachricht, W. werde im Saal sitzen, habe wieder "Panik" ausgelöst. Er kämpfe zudem mit wiederkehrenden Albträumen: "Der Anschlag hat mein Leben verändert."

"Wenn ich mich daran erinnere, geht es mir nicht gut", schilderte der Spanier im Zeugenstand des Schwurgerichts. Er hatte bei dem Attentat einen offenen Bruch des Unterarms erlitten. Auch einer der Ärzte, die Bartra im Anschluss operiert hatten, war vom Gericht als Zeuge geladen.

Aubameyang sagt heute nicht aus

Sein Mannschaftskollege Pierre-Emerick Aubameyang sagte dagegen heute nicht wie geplant aus. Das bestätigte Mannschafts-Anwalt Becker. Aubameyangs Aussage zum Anschlag im April 2017 war mit Spannung erwartet worden.

"Er wird heute nicht aussagen, weil er erkrankt ist", sagte Becker. In einer von ihm vorgelegten ärztlichen Bescheinigung wird dem Stürmer vom BVB-Mannschaftsarzt Verhandlungsunfähigkeit "aus medizinischen Gründen" attestiert. Einzelheiten zu der angeblichen Erkrankung werden nicht genannt. Aubameyang steckt seit Wochen in einem anhaltenden Transferpoker, bei dem am Abend eine Entscheidung fallen könnte.

Sein Fernbleiben als Zeuge könnte Aubameyang Ärger mit der Justiz einbringen. In seiner ersten Reaktion bezeichnete Oberstaatsanwalt Carsten Dombert die von Becker vorgelegte ärztliche Bescheinigung als "äußerst dürftig" und erklärte: "Ich finde, das sollte sich die Justiz so nicht bieten lassen." Der Vorsitzende Richter Peter Windgätter wirkte ähnlich verstimmt: "Das sehe ich genauso." Ein eventuelles Ordnungsgeld ist laut Strafprozessordnung auf maximal 1.000 Euro begrenzt, wie ein Gerichtssprecher sagte.

Sergej W. hat Tat gestanden

Der wegen Mordversuchs in 28 Fällen angeklagte Sergej W. hat bereits gestanden, die drei selbst gebauten Splitterbomben gezündet zu haben, als der Mannschaftsbus des BVB am 11. April 2017 gerade am Teamhotel abgefahren war. Er habe mit verschiedenen Optionsscheinen auf einen fallenden Kurs der BVB-Aktie gewettet, hieß es in der Erklärung des 28-Jährigen vor Gericht. Sergej W. beharrt jedoch darauf, er habe niemanden töten oder schwer verletzen wollen. Die Bomben seien bewusst so konstruiert gewesen, "dass niemand ernsthaft gefährdet werden konnte".

Die Richter wollen nun wissen, wie die Insassen des Busses den Anschlag erlebt und anschließend verarbeitet haben. Einen Termin für die Vernehmung der übrigen Spieler und Betreuer von Borussia Dortmund gibt es noch nicht. Für den Prozess sind noch Verhandlungstage bis Ende März angesetzt.

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