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Prozess um Explosion bei BASF vor Abschluss

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Urteil erwartet - Prozess um Explosion bei BASF vor Abschluss

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Ein Schweißer soll im Herbst 2016 versehentlich mehrere Explosionen auf dem Gelände der BASF ausgelöst haben. Fünf Menschen kamen ums Leben. Heute wird das Urteil erwartet.

Industrieanlagen des Chemiekonzerns BASF in Ludwigshafen.
Industrieanlagen des Chemiekonzerns BASF in Ludwigshafen.
Quelle: Uwe Anspach/dpa

Es war ein Schnitt mit höchst dramatischen Folgen: Durch den Einsatz eines Trennschleifers an der falschen Stelle soll der Schweißer Andrija K. auf dem Ludwigshafener BASF-Gelände mehrere Explosionen ausgelöst haben - fünf Menschen starben. Nach gut einem halben Jahr Prozess wird nun heute das Urteil des Landgerichts Frankenthal gegen K. erwartet.

Ein falscher Schnitt löste die Explosion aus

Explosion bei  BASF in Ludwigshafen (Archivbild vom 17.10.2016)
Explosion bei BASF im Oktober 2016
Quelle: dpa

Angeklagt ist er wegen des fahrlässigen Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion. Als Schweißer eines Subunternehmens soll er im Oktober 2016 auf dem Werksgelände an einem mit Gasgemisch gefüllten Rohr mit einem Trennschleifer einen Schnitt gesetzt haben. Dabei habe er aus Unachtsamkeit das falsche Rohr angeschnitten, sagt die Staatsanwaltschaft. Beide Rohre lagen direkt nebeneinander.

Die durch den Schnitt entstandenen Funken setzten laut Anklage das Gas in Brand und führten in der Folge zu mehreren Explosionen auf dem Gelände. Neben dem angeschnittenen Rohr seien auch weitere Leitungen beschädigt und zerstört worden. K. hätte laut Staatsanwaltschaft erkennen müssen, dass er den Trennschleifer an einer nicht gesicherten Stelle ansetzte.

Mehrere Tote, Verletzte und 500 Millionen Euro Schaden

Explosion bei  BASF in Ludwigshafen (Archivbild vom 17.10.2016)
Rauch steigt vom BASF-Gelände auf
Quelle: dpa

Bei dem Unglück kamen vier Feuerwehrleute und ein Matrose eines Tankmotorschiffs ums Leben. Der Matrose wurde laut Anklage von der Wucht der Explosionen in den Rhein geschleudert; seine Leiche wurde erst zwei Tage später gefunden. 44 weitere Menschen wurden verletzt, mehrere von ihnen schwer.

Zudem wurden durch die Explosionen wesentliche Teile des Ludwigshafener Nordhafens, der zum BASF-Gelände gehört, beschädigt. Die Folgeschäden durch Betriebsausfälle beliefen sich auf mindestens 500 Millionen Euro.

K. wurde bei dem Unglück selbst schwer verletzt, er erlitt Verbrennungen zweiten Grades. Wegen psychischer Probleme ist er nicht mehr arbeitsfähig. Er bedaure den Vorfall, könne sich aber nicht mehr an den genauen Hergang erinnern, sagte er aus.

Hatte BASF eine Mitschuld am Unglück?

Im Prozess ging es auch um die Frage, ob BASF eine Mitschuld an dem Unglück hatte. Ein Gutachter kritisierte den Konzern dafür, dass es auf der angeschnittenen Leitung keine Brandschutz-Beschichtung gegeben habe. Diese sei damals nicht vorgeschrieben gewesen, hätte den Brand und die Explosionen aber verzögern können. Die Markierungen der Leitungen seien außerdem nicht ausreichend gewesen.

Die Staatsanwaltschaft forderte in ihrem Plädoyer ein Jahr Haft auf Bewährung. K.s Verteidigung plädierte auf Freispruch. Der Anwalt der Nebenklage, der die Familie eines getöteten Feuerwehrmanns vertritt, verlangte zweieinhalb Jahre Haft.

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