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Prozess wegen Steuerhinterziehung - Zwei Jahre Haft auf Bewährung für Ex-Agent Mauss

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Im Prozess gegen den Ex-Geheimagenten Werner Mauss hat das Landgericht Bochum den 77-Jährigen zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt. Das Gericht erkannte auf Steuerhinterziehung in zehn Fällen.

Ein Jahr nach Prozessbeginn wurde der frühere Geheimagent Werner Mauss zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt. Das Landgericht Bochum befand ihn für schuldig, Steuern in Millionenhöhe hinterzogen zu haben.

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Damit muss der 77-Jährige nicht ins Gefängnis. Die Richter am Bochumer Landgericht zeigten sich überzeugt davon, dass Mauss unter einem Decknamen große Vermögenswerte im Ausland versteckt und dadurch zwischen 2002 und 2011 Steuern in Millionenhöhe hinterzogen hat. Mauss hatte die Vorwürfe vor Gericht bestritten, seine Verteidiger forderten einen Freispruch.

"Beeindruckende Lebensleistung"

Unmittelbar nach der Urteilsverkündung kündigten sie an, Revision einzulegen. Sie warfen den Richtern vor, entlastenden Beweisen "nicht zugänglich" gewesen zu sein. Die Staatsanwaltschaft hatte sechs Jahre und drei Monate Haft beantragt. Mauss behauptet, dass ihm die meist in Stiftungen angelegten Millionen nicht zuzurechnen seien. Es handele sich vielmehr um einen Fonds ausländischer Geldgeber, der dazu gedient habe, seine geheimen Agententätigkeiten zu finanzieren. Nach eigenen Angaben war Mauss jahrzehntelang in geheimer Mission für die Bundesregierung unterwegs - unter anderem bei der Befreiung von Geiseln.

Ins Visier der Ermittler war er durch eine Steuersünder-CD geraten, die das Land Nordrhein-Westfalen angekauft hatte. Richter Markus van den Hövel sprach in der Urteilsbegründung von einer "beeindruckenden Lebensleistung" von Mauss, die bei der Urteilsfindung berücksichtigt worden sei. Neben der Bewährungsstrafe wurde außerdem die Zahlung von 200.000 Euro an karitative Organisationen angeordnet.

Steuerschuld in Millionenhöhe

In dem Verfahren geht es um einen Geldfonds in Höhe von rund 60 Millionen Euro in Luxemburg, auf dessen Zinserlöse Mauss keine Steuern gezahlt haben soll. Insgesamt hat die Anklage für die Jahre 2002 bis 2011 eine Steuerschuld von rund 14 Millionen Euro errechnet. Mit diesem Geld habe Mauss, laut Anklage, seinen aufwändigen Lebensstil bezahlt. Mehrfach im Monat habe er Bargeld abgehoben, bis zu 300.000 Euro, und damit zum Beispiel sein großes Anwesen im Hunsrück finanziert. Auf dem Gelände steht, so sagen Gerüchte, eine riesige Reithalle, eine eigene Flugzeug-Landebahn und ein Tierpark.

Mauss hingegen sagt, das Geld in Luxemburg gehöre nicht ihm, sondern vielmehr einer nicht näher benannten Gruppe aus Geheimdiensten und Regierungen, einem Geheimbund, der ihm damit seine Agentenarbeit finanziere. Seine Logik: Was ihm nicht gehört, müsse er auch nicht versteuern.

Wer ist Werner Mauss?

Werner Mauss ist ein ehemaliger deutscher Privatdetektiv, der zunächst für verschiedene Unternehmen, später wohl auch für Geheimdienste wie den BND und das Bundeskriminalamt tätig war. Wohl niemand kann genau nachvollziehen, wie und wo Mauss tatsächlich aktiv war und wo Legendenbildung à la 007 anfängt und aufhört. Fakt ist aber, dass seine Kontakte bis ins Kanzleramt der Regierung Kohl zu dessen Geheimdienstkoordinator Bernd Schmidbauer reichten. So spürte Mauss zum Beispiel Schwerverbrecher auf, die aus dem Gefängnis ausgebrochen waren und durch ihn wieder festgenommen werden konnten.

Er war im Namen der Bundesrepublik Undercover-Agent, V-Mann, Geiselbefreier, und geheimer Unterhändler zwischen Staaten und Guerilla-Gruppen. Dabei wurde er, so sagen Experten, von staatlichen Organen wohl immer dann eingesetzt, wenn die sich nicht "die Finger schmutzig machen wollten". Tatsache ist, dass er dazu zahlreiche Legenden und Alias-Namen hatte. So war es ihm aus Gründen der Geheimhaltung erlaubt, in Deutschland als Dieter Koch seine Steuern zu zahlen. Mitte der 1980er Jahre zog es Mauss dann nach Südamerika, wo er in mehreren Fällen die Freilassung von ausländischen Geiseln aus Rebellenhaft erreichen konnte.

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