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Nach Hurrikan "Maria" - Staudamm gibt nach: Evakuierung in Puerto Rico

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Nach Hurrikan "Maria" droht in Puerto Rico eine weitere Katastrophe: Ein Staudamm droht zu brechen, Zehntausende Menschen müssen sich in Sicherheit bringen. Die Stromversorgung der Insel ist weiterhin unterbrochen.

Durch Hurrikan "Maria" sind in der Karibik mehr als 30 Menschen ums Leben gekommen. Auf Puerto Rico wurden zahlreiche Gebäude zerstört, das Stromnetz funktioniert nicht mehr.

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Im Westen Puerto Ricos ist ein Staudamm akut gefährdet. Die Regierung des US-Außengebiets begann am Freitag (Ortszeit) mit der Evakuierung der Region um die Städte Isabela und Quebradillas in der Nähe des Guajataca-Rückhaltebeckens. Laut Behördenangaben waren zwischen 50.000 und 70.000 Menschen betroffen.

Telefonverbindungen beschädigt

Auf Twitter veröffentlichte Warnungen erreichten viele der Betroffenen nicht, da es nach Hurrikan "Maria" in vielen Teilen der Insel keinen Strom gab. Die Situation sei extrem gefährlich, weil der Damm nachgebe und Wasser zu Tal schieße, sagte ein Beamter des Nationalen Wetterdienstes. Der mehr als 300 Meter lange Damm, der um 1928 erbaut wurde, staut einen mehr als fünf Quadratkilometer großen künstlichen See auf. Der Schaden an dem Damm war am Freitag bei einer Inspektion festgestellt worden.

Nach Behördenangaben war unklar, wie viel Zeit den Bewohnern der Gegend blieb, um sich in Sicherheit zu bringen. Einzelheiten blieben unklar, weil der Hurrikan auch die Telefonverbindungen beschädigt hat. Zu 40 von 78 Gemeinden auf der Insel habe zwei Tage lang keinerlei Kontakt bestanden, teilte Regierungssprecher Carlos Bermudez mit. Der Großteil der Funkmasten sei zerstört, 85 Prozent der über- und unterirdischen Internet- und Telefonkabel sei getroffen worden. Das Ausmaß der Schäden sei deshalb vielleicht schlimmer als bisher vermutet, teilten Behörden mit.

Hilfe aus New York

Nach Angaben des Pentagons war es unmöglich, zu sagen, bis wann die Stromversorgung wieder hergestellt werden kann. Es werde eine Weile dauern, bis Bewohner in Puerto Rico Angehörige außerhalb der Insel erreichen könnten. Puerto Rico war besonders am Donnerstag von "Maria" heimgesucht worden. Gebäude wurden zerstört, es gab Überschwemmungen. Zeitweise fiel das gesamte Stromnetz für die 3,4 Millionen Einwohner aus. Bisher wurden nach Behördenangaben in Puerto Rico sechs Tote gezählt.

Der Gouverneur von New York, Andrew Cuomo, sprach Puerto Rico Hilfe zu. Er habe "atemberaubende" Verwüstung in Puerto Rico gesehen, sagte der Demokrat, der das US-Außengebiet am Freitag besucht hatte. Der Staat New York werde unter anderem Trinkwasser, Nahrung und Generatoren senden. "Die Leute brauchen Hilfe. Wir dürfen nicht vergessen, dass das amerikanische Staatsbürger sind", sagte Cuomo. Er versprach, Soldaten und vier Helikopter für Hilfseinsätze zu entsenden. In Puerto Rico waren noch rund 15.000 Menschen in Notunterkünften untergebracht.

Puerto Rico ("Reicher Hafen") ist das größte Außengebiet der USA. Die Einwohner sprechen mehrheitlich Spanisch. Die östlichste Insel der Großen Antillen ist mit rund 9.000 Quadratkilometern in etwa so groß wie Zypern. Puerto Rico stand zuletzt mehrfach am Rand der Pleite und war auf Hilfe aus Washington angewiesen. Als assoziierter Freistaat gehört Puerto Rico aber nicht zu den Vereinigten Staaten von Amerika. Die Bewohner sind US-Bürger, dürfen aber nicht an der Präsidentschaftswahl teilnehmen. Im Juni sprachen sich die Bürger in einem Referendum dafür aus, dass die Insel der 51. Bundesstaat der USA werden soll. Doch das letzte Wort hat hier der US-Kongress.

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