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Nach Angriffen in Syrien - Putin warnt Westen vor "Chaos"

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Russlands Präsident Putin hat die USA und ihre Verbündeten vor weiteren Luftschlägen in Syrien gewarnt. Dies hätte unabsehbare Konsequenzen und würde zu Chaos führen.

Für ein Ende des Bürgerkriegs wollen Deutschland und Frankreich eine diplomatische Offensive starten. Das Ziel ist eine UN-Resolution für Syrien.

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Weitere westliche Luftangriffe auf Stellungen in Syrien würden "unweigerlich Chaos in den internationalen Beziehungen verursachen", sagte Wladimir Putin nach Angaben des Kreml in einem Telefonat mit seinem iranischen Kollegen Hassan Rohani. Die beiden Staatschef verurteilten den Militärschlag der USA, Frankreichs und Großbritanniens als Verstoß gegen die UN-Charta. Die Bombardements hätten "die Aussichten auf eine politische Einigung in Syrien erheblich beeinträchtigt", hieß es weiter.

Russland und Iran fest an Assads Seite

Als Reaktion auf den mutmaßlichen Chemiewaffen-Einsatz in der syrischen Stadt Duma hatten die drei NATO-Partner in der Nacht auf Samstag gut 100 Marschflugkörper auf syrische Militäreinrichtungen abgefeuert, die als Forschungs-, Produktions- und Lagerstätten für Chemiewaffen gedient haben sollen.

Die syrische Regierung sowie ihre Verbündeten Russland und Iran bestreiten einen Chemiewaffen-Einsatz durch die Regierungstruppen in Duma. Moskau und Teheran zählen zu den wichtigsten Unterstützern des syrischen Machthabers Baschar al-Assad. Beide Länder greifen auch militärisch an der Seite Assads in den Bürgerkrieg ein.

Berlin und Paris planen Diplomatie-Offensive

Nach den Luftangriffen vom Samstag wollen Deutschland und Frankreich eine diplomatische Offensive für ein Ende des Bürgerkriegs starten. Auch Russland soll dabei eine wichtige Rolle spielen. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier rief US-Präsident Donald Trump und Russlands Präsident Putin, zu einer gemeinsamen Friedensinitiative auf. "Die großen Mächte tragen größere Verantwortung. Hier muss ein erster Schritt erfolgen. Das sind Putin und Trump der Welt schuldig", sagte er der "Bild am Sonntag".

Frankreichs Außenminister Jean-Yves Le Drian kündigte an, bereits diesen Montag Friedensinitiativen auf den Weg zu bringen - im Sicherheitsrat in New York, in Brüssel beim EU-Außenministertreffen, "um mit allen, die das wollen, den Fahrplan festzulegen". Deutschlands Außenminister Heiko Maas ergänzte, die Bundesregierung werde ihre Kanäle nach Russland nutzen, um dort auf eine konstruktive Haltung zu dringen.

Präsident Emmanuel Macron ließ erklären, dass nun der UN-Sicherheitsrat vereint die Initiative ergreifen müsse, "um den Schutz der Zivilbevölkerung sicherzustellen und damit dieses Land endlich den Frieden wiederfindet".

Russland: USA begünstigt Terroristen

Am Samstag hatten sich die USA und Russland auf einer von Moskau geforderten Sondersitzung in New York gegenseitig mit Beschuldigungen überzogen. Russland scheiterte mit einem Resolutionsentwurf, der den Angriff verurteilt hätte. Der Rat lehnte ihn mit acht zu drei Stimmen ab; es gab vier Enthaltungen.

Russland reagierte mit scharfer Ablehnung. "Sie (die USA) begünstigen tatsächlich die Terroristen, die das syrische Volk schon seit sieben Jahren quälen, und provozieren eine neue Flüchtlingswelle aus dem Land und der ganzen Region", sagte Putin. "Die gegenwärtige Eskalation der Situation in Syrien hat eine verheerende Wirkung auf die gesamten internationalen Beziehungen."

Assad: Aggression macht Syrien noch entschlossener

Syriens Machthaber Assad zeigte sich unbeeindruckt von dem westlichen Waffengang. Am Samstagmorgen wurde über soziale Medien ein acht Sekunden langes Video verbreitet, das zeigt, wie der Staatschef den Präsidentenpalast betritt - mit Anzug, Krawatte und Aktentasche. Zu dem Video schrieb das Präsidentenbüro: "(Guten) Morgen der Standhaftigkeit". Wann das Video gefilmt wurde, ist unklar.

"Die Aggression wird Syrien und die Syrer noch entschlossener machen, weiterzukämpfen und den Terror in jedem Teil des Landes zu zerschlagen", ließ Assad später über die staatliche Nachrichtenagentur Sana berichten.

Die USA und Frankreich machten klar, wieder angreifen zu wollen, wenn Assad ein weiteres Mal Chemiewaffen einsetzen sollte. Der mutmaßliche Giftgasangriff am 7. April in Duma ist für Russland nur eine Inszenierung. Eine ranghohe US-Regierungsmitarbeiterin sagte hingegen, die USA seien zu der Einschätzung gelangt, dass bei dem Angriff sowohl Chlorgas als auch Sarin verwendet worden seien.

OPCW setzt Untersuchung fort

Experten der Organisation für das Verbot von Chemiewaffen (OPCW) wollten im Laufe des Tages ihre Arbeit zur Untersuchung des mutmaßlichen Giftgasangriffes in der syrischen Hauptstadt Damaskus fortsetzen. Bei dem mutmaßlichen Giftgaseinsatz in Duma in der Region Ost-Ghuta östlich von Damaskus waren nach Angaben von Zivilschützern Dutzende Menschen getötet worden.

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