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Putin wird 65 - Putin: Von Ruhestand keine Spur

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Kein Russland ohne Putin: Er will sein Land zu alter Stärke zurückführen. Alle Fäden laufen bei ihm zusammen. Die Zustimmung im Volk ist ungebrochen hoch. Heute feiert der mächtigste Mann Russlands seinen 65. Geburtstag. Die Opposition plant besondere Glückwünsche.

Morgen feiert Russlands Präsident Wladimir Putin seinen 65. Geburtstag. Seit 17 Jahren Präsident – und die Mehrheit der Russen sieht ihn auch für die Zunkunft als Garant der Stabilität. Oppositionelle Gruppierungen haben für morgen zu Protesten gegen …

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Zu Ehren des Geburtstagspräsidenten präsentiert eine Ausstellung in Moskau die schönsten Bildcollagen aus dem Internet. Putin: der Puppenspieler, der die Mächtigen der Welt in der Hand hält. Putin: der liebevolle Fellmützenträger, der mit Schoßhündchen posiert. Nicht immer ist klar, was Satire ist - und was inbrünstige Begeisterung für den mächtigsten Mann im Land.

Der Blogger Alexander Musaev beschreibt das Gefühl, dass viele junge Russen in den Großstädten gerade umtreibt: "Russland ist direkt mit Wladimir Putin verknüpft. Das mag gut sein, oder nicht - wir können uns Russland ohne Putin im Moment jedenfalls nicht vorstellen." Pavel Danilin, Politologe, erklärt das so: "Das moderne Russland wird mit dem Namen Putin in Verbindung gebracht. Denn Putin war es, der das moderne Russland aufgebaut hat, so wie wir es heute kennen."

Vom blassen KGB-Offizier zum Dauer-Präsidenten

Wladimir Wladimirowitsch Putins Stationen auf dem Weg zur Macht: KGB-Offizier, Vizebürgermeister von St. Petersburg, Direktor des Inlandsgeheimdienstes. Im Jahr 2000 wird Wladimir Putin Präsident. Als er 2008 seine zwei von der Verfassung erlaubten Amtszeiten absolviert hatte, startete er eine Rochade: Ministerpräsident Medwedjew übernahm als Platzhalter das Präsidentenamt - und gab es 2012 an Putin zurück.

Kaum einer zweifelt daran, dass Wladimir Putin bei den anstehenden Wahlen wieder antritt - und sie im März nächsten Jahres dann auch wieder gewinnt. Politikexperten sprechen von "Putinismus". Damit ist nicht nur der Personenkult rund um den Präsidenten gemeint, der an jedem Moskauer Souvenir-Stand zu bestaunen ist. Sondern auch, dass alle Fäden der russischen Macht bei ihm zusammenlaufen.

Im Ausland kritisiert, im Inland…

Wladimir Putin bezeichnet den Zerfall der Sowjetunion als "größte geopolitische Katastrophe des 20. Jahrhunderts". Und er setzt alles daran, Russland zu alter Stärke zurückzuführen - vor allem in der Außenpolitik. Der im Westen umstrittene Syrien-Einsatz hat ihm im Nahen Osten viel Respekt verschafft.

Bei G20 in Hamburg diesen Sommer war er ein gefragter Gesprächspartner. Aus Sicht der Russen hat ihr Staatschef das Land zurück zu dem ihm zustehenden Platz auf der Weltbühne geführt. "Seit dem Jahr 2000 ist das Selbstbewusstsein unserer Nation enorm gewachsen", sagt der Politologe Pavel Danilin, und ergänzt: "Der Respekt vor dem Staat und seinen Institutionen ist gestiegen. Und damit auch der Respekt vor Putin, denn er verkörpert diese Institutionen." Und so sind Putins Zustimmungsraten in der eigenen Bevölkerung ungebrochen hoch: Über zwei Drittel der Russen wünschen sich, laut einer Umfrage des angesehen Lewada-Zentrums, eine weitere Amtszeit.

Oppositionsgrüße aus dem Gefängnis?

Mit denjenigen, die die derzeitige Konzentration der Macht auf eine Person in Frage stellen, wird in Russland nicht zimperlich umgegangen. Zum Beispiel: Alexey Nawalny. Bisher ist der Blogger und Oppositionelle der Einzige, der Putin bei der Wahl nächsten März ernsthaft herausfordern möchte. Gerade sitzt er wieder einmal für 20 Tage hinter Gittern. Der Vorwurf: Nawalny habe mehrfach zu nicht-genehmigten Protesten aufgerufen. Dass seine Anträge auf Versammlungen kaum eine Chance auf Genehmigung haben, ist die andere Seite der Medaille.

Anderen oppositionellen Gruppierungen ergeht es kaum besser. Erst am Donnerstag wurden Dutzende Büros der regierungskritischen Bewegung Open Russia durchsucht. Kameras, Handys und Computer wurden beschlagnahmt. Der Vorwurf hier: die Organisation, 2014 vom ehemaligen Öl-Industriellen und scharfen Putin-Kritiker Michail Chodorkowski gegründet, werde von ausländischen Kräften finanziert.

Open Russia hat, genau wie Alexej Nawalny und andere regierungskritische Gruppen, zu Protesten aufgerufen: Gegen den Präsidenten, an dessen Geburtstag. Vor allem in St. Petersburg, Putins Heimatstadt, werden viele Demonstranten erwartet. Der Präsident wird wissen, wo er seinen 65. Geburtstag feiern muss, um von kritischen Zwischenrufen nicht gestört zu werden.

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