Sie sind hier:

Pyeongchang und Gangneung - Alles bereit für die Olympischen Winterspiele

Datum:

Pyeongchang und Gangneung begrüßen in einer Woche die Welt zu den Olympischen Winterspielen. Alles ist bereit. Doch die Südkoreaner blicken mit gemischten Gefühlen auf Olympia.

In der südkoreanischen Stadt Pyeongchang sind die Vorbereitungen für die 23. olympischen Winterspiele im vollen Gange. Die Menschen dort hoffen auf einen Wirtschaftsaufschwung.

Beitragslänge:
1 min
Datum:

Einmal im Leben dabei sein bei den Olympischen Winterspielen, das wollten Doktor Yeongcheol Kim und die anderen Freiwilligen der Erste-Hilfe-Station im Biathlonzentrum in Pyeongchang. Eine Woche vor Beginn der Spiele packen sie Medikamente und steriles Verbandsmaterial in die Regale der Notfallstation.

Yeongcheol Kim, Notfallarzt
Yeongcheol Kim Quelle: ZDF

Es ist ein grauer Bau-Container auf dem Olympia-Gelände direkt neben dem Schießstand der Biathleten. Man merkt, es ist für alle ein besonderer Ort: "Das hier ist ein Ereignis, das uns als ganze Nation bewegt. Und es ist nicht leicht, es zu organisieren. Deshalb helfen viele von uns, damit es großartige Spiele werden", sagt Doktor Yeongcheol Kim.

Während der Wettbewerbe werden die Notfallhelfer an der Strecke bereit stehen, falls die Athleten sich verletzen. Sie werden dann hierher gebracht. Kims Kollege Wonui Lee ist schon seit September vor Ort, hat die Abläufe mit geplant. Er drückt seine Vorfreude sehr koreanisch aus: "Ich bin sehr stolz, dass wir Gastgeber sind, und will mein Bestes geben, um mein Land stolz zu machen. Ich hoffe, dass meine Arbeit eine große Hilfe ist."

Olympia – ein Versprechen der Regierung an die Region

Langsam steigt die Vorfreude bei den bisher wenig wintersportbegeisterten Südkoreanern. Denn die Spiele bringen Hoffnung in eine Region des Landes, die als abgehängt von der schnellen Hightechmetropole Seoul galt. Pyeongchang, ein verschlafenes Nest in den Bergen, und Gangneung, eine Zweihunderttausend-Einwohner-Stadt am japanischen Meer, sind jetzt olympisch.

Die Regierung lässt sich die Spiele zehn Milliarden Euro kosten. Neue Eishallen und Skipisten wurden gebaut. In Gangneung entstanden neue Wohnviertel. Und ein Schnellzug verbindet jetzt die strukturschwache Region mit dem pulsierenden Seoul. Olympia – ein Versprechen der Regierung an die Region.

Fischer blicken mit gemischten Gefühlen auf Olympia

In Gangneung, am Meer in Kangnung kämpfen die Fischer um ihr tägliches Auskommen. Sechs Tage die Woche fahren Nam-sik Kim und seine Kollegen raus, aber sie bringen immer weniger Krabben und Fische mit. Und auf den Fischmarkt, wo sie die frisch gefangenen Meerestiere gleich frisch verkaufen, kommen immer weniger Menschen, denn die Jungen ziehen weg und Touristen kommen nur im Sommer. Und wenn sie kommen, dann feilschen sie um den Preis, erzählt er.

Nam-sik Kim
"Durch Olympia können wir der Welt von Kangnung erzählen, das ist super. Aber am Ende werden alle wieder wegfahren und dann ist es hier wieder viel zu ruhig", sagt Fischer Nam-sik Kim. Quelle: ZDF

Dass in ihrer Stadt jetzt Olympische Spiele ausgetragen werden, sieht er mit gemischten Gefühlen: "Durch Olympia können wir der Welt von Kangnung erzählen, das ist super. Aber am Ende werden alle wieder wegfahren und dann ist es hier wieder viel zu ruhig. Es wird einen Einbruch geben und das macht mir Angst," sagt Nam-sik Kim.

Nur 80 Kilometer von Nordkoreas Grenze entfernt

Sung-il Choi glaubt das nicht. Denn er hat mit dafür gesorgt, dass der Olympiatross nach Kangneung kommt. Er ist Direktor beim lokalen Olympiakomittee von Kangneung. Er will uns unbedingt eine Stelle in einem Waldstück zeigen, von wo aus man auf die neugebauten Eishallen schauen kann: "Das hier war mal eine Mülldeponie, daneben ein Friedhof, sonst nur Wald. Schon jetzt hat sich hier viel verändert", sagt Sung-il Choi und ergänzt: "Wir sagen hier in Korea: Die Sonne scheint eines Tages auch auf ein Mauseloch. So empfinden wir das. Eines Tag wird auch einer grauen Maus, wie wir es sind, etwas Gutes widerfahren und das passiert gerade."

Dazu gehört für ihn auch, dass die Nordkoreaner zu den Olympischen Spielen kommen. Gangneung und Pyeongchang sind nur 80 Kilometer von Nordkoreas Grenze entfernt. Und die häufigen Atom- und Raketentests des letzten Jahres haben die Menschen hier nervös gemacht. Dass jetzt im neuen Kulturzentrum die nordkoreanischen Musiker auftreten, hält Sung-il Choi für einen wichtiges Signal der Annäherung: "Auf politischer Ebene sind wir getrennt, aber wir Koreaner sehen das weniger politisch. Wir sind ein Volk. Und gemeinsame Veranstaltungen bringen uns einander näher. Deshalb finden wir es sehr gut, dass das nordkoreanische Team hierherkommt."

Der Platz ist also bereitet für einen perfekten Olympia-Start in Südkoreas Bergen. Die Einwohner hoffen aber, dass vom Olympiaeffekt auch danach etwas bleibt.

Um unser Web-Angebot optimal zu präsentieren und zu verbessern, verwendet das ZDF Cookies. Durch die weitere Nutzung des Web-Angebots stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Näheres dazu erfahren Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert auf Mein ZDF! Abo beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert

Sie wechseln in den Kinderbereich und bewegen sich mit Ihrem Kinderprofil weiter.