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Neue Browser-Generation - Ein Quantum Firefox

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Schneller, komfortabler, privater: Nachdem der Browser an Bedeutung verloren hat, soll Firefox neue Marktanteile erobern. Die soll die neue Browser-Generation "Quantum" sichern.

Mozilla Firefox Logo
Mozilla Firefox Logo Quelle: imago

Die Mozilla Foundation ist im Jubel-Modus. Seit Monaten trommelt die US-Stiftung hinter dem populären Open-Source-Browser für diesen Tag: Heute wird die Version 57 von Firefox veröffentlicht - unter dem neuen Namen "Firefox Quantum". Die Macher setzen große Hoffnungen in die Neuentwicklung. Mozilla-Manager Jascha Kaykas-Wolff nennt es die "Wiedergeburt von Firefox", auf Twitter, Facebook und YouTube macht die US-Stiftung Werbung für die "Browser-Revolution".

Erinnerung an alten Glanz

Mit der Jubel-Kampagne versucht die Mozilla Foundation den Geist von 2004 wiederzubeleben, als die erste Version des Browsers offiziell veröffentlicht wurde. Damals hatte der IT-Konzern Microsoft faktisch ein Monopol auf Internet-Browser. Doch der Internet Explorer galt als träge, nicht innovativ und lähmte die Entwicklung des Internets. Firefox konnte mit seiner Schnelligkeit und Funktionen wie dem der Integration von Browser-Tabs innerhalb weniger Jahre Microsoft in die Schranken weisen und den Wettbewerb im Browser-Markt wiederbeleben.

Zu dem Erfolg trug auch Google bei. Der Konzern schloss ein lukratives Abkommen mit der Mozilla Foundation. Gegen eine jährliche Zahlung wurde dem Suchmaschinenkonzern ein fester Platz in der Browser-Oberfläche garantiert. Doch Google ließ den Vertrag auslaufen, investierte lieber in seinen eigenen Browser. Mit Erfolg: Google Chrome ist mittlerweile der am meisten verbreitete Browser weltweit, und hat im vergangenen Jahr auch in Deutschland Firefox überholt. Zwölf Jahre nach der Erstveröffentlichung galt der schlanke Firefox als träge und technisch überholt.

Schneller und sparsamer

Die Mozilla Foundation will nun den Kampf mit dem Platzhirschen Google wieder aufnehmen. So veröffentlichte sie ein Video, in dem eine Testversion des eigenen Browsers den Konkurrenten Chrome bei vielen populären Seiten schlägt und bei anderen fast gleich zieht. Möglich wurde das, weil die Entwickler den Unterbau des Browsers neu optimiert haben. So nutzt Quantum den Hauptprozessor eines Computers besser aus. Das Ladeverhalten von Websites wurde ebenfalls optimiert.

Aber die neue Schnelligkeit hat ihren Preis. Viele der altbekannten Browser-Erweiterungen - die so genannten "Add-Ons" - funktionieren mit Firefox Quantum nicht mehr. Dafür hat Firefox inzwischen viele Funktionen in das Hauptprogramm integriert. So zeigt sie neue Startseite nicht nur die Websites an, die der Nutzer normalerweise aufruft - der Browser gibt auch gleich Leseempfehlungen. Möglich wird dies durch die Integration des Empfehlungsdienstes "Pocket", den die Mozilla Foundation Anfang des Jahres übernommen hatte.

Neue Funktionen für Privatsphäre

Ein weiterer Bonus-Punkt, mit dem Firefox überzeugen soll: Eine neue Funktion sperrt "Tracker", mit denen Nutzer beim Besuch verschiedener Websites identifiziert werden können. Dies soll nicht nur die Privatsphäre der User schützen, sondern auch das Laden von Websites nochmals um bis zu 44 Prozent beschleunigen. Allerdings wird diese Tracking-Blockade nur im "privaten Modus" des Browsers aktiviert.

Auch andere Browser-Hersteller versuchen inzwischen mit verbessertem Schutz für die Privatsphäre der Nutzer zu punkten. So hatte Apple in seinem Browser Safari im Sommer eine Cookie-Sperre eingerichtet, die insbesondere Werbeanbieter dabei behindert, Nutzer zu verfolgen. Der werbefinanzierte Konzern Google wählt einen anderen Ansatz: Statt das Tracking von Nutzern zu unterbinden, soll Chrome im kommenden Jahr eine Art Werbeblocker integrieren. Dieser wird allerdings nur die nervigsten Werbeformen blockieren. Welcher Ansatz die meisten Nutzer überzeugt, muss die Zukunft zeigen.

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